Persönlich. Der bald 27-jährige Fussballer Veroljub Salatic über den tollen Saisonstart mit den Grasshoppers, seine Entwicklung zum Führungsspieler und seine Erfahrungen als junger Vater.

Veroljub Salatic: «Jetzt nur nicht ausruhen!»

Persönlich. Der bald 27-jährige Fussballer Veroljub Salatic über den tollen Saisonstart mit den Grasshoppers, seine Entwicklung zum Führungsspieler und seine Erfahrungen als junger Vater.

Coopzeitung: Wie ist es, mit GC in der nächsten Super-League-Runde mit einem klaren Punktvorsprung bei Titelträger FC Basel antreten zu können?
Veroljub «Vero» Salatic:
 Wir hatten vor dieser Saison sicher alle gewisse Ziele, aber ich hätte nicht zu träumen gewagt, dass es gleich so gut laufen würde. Niemand hat das erwartet! Sicher hatten wir auch das nötige Glück, aber wir dürfen auf unsere Leistung auch stolz sein. Vorausgesetzt, wir lassen jetzt nicht nach und ruhen uns auf den Lorbeeren aus. Die Niederlage gegen den Tabellenletzten Servette (Genf) nach neun Siegen in Serie hat uns das deutlich gezeigt.

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Für Erfahrungen im Ausland ist es nie zu früh oder zu spät.»

Noch vor anderthalb Jahren wechselten Sie von Grasshoppers Zürich nach Nikosia. Weshalb?
Ich wollte etwas Neues sehen. Vorher hatte ich schon sehr lange bei GC gespielt und wollte mich weiterentwickeln, fussballerisch und persönlich. Ich hatte verschiedene Angebote, entschied mich aber für Omonia Nikosia, weil es ein Spitzenklub ist, der sich fast jedes Jahr für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert. Viele haben belächelt, dass ich mit 26 Jahren nach Zypern ging, aber es hat sich ausbezahlt.

In welcher Hinsicht?
Ich hatte mit 14 Jahren von Zug 94 zu GC gewechselt. Neben Fussball und Schule reichte die Zeit nur, um zu Hause zu schlafen. Meiner Mutter fehlte ich zwar schon, aber erst, als ich meine eigene Familie gründete und auf Zypern zeitweilig alleine lebte, wurde ich richtig selbstständig.

Was unterscheidet die beiden Mannschaften?
Bei GC habe ich sehr viele junge, talentierte und technisch starke Spieler um mich herum, bei Omonia waren es vielleicht nicht ganz so begabte, aber sehr erfahrene Nationalspieler, von denen ich lernen konnte.

Wer holte Sie zu GC zurück?
Die Grasshoppers meldeten sich eines Tages bei meinem Berater. Ich zögerte zuerst, als ich hörte, dass mich mein alter Klub wieder will, denn es gefiel mir auf Zypern und mein Vertrag lief noch ein Jahr. Aber meine Frau war gerade schwanger geworden. Wir wollten, dass das Kind wegen der besseren medizinischen Versorgung wie unser Sohn in der Schweiz auf die Welt kommen sollte. Ich schätzte aber auch den langfristigen Vertrag, den mir GC anbot.

Ist die Wertschätzung, die Sie nun erfahren, auch eine andere?
Ja, aber das ist normal. Man vermisst jemanden erst, wenn er nicht mehr da ist. Anders gesagt: Vor Nikosia war ich halt noch immer der ehemalige Junior, obwohl ich in der ersten Mannschaft spielte. Jetzt bin ich ein erfahrener Spieler. Deshalb empfehle ich jedem anderen Spieler, die Chance zu packen, wenn sich die Möglichkeit bietet, im Ausland Erfahrung zu sammeln und zu reifen. Dafür ist es nie zu früh oder zu spät.

Letztes Jahr war GC ein Abstiegskandidat und nun ein Spitzenklub. Was ist passiert?
Wir sind heuer in der Defensive extrem stabil. So können die talentierten jungen Angreifer befreit aufspielen und müssen nicht mehr Angst haben, dass hinten gleich etwas anbrennt, wenn sie vorne bei einem Dribbling den Ball verlieren. Nachdem wir am Anfang der Saison noch viele Chancen gebraucht haben, um ein Tor zu erzielen, sind wir nun auch ziemlich effizient.

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Anfang Saison brauchten wir viele Chancen – jetzt sind wir effizienter.»

Welchen Anteil hat Uli Forte?
Er ist ein junger Trainer, sehr erfolgsorientiert und hungrig. Er spricht unsere Sprache und versteht es, die Spieler zurechtzuweisen oder als sehr guter Unterhalter aufzulockern und richtig auf den Gegner einzustellen. Alle profitieren von ihm.

Sie sind Captain, Leistungsträger und ehemaliger U21-Internationaler. Hat sich Ottmar Hitzfeld schon bei Ihnen gemeldet?
Nein, wir hatten noch keinen Kontakt. Da die Schweiz auf meiner Position im defensiven Mittelfeld mit Gökhan Inler, Blerim Dzemaili und Valon Behrami sehr gut besetzt ist, kommt auch ein Pirmin Schwegler, der Captain von Eintracht Frankfurt ist, nicht zum Zug. Deshalb kann ich nur weiter in jedem Spiel mein Bestes geben und mich so zu empfehlen versuchen.

Wo finden Sie Ihren Ausgleich zum Beruf?
Es gibt nichts Schöneres, als nach Hause zu kommen und dein Sohn lacht dich an oder du hörst das Geschrei des Babys, das uns vor Kurzem geschenkt wurde. Selbst das Windelnwechseln macht mir momentan Freude. Ich koche auch gerne.

Veroljub Salatic

Beruf: Fussballspieler

Geburtsdatum: 14. November 1985 in Zvornik (damals Jugoslawien, heute Bosnien)

Zivilstand: verheiratet, ein Sohn (1), eine Tochter (drei Wochen)

Wohnort: Zürich

Laufbahn: Als Junior spielte Salatic beim SC Zug, Zug 94 und GC. 2003 schaffte er bei den Grasshoppers den Sprung in die erste Mannschaft und wird dort als defensiver Mittelfeldspieler oder Innenverteidiger eingesetzt. Für die Schweizer U21-Nationalmannschaft absolvierte er 25 Spiele.

Nächste Spiele: Cup: 10. November Vallemaggia–GC (16 Uhr, Locarno), Meisterschaft: 18. November FC Basel–GC (16 Uhr, St. Jakobpark)

 

www.gcz.ch

Welches Buch liegt grad auf Ihrem Nachttisch?
Biographie von Dejan Stanković

Und welche Vorbilder haben Sie in der Wirklichkeit?
Fernando Redondo, er spielte unter anderem als  Argentinischer Nationalspieler auf der gleichen Position wie ich. In gewisser Weise ist jedoch jeder gute Fussballer ein Vorbild für mich.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
Sex and the City, an einem gemütlichen Sonntag Abend mit meiner Frau.

Und welchen Film würden Sie gerne wieder einmal sehen?
96 Hours

Ihr Lieblings-Filmheld?
Die Fussballer aus der Anime-Fernsehserie Kickers.

Was für Musik hören Sie gerade?
Ich höre viel Radio, zudem Songs in den Stilrichtungen Hip Hop und RnB

Welche CD würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?
Ich würde mir eine eigene MixCD mit meinen Lieblingslieder zusammen stellen.

Mit welchem Musiker würden Sie gerne einmal einen trinken?
Wenn ich meine Frau mitnehmen kann, dann ganz klar Jennifer Lopez. Da würde ich ihr ein grosser Gefallen tun.

Was kochen Sie selbst?
Was die Küche so hergibt, viel Pasta und Fleisch.

Ihre Lieblingsspeise?
Saltimbocca mit Risotto

Ihr Lieblingsgetränk?
Ich trinke gerne und viel Wasser mit Kohlensäure.

Mit wem essen Sie am liebsten?
Mit meiner Frau zuhause oder mit Mannschaftskameraden über Mittag.

Mac oder PC?
Zurzeit habe ich ein Mac, ich möchte mir jedoch einen PC zulegen.

Auto oder Zug?
Eigentlich beides. Als junger war ich oft zwischen Zürich und Zug auf den Schienen unterwegs, mittlerweile ist mir das Auto jedoch lieber.

Wein oder Bier?
Wein

Pasta oder Fondue?
Pasta

Joggen oder Walken?
Joggen

Berge oder Meer?
Meer

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Schwierig zu sagen, ist schon länger her.

Wie bringt man Sie zum Lachen?
Mit einem guten Witz.

Wovon träumen Sie?
Von einem Titel in der Schweiz.

Was ist für Sie das grösste Glück?
Meine Familie mit meinen zwei Kindern.

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Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 05.11.2012, 16:58 Uhr

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