1 von 10











Filmkritik: Anleitung zum Unglücklichsein

Eine Komödie über das Unglücklichsein, inspiriert von dem Welt-Bestseller von Paul Watzlawick …

 

Die Story
Tiffany ist jung, lebt in Berlin und besitzt einen Feinkostladen. Sie ist schusselig, tolpatschig, und hat einen Vogel – sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne. Denn obwohl im Leben der jungen Frau alles glatt zu laufen scheint, ist sie nicht glücklich. Hauptsächlich wegen der Angst, dass das Glück sie verlässt. Weshalb sie garn nicht erst mit dem Glücklichsein anfängt.

Besonders im Familiären läuft alles schief, das fängt bei ihrem Namen Belchschmid an, wird verstärkt durch die unglückliche Kindheit und endet mit der nichtexistenten Beziehung zu ihrem Vater und der morbiden Beziehung zu ihrer Mutter.

Diese ist nämlich tot, erscheint Tiffany aber regelmässig als Geist, um sie zu ermahnen und zu belehren. Das alles macht aus ihr dieses sehr seltsame, pessimistische und abergläubische Mädchen mit dem kleinen Ego. Dieses päppeln zum Glück ihre treuen Angestellten immer wieder auf. Auch ein draufgängerischer Polizist, gibt sich ehrlich Mühe, sie von ihrer Attraktivität zu überzeugen.

Einen wirklichen Wandel in die Leiden der jungen Tiffany bringen jedoch erst ihr Klavierlehrer aus Kinderjahren, ein Roma und ein junger Fotograf. Und so gelingt es Tiffany vielleicht doch noch, vom Unglück abzulassen.

Das Dahinter
Für diese Liebeskomödie liess sich die Autorin und Regisseurin Sherry Hormann vom Buch-Bestseller aus dem Jahre 1983 «Anleitung zum Unglücklich sein» inspirieren, das aus der Feder des österreichischen Psychologen Paul Watzlawick stammt. Darin findet man Sätze wie: «Die Moral von der Geschichte ist, dass Abwehr oder die Vermeidung einer gefürchteten Situation oder eines Problems einerseits die scheinbar vernünftigste Lösung darstellt, andererseits aber das Fortbestehen des Problems garantiert.» oder «Machen wir uns nichts vor: Was oder wo wären wir ohne unsere Unglücklichkeit?»

Das Drumherum
Vom stylischen Altbau-Appartment bis zu den liebevoll gekochten und dekorierten Speisen, die in Tiffanys Restaurant serviert werden – alles ist so, wie man sich sein Leben eigentlich ausstatten würde. Kein Aldi-Plastiksack, kein sonstiger Krimskrams und auch sonst stört nichts diese Hipsterwelt, die Regisseurin Sherry Hormann inszeniert hat. Sogar der bettelnde Roma passt mit seinem Jackett und gepflegten Äusseren ins ökologisch-korrekte Gesamtbild – naja bis auf seinen Plastikbecher.

Das Fazit
Eine eigenwillige Hauptperson mit Selbstzweifeln und einem Talent, sich in peinliche Situationen zu bringen, originelle bis symphatisch-kauzige Nebendarsteller, ein Offsprecher und das ganze unterlegt mit Pianomusik – irgendwie kommt einem das bekannt vor. Zumindest allen, die schon mal Le Fabuleux destin d'Amélie Poulain, New Girl oder auch Keinohrhasen gesehen haben. Diese leicht verkorksten, aber immer sympathischen Mädchenfrauen bevölkern sowohl die Kino- wie auch die Fernsehserienwelt. Und warum nicht, es scheint ja zu funktionieren. Nur klappt das dieses Mal nicht so recht. So genau kann man gar nicht sagen, warum eigentlich. Es verhält sich wohl so, wie wenn man ein Rezept von Muttern nachkocht, da kann von den Zutaten bis zur Zubereitung alles stimmen, aber irgendwas fehlt einfach – vielleicht die Originalität – auf alle Fälle etwas, das das Rezept zu etwas ganz Speziellem, persönlichen macht. Und so schmeckt «Anleitung zum Unglücklichsein», einfach ein bisschen fade.

Kinostart
20.12.201

Regie
Sherry Horman

Drehbuch
Sherry Horman
Paul Watzlawick (Buch)

Kamera
Wojciech Szepel

Schnitt
Clara Fabry

Produktion
Peter Herrmann
Michael Scheel

Cast

Johanna Wokalek

Tiffany Blechschmid

Iris Berben

Tiffanies Mutter

David Kross

Benno

Richy Müller

Hans Luboschinski

Benjamin Sadler

Frank Henne

Katharina M. Schubert

Rita

Margarita Broich

Luise

Rüdiger Vogler

Tiffanys Vater

Itay Tiran

Thomas Schwarz

Michael Gwisdek

Paul

Otto Tausig


Dogan Akgün

Roma

Luna Rösner

Junge Tiffany

Vladimier Gorochov

Vincent

Michael Kranz

Moritz

Noemi Besedes

Blonde Frau

Alexander Yassin

Stammgast

Dagmar Sachse


Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Michaela Schlegel

Redaktorin

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Freitag 23.11.2012, 17:25 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:




Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?