1 von 8









Filmkritik: Ruby Sparks

Calvin, ein komplizierter Jung-Schriftsteller, fantasiert sich seine absolute Traumfrau zusammen - und plötzlich steht diese in seiner Küche …

 

Die Story
Clavin ist ist blockiert. Er lebt in seinem grossen Haus zusammen mit seinem Hund Scotty, den er sich auf Anraten seines Psychiaters gekauft hat um Leute kennen zu lernen. Nur mag Sotty leider fremde Menschen genauso wenig wie Calvin. Der junge Schriftsteller könnte viele Freunde und auch Freundinnen haben, befürchtet jedoch, dass alle Leute ihn nur wegen seines Ruhmes kennen lernen wollen und nicht wegen ihm selbst. So ist sein einziger richtiger Freund zugleich sein Bruder Harry.

Doch das ist nicht das schlimmste, nein, Calvin ist unter Druck, ein neues Buch zu schreiben. Das natürlich genauso fantastisch werden sollte wie sein hoch gefeierter Erstling. Und dann  plötzlich packt ihn doch noch die Muse, im Traum erscheint ihm das Mädchen Ruby Sparks. Er verliebt sich in sie und auf Rat seines Psychiaters, fängt er an über sie zu schreiben. Sie wird zu seiner absoluten Traumfrau und eines Morgens steht sie plötzlich in seiner Küche – leibhaftig und wahrhaftig. Und ganz wie er sie sich erträumt und erschrieben hat.

Calvin glaubt zuerst an eine Psychose bis er bemerkt, dass auch andere Leute Ruby sehen können. Dass sie die Ruby aus seinem Buch ist, steht ausser Frage, denn alles was er schreibt wird Wirklichkeit. Calvin ist endlich glücklich und schwört sich, nichts mehr an ihr zu ändern. Doch auch Traumfrauen verändern sich und besitzen Seiten, die einem nicht passen. Im Gegensatz zu normalen Beziehungen kann Calvin jedoch einfach zu Schreibmaschine und Papier greifen und diese Seiten ändern, damit alles wieder so ist wie er es will. Glaubt er zumindest.

 

Das Dahinter
Das Drehbuch für den Film stammt von Zoe Kazan, die zugleich auch die Rolle der Ruby Sparks spielt. Zoe ist Mitglied einer illustren Filmfamilie: ihr Vater ist Drehbuchautor Nicholas Kazan, ihre Mutter die Regisseurin Robin Swicord und ihr Grossvater Elia Kazan, Schriftsteller und Regisseur.

Kazans Ziel war es, die Vorstellung von Liebe mit der Realität von Liebe zu vergleichen. Sie wollte über das Phänomen schreiben angeschaut, aber nicht gesehen zu werden, über die Gefahr, eine Person auf eine Idee von einer Person zu reduzieren.

Umgesetzt wurde dieser Film von den Regisseuren Jonathan Dayton und Valerie Faris die schon für «Little Miss Sunshine» (2006) verantwortlich waren. «Ruby Sparks» ist geprägt vom Jöhh-Erzählstil des Paares und seinen einprägsamen aber nicht übertriebenen Charakteren.

Ein weiteres bekanntes Gesicht aus «Littel Miss Sunshine» ist Paul Dano, der die Rolle des Calvin spielt. Dano bot sich geradezu an, denn während des Schreibens von Calvins Charakter hatte Kazan ihren Freund im Kopf, der niemand anderes als Dano ist.

In weiteren Rollen spielen bekannte Schauspielern wie zum Beispiel Anette Bening, Antonio Banderas und Elliott Gould.

 

Das Drumherum
Gedreht wurde in Los Angeles, einer Stadt die geradezu sinnbildlich für den Film funktioniert. Ein grosser Ort, wo der Schein Vorrang hat und das Sein schnell einsam werden kann.

 

Das Fazit
Ein feiner Film über die Idealisierung von Menschen, über den Druck und die Erwartungen der Gesellschaft, über die Machtgefälle in Beziehungen, Veränderungen, Anpassung und darüber, dass man vielleicht auch selbst nicht immer ganz genau weiss, was man eigentlich will. Denn obwohl Ruby gänzlich das Produkt von Calvins Fantasie ist, besitzt sie trotzdem Seiten, die er nicht mag – warum? Vielleicht weil sie auch seine unterdrückten Verlangen auslebt und so seine Ängste zu Tage bringt.

Kinostart
Jetzt in den Kinos

Regie
Jonathan Dayton
Valerie Faris

Drehbuch
Zoe Kazan

Kamera
Matthew Libatique

Schnitt
Pamela Martin

Produktion
Albert Berger
Bart Lipton
Ron Yerxa

Cast

  • Paul Dano – Calvin Weir-Fields
  • Zoe Kazan – Ruby Sparks
  • Annette Bening – Gertrude, Calvin's Mutter
  • Antonio Banderas – Mort, der Freund von Calvin's Mutter.
  • Steve Coogan – Langdon Tharp, ein befreundeter Schriftsteller
  • Elliott Gould – Dr. Rosenthal, Calvin's Therapeut
  • Chris Messina – Calvin's Bruder Harry
  • Deborah Ann Woll - Lila, Calvin's Ex-Freundin
  • Alia Shawkat - Mabel, ein Fan von Calvin


Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Michaela Schlegel

Redaktorin

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Freitag 30.11.2012, 15:26 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:




Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?