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In den Irish Pubs wird nicht nur getrunken, sondern auch musiziert und gesungen, weiss Tinkabelle-Sängerin Tanja Bachmann zu erzählen.


Tanja Bachmann:
«Ich habe mich in Irland verliebt»

Persönlich. Die Tinkabelle-Sängerin (31) über die neue CD «On My Way», die Bedeutung ihrer Grossmutter und ihre Liebe zu Irland.

Coopzeitung: Wie kommt es, dass Ihr zweites Album neben Pop und Country auch irische Klänge enthält?
Tanja Bachmann: Weil alle Bandmitglieder schon in Irland waren und einen speziellen Bezug zu diesem Land und seiner Musik haben, ergab es sich beim Songschreiben mit Banjospieler Res ganz natürlich. Wir fanden: Hier noch eine Tin Whistle (Blechflöte) oder dort eine Irish Pipe (irischer Dudelsack) wäre toll! Später flogen wir nach Irland, suchten uns ein Studio und bekamen vom Besitzer die Geschwister Gerard und Yvonne Fahy vermittelt. Vor allem Gerard ist eine wahres Genie auf der schwierigen Irish Pipe.

Wie werdet Ihr diese Lieder live umsetzen?
Das wird nicht einfach sein. Für besonders grosse und wichtige Konzerte wollen wir Gerard einfliegen lassen, im Normalfall können wir uns das nicht leisten. Da wollen wir die Kompositionen mithilfe unserer anderen ungewöhnlichen Instrumente Banjo und Geige auf eine etwas andere Art interpretieren.

Woher rührt Ihre Begeisterung für Irland?
Ich war schon in meiner Jugend von den vielen Burgen, Schlössern und Ruinen sowie von den keltischen Steinkreisen fasziniert. Deshalb haben mir meine Eltern zur Matura Familienferien in Irland geschenkt. Ich habe mich sofort in dieses Land verliebt und es bald darauf zusammen mit einer Freundin per Auto vier Wochen umfassender erkundet. Und dort auch meinen ersten Freund kennengelernt.

Einen Iren?
Halb Ire, halb Australier. Er ist wegen mir von Adelaide nach Tullamore gezogen, damit wir uns näher waren. Wir sind dann zwei Jahre lang ständig hin- und hergereist, bis wir die nötige Kraft dazu nicht mehr hatten. Es kostete zu viel Energie und Geld und keiner wollte sein bisheriges Leben aufgeben. Ich habe damals noch Musik studiert und die ist bei mir eben ganz zentral.

Neben der Natur und der Musik sind die Pubs ein irisches Wahrzeichen ...
Für viele Iren ist ihr Stammpub Ersatz für ein schönes Wohnzimmer. Nach der Arbeit oder dem Nachtessen trifft man dort Leute, redet und trinkt miteinander. Einer spielt Gitarre, andere singen dazu, bis um Mitternacht die Glocke die letzte Runde ankündigt.

Wie passt «My California» auf diese Platte?
Das haben wir auch lange überlegt und sind zum Schluss gekommen, dass dieser Song einfach dazu gehört, weil er auf einer mega Erfahrung beruht. Mein Freund und ich sind den Highway One runtergefahren, haben diese eindrückliche Küste gesehen und sind Menschen begegnet, die offen waren und gar nicht so oberflächlich wirkten, wie oft behauptet wird.

Werden Sie oft als «die hübsche blonde Frau, die singt» abgetan?
Das passiert manchmal. Was viele nicht so wahrnehmen ist, dass wir – im Gegensatz zu vielen anderen Bands – alle Lieder selbst schreiben. Und da steckt viel Arbeit und Herzblut dahinter. Auch leben wir nach einem Gold-Album in der Schweiz überhaupt nicht im Luxus. Alle in der Band üben wie ich noch mindestens zwei Tage eine andere Tätigkeit aus – ich unterrichte als Gesangslehrerin. Aber ich will mich nicht beklagen, sondern lieber den Leuten beweisen, was ich drauf habe.

Stimmt es, dass Ihre Grossmutter Sie ermutigt hat, an Ihr Talent zu glauben?
Ja, meine Omi ist extrem wichtig für mich. Ich besuche sie so oft wie möglich, erzähle ihr alles, und sie sagt dann immer: «Man merkt, dass du wirklich liebst, was du tust. Folge deinem Herzen!» Nun möchte ich mit «Follow Your Heart» die vielen Leute, die man am Montagmorgen im Tram mit hängenden Mundwinkeln ins Büro fahren sieht, ermuntern, sich zu überlegen, was sie glücklich machen würde, und diesen Weg auch einzuschlagen, obwohl Risiken damit verbunden sind.

Welches waren die aufregendsten Momente mit Tinkabelle?
Als wir im Vorprogramm von Status Quo auftreten durften, uns ganz normal mit ihnen unterhalten konnten. Wir sahen, wie sie im Pyjama ins Hallenstadion kamen, um schnell ihren Soundcheck zu machen und dann wieder hinter der Bühne zu verschwinden.

Welche Pläne haben Sie für Weihnachten?
Heiligabend feiere ich immer mit meinen Eltern, meinem Bruder und meiner Omi. An Weihnachten trifft sich unser ganzer Clan zum grossen Fest in einer Waldhütte und der Stephanstag gehört meinem Freund und mir für einen romantischen Abend.

Tanja Bachmann

Beruf: Sängerin und Songschreiberin, Gesangslehrerin
Geburtsdatum: 15. Februar 1981, in Wettingen
Zivilstand: ledig, liiert mit Andy
Wohnort: Region Greifensee
Laufbahn: Dank der schönen Stimme der Aargauer Leadsängerin Tanja Bachmann und der eingängigen Mischung aus Pop und Country schaffte die 2009 formierte Band Tinkabelle mit ihrem Debütalbum «Highway» 2011 auf Anhieb den Durchbruch. Der Hit «The Man I Need» findet auf der neuen CD mit dem irisch angehauchten «Stay On» einen Nachfolger.
Aktuell: Tinkabelle «On My Way» (ab 14. Dezember im Handel), Tourneestart 26. Januar 2013 in Lenk.
Weitere Konzertdaten:
www.tinkabelle.net

TinkaBelle - Stay On

 

TinkaBelle – The Man I Need

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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Christian Lanz
Veröffentlicht:
Montag 03.12.2012, 13:22 Uhr

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