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Sabine Reber

Sabine Reber ist Schriftstellerin und Gartenpublizistin. Mit Gärten beschäftigt sich die 41-Jährige seit über 10 Jahren. Ihre Erfahrungen gibt sie in Kursen, Büchern und Kolumnen weiter. Bisher sind von ihr drei Gartenbücher erschienen: «Endlich gärtnern»,«Traumpaare im Beet» und «Ein Gartenzimmer für mich allein». Alles über ihre Bücher, Kurse und den Webshop auf:

Die letzten 5 Blogbeiträge von Sabine Reber

Sabine Reber
schreibt am 27.03.2015
Blog: «Gartenblog mit Sabine Reber»


Feder- und Palmkohl

Sowohl vom schwarzen Palmkohl (Cavolo nero di Toscana) wie vom roten Federkohl (auf dem Bild in der Mühle Tiefenbrunnen in Zürich) ist jetzt noch recht viel übrig. Immer nur gekochten Kohl essen ist aber doch etwas langweilig. Und als Kohlmus, wie die Norddeutschen es mögen, ist mir der Federkohl nun auch langsam verleidet. Umso mehr freue ich mich über das Rezept im neuen Kräuter-Kochbuch von Tanja Gradits: Palmkohl-Chips mit Algen und Estragonsalz. Da ich grad weder Algen noch Estragonsalz habe, frittiere ich einfach so ein paar Blätter von meinem Palmkohl in Olivenöl, und streue etwas Meersalz drüber. Der Trick, um die Blätter knusprig zu backen, geht so: Die Kohlblätter in einer grossen Schüssel gut mit Oel mischen, etwas Salz beimischen, dann die Blätter auf einem Blech mit Backpapier auslegen, im 160 Grad heissen Backofen 12-15 Minuten rösten. So einfach ist das! Danke Tanja für den Tipp! Und jetzt das Gleiche nochmals, aber mit dem roten Federkohl. Und dann frittieren wir doch gleich noch dieses und jenes, was jetzt so zu spriessen beginnt, Brennesseltriebe oder Gierschblätter, ab in den Ofen damit!


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Sabine Reber
schreibt am 20.03.2015
Blog: «Gartenblog mit Sabine Reber»


Rhabarbern und Meerkohl

Wenn ihr zarte, lange, bleiche Rhabarberstängel wollt, dann könnt ihr die Rhabarberstöcke nun mit einem Eimer abdecken, sobald sich die ersten Triebe zeigen. Es gibt auch spezielle Rhabarbertöpfe aus Terracotta mit einem Tellerdeckel obendrauf. In englischen Gartenbücher seht ihr die oft auf den Fotos der grossen Küchengärten. Hier sind sie aber schwierig zu bekommen. Was ihr auch verwenden könnt: ein Kaminrohr aus Ton, und dann einfach einen Teller drauflegen, oder sonst ein grosses, stabiles Rohr. Aber auch ein alter Eimer erfüllt den Zweck. Hauptsache, die jungen Triebe werden durch die zusätzliche Wärme und die Dunkelheit forciert. Besonders gut sind schwarze Eimer, weil sie sich an der Sonne erhitzen. Wenn ihr das Glück habt, ihn eurem Garten auch Meerkohl (Crambe maritima) zu kultivieren, dann macht ihr mit dem Meerkohl genau das gleiche. Die Stängel schmecken viel, viel besser, wenn sie gebleicht sind!


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Sabine Reber
schreibt am 13.03.2015
Blog: «Gartenblog mit Sabine Reber»


Krokusse für Hummeln und Bienen

Oh wie schön die Krokusse derzeit leuchten! Nun recken sie ihre goldenen Staubfäden der Frühlingssonne entgegen, und die Hummeln und Bienen streiten sich fast drum, wer die schönsten Blüten besuchen darf. Bei mir im Garten veranstalten die Brummer gerade einen richtigen Basar um die Krokusse herum. Falls ihr noch keine Krokusse auf dem Balkon oder im Garten habt, könnt ihr nun auch gut noch welche in der Blüte kaufen. Behaltet sie in einem Töpfchen, solange sie blühen, und pflanzt sie nachher in den Garten. Sie kommen dann ein wenig tiefer in die Erde, als sie im gekauften Töpfchen stehen. Grundsätzlich pflanzt man Zwiebeln immer zweimal so tief, wie die Zwiebel gross ist. Dann werden sie sich auch gut vermehren, und jedes Jahr in grösserer Menge wieder blühen.


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Sabine Reber
schreibt am 05.03.2015
Blog: «Gartenblog mit Sabine Reber»


Mugifumi

Eigentlich haben wir das doch schon immer vermutet: Pflanzen wachsen besser, wenn wir sie berühren. Inzwischen ist das auch wissenschaftlich bewiesen worden. So wachsen zum Beispiel Salatsetzlinge im Gewächshaus kräftiger, wenn wir sie streicheln. Ich mache das auch bei meinen Setzlingen, die ich derzeit im Wohnzimmer habe mangels Gewächshaus. Es ist eigentlich ganz logisch: wenn sie draussen wachsen würden, dann würde der Wind sie bewegen, und sie würden dadurch robuster. Da wir drinnen aber keinen Wind haben, werden sie eben von Hand gestreichelt. Die Japaner wissen das auch schon lange, und in der traditionellen Landwirtschaft gibt es in Japan das sogenannte Mugifumi, das Getreidetreten. Bereits im Mittelalter wurde in einem japanischen Handbuch für die Bauern dazu geraten, Kinder über die Felder mit keimenden Pflanzen zu schicken, damit sie darauf herumtreten. Heutzutage werden in Japan Traktoren mit speziellen Rollen über die Felder gezogen, um die keimenden Pflanzen zu stimulieren. Aber eben, daheim geht das ganz gut, wenn wir die Setzlinge einfach mit der Hand streicheln, darauf herumtreten wäre etwas übertrieben. 


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Sabine Reber
schreibt am 25.02.2015
Blog: «Gartenblog mit Sabine Reber»


Schneeglöckchen und Primeln

An den ersten Blümchen hab ich noch jedes Jahr die grösste Freude. Und nun sind sie schon da: In Biel blühen sie zu Hunderten, die Schneeglöckchen! Und das beste daran, man muss ja gar nichts machen, es ist so ein dankbares Pflänzen. Einfach in Ruhe lassen, sie wachsen ganz von selber. Falls ihr noch keine Schneeglöckchen im Garten oder bei euch auf dem Balkon haben solltet, dann kauft nun welche in der Blüte. Die fassen nämlich am besten Fuss. Wenn sie verblüht sind, einfach machen lassen, dann versamen sie sich und bilden auch Brutknollen, und mit den Jahren habt ihr dann einen dichten Teppich davon. Wenn ihr sie auf dem Balkon zieht, dann am besten in einen grösseren Kübel pflanzen, zum Beispiel unter ein Balkon-Obstbäumchen. Dann seid ihr sicher, dass sie auch im Sommer Wasser kriegen, wenn ihr Laub eingezogen ist und man sie nicht sieht. Schneeglöckchen sollten, wie auch Narzissen und andere Zwiebeln, nämlich nicht zu sehr austrocknen, sonst klappt das nicht mit dem Vermehren und jedes Jahr wieder blühen. 

Nebst den Schneeglöckchen freuen mich heute morgen grad die zarten gelben Primeln, die ich in einer geschützten Ecke auf dem Balkon ziehe. Draussen wäre es ihnen noch zu kalt. Aber hier blühen sie schon. Und sie duften! Das tönt jetzt banal, aber wenn mich im Februar jemand nach meiner Lieblingspflanze fragt, dann sage ich doch immer: Primeln, Primeln über alles!


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