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Schweizer im Ausland:
So feiert die Welt Neujahr

Sieben in alle Welt verstreute Schweizer berichten über die Traditionen, die zwischen dem 31. Dezember und 1. Januar in ihrer Wahlheimat gepflegt werden.

New York, USA: Warten auf die Kugel

Der Waadtländer Schauspieler Nick Sartori (27) lebt seit acht Jahren in den USA. Für 2013 wünscht er sich eine Rolle, die ihm zum Durchbruch verhilft. Nick wird Silvester dieses Jahr in der Schweiz verbringen. Aber er kennt die Feierlichkeiten in New York: «Traditionsgemäss versammeln sich die Leute am Times Square, wo die berühmte Kristallkugel von einem Mast herabgelassen wird und wo wie im Film ‹New Year’s Eve› das Neujahrskonzert zu sehen ist. Mir hat es dort allerdings zu viele Leute und das Warten in der Kälte dauert ewig. Ich verbringe den Abend lieber an der Lower East Side oder im Stadtteil Brooklyn, wo es relaxter zugeht.»

Jonotega, Nicaragua: Das Böse wird einfach verbrannt

Das Walliser Ehepaar Corine und Olivier Barman* (44 und 43) und seine Kinder Viviane (10), Thalia (8), Noé (6) und Malika (4) wohnen seit drei Jahren in Nicaragua. Sie arbeiten für eine Organisation, die sich um Kinder und Jugendliche in Risikosituationen kümmert (Gewalt, auch sexuelle, Drogen).

«Am weitesten verbreitet ist die Tradition, aus Stoff oder Karton eine Figur zu basteln, die an Silvester verbrannt wird – und mit ihr die Zettelchen, auf denen die Menschen ihre negativen Kommentare zu privaten und öffentlichen Ereignissen des abgelaufenen Jahres aufgeschrieben haben. Dann beginnt man das neue Jahr von vorne.»

La Paz, Bolivien: Auf die Unterwäsche kommts an

Die Freiburgerin Mathilde Defferrard* (38) lebt mit ihrem Partner Nilton Ramirez seit vier Jahren in Bolivien, wo sie sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung und speziell der Frauen einsetzt. Mathilde wird Silvester zum vierten Mal in Bolivien verbringen. Bisher hat sie jeweils mit Freunden gefeiert, mit Musik, Tanz und der Tradition des mitternächtlichen Verzehrs von Lechon oder Spanferkel. Typisch sind kleine Rituale: «Frauen tragen beispielsweise gelbe Unterwäsche, wenn das Jahr wirtschaftlichen Erfolg bringen soll, oder rote, um Glück in der Liebe zu haben.»

Ouagadoudou: Familienbande werden gepflegt

Frédérique Sorg Guigma* (38) ist Sozialarbeiterin aus dem Jura und lebt mit ihrem Mann Lambert Guigma und ihren drei Kindern in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou. Lambert ist Keramiker und arbeitet für eine Organisation, die sich für die Rechte junger Mädchen einsetzt. Den Silvester wird die Familie zu Hause verbringen. «Neujahr ist in Burkina ein junger und städtischer Feiertag. In den Städten organisieren die Jungen Partys, die Älteren sitzen zusammen. Am 1. Januar besucht man einander, um Neujahrswünsche auszutauschen. Diese Besuche sind sehr wichtig für die Beziehungen zu Freunden, Nachbarn und Familie, auf denen hier alles basiert.»

Villagarcía de Arousa, Spanien: Trauben essen bis Mitternacht

Seit neun Jahren lebt Christiane Pallas (55) aus Nyon mit ihrem Mann in Spanien: «Die Leute hier haben es nicht eilig. Man lässt sich Zeit und lebt sehr angenehm.» Auch wenn sie den Jahreswechsel bei ihrer Tochter in der Schweiz verbringen wird, kennt sie die spanische Tradition gut: «Bei jedem Glockenschlag werden Weintrauben verzehrt. Bis zum zwölften Schlag müssen deren zwölf gegessen sein.»

Xi'an, China: Karaoke-Bar

Der Waadtländer Antoine Guex (32) lebt seit vier Jahren als Französischlehrer in Xi’an, einer Stadt mit 6,5 Millionen Einwohnern. Den Jahreswechsel wird er in einer Karaoke-Bar verbringen. «Mit dem 1. Januar ist in China keine Tradition verbunden, da sich China nach dem Mondkalender richtet. Deshalb unterscheidet sich das chinesische Neujahr von unserem. Seit Kurzem gewinnen in China allerdings auch Feiertage an Bedeutung, die aus anderen Ländern stammen. Sie verwandeln sich in eine Gelegenheit, das zu tun, was alle über alles lieben: konsumieren. Die Restaurants füllen sich und spielen dem Anlass entsprechende Musik.»

Kathmandu, Nepal: Sie feiern mit Hupen und Meditieren

Céline und Xavier Pasche (30 und 31) aus Ropraz VD starteten vor zweieinhalb Jahren Richtung Neuseeland. Seit drei Monaten sind sie in Nepal (Bild: Bakhtapur): «Kathmandu vereint Hinduismus und Buddhismus. Die hinduistische Bevölkerung begeht Neujahr am 1. Baisakh 2069, der auf den 14. April 2013 fällt. Für die buddhistische Bevölkerung wird es der 10. Magh 2169 sein, das ist der 24. Januar 2013. Wir beide werden Silvester inmitten des kunterbunten Treibens von Kathmandu mit seinen leuchtenden Saris und rhythmisch erklingenden Hupen feiern. Wir werden die kraftvolle Energie des Hinduismus aufnehmen und in der friedlichen Stille eines buddhistischen Tempels meditieren.»

Lesen Sie den Reiseblog von Céline und Xavier auf der Internetseite von Coopération (französisch)
* Die genannten Personen arbeiten für E-Changer, eine Schweizer Organisation, die sich für die solidarische Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd einsetzt.

Mehr dazu auf der Internetseite von e-changer (französisch)

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Foto:
zVg, Grafik: Rich Weber
Veröffentlicht:
Freitag 28.12.2012, 13:57 Uhr
Text:
Joëlle Challandes

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