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Viola Tami: «Bremsen kann ich noch nicht»

Allroundtalent Viola Tami über ihre Rolle bei der SRF-Talentshow «The Voice Of Switzerland», ihre Partnerschaft mit Roman Kilchsperger und ihr Bremsversagen auf Schlittschuhen.

Coopzeitung: Welche Erinnerungen weckt das Schlittschuhlaufen auf der Zürcher Dolder Eisbahn in Ihnen?
Viola Tami: Ich bin in dieser Umgebung aufgewachsen – und es sieht hier eigentlich immer noch genau gleich aus wie damals, als meine Eltern mit mir hierherkamen. Nur das Plakat der Pirouetten drehenden Denise Biellmann habe ich in der Garderobe vermisst.

Haben Sie ihr nachgeeifert?
Nein, ich habe immer den Weg des geringsten Widerstands gewählt. Eiskunstlauf wäre mir zu anstrengend gewesen. Wobei ich diese Glitzerröckli damals natürlich auch gern angezogen hätte.

Wie oft laufen Sie?
Ich ging in diesem Winter zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder Schlittschuhlaufen, weil ich fand, dass es an der Zeit wäre, dass meine Söhne es lernen. Es war seltsam. Ich war zwar nie besonders gut, trotzdem konnte ich schnell wieder meine Runden drehen. Ich muss mich allerdings so durchschlängeln, dass ich nicht bremsen muss, denn das kann ich immer noch nicht!

Weshalb werden wir die Sängerin Viola Tami nun bei «The Voice Of Switzerland» als Moderatorin und nicht als Teilnehmerin erleben?
Ich hätte nicht mehr die Nerven, mich vor eine Jury zu stellen; das braucht wahnsinnig viel Mut und Selbstvertrauen. Als Teenager war ich viel eher eine Rampensau. Heute mache ich mir tausend Gedanken, bevor ich auf eine Bühne trete: Kriege ich das hin? Was andere wohl denken? Vielleicht hat es mit dem Alter zu tun.

Sie sind doch erst 31!
Stimmt, es gibt bei «The Voice Of Switzerland» Teilnehmer, die älter sind – und besser singen!

Können Sie Ihre Nervosität nicht mit Ihrer Routine überspielen?
Routine hilft schon, aber die Nervosität, die viele Künstler plagt, obwohl sie lange im Geschäft sind, ist ansteckend. Manche ertränken sie im Alkohol – aber das ist gar nicht mein Ding! Bei mir ist es auch nicht so schlimm: Die meisten meiner 200 Vorstellungen als Ruth in «Die kleine Niederdorfoper» waren problemlos. Als ich jedoch wusste, dass meine liebe Nachbarin in Publikum sass, hatte ich unendlich Lampenfieber!

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«Ich hätte nicht mehr die Nerven, mich vor eine Jury zu stellen.»»

Was unterscheidet «The Voice Of Switzerland» von Formaten wie «MusicStar»?
Wir zeigen in der Sendung nur Bewerber, die über eine gewisse Begabung verfügen und nennen sie deshalb «Talents». Eine Rubrik «Leider nein» gibt es nicht. Anstelle einer Jury gibt es die Coaches Marc Sway, Stefanie Heinzmann, Philipp Fankhauser und Stress, die gemeinsam mit den Teilnehmern etwas zu erreichen versuchen statt zu lästern. Sogar Künstler, die nicht übers Casting hinaus kamen, bedankten sich für die Wertschätzung, die sie erfahren haben.

Was ist Ihre Aufgabe?
Ich bin die Social-Media- und Backstage-Moderatorin, Sven Epiney ist der Moderator der Show. Da gibt es kaum Überschneidungen. Bei den Aufzeichnungen war ich allein unterwegs und produzierte mit meiner Crew, was wir für die verschiedenen Plattformen spannend fanden. Bei den Live-Sendungen sind wir mehr verbunden.

Was bedeutet es, dass das Schweizer Fernsehen Sie zurückgeholt hat?
Ich versuche mich immer voll auf das aktuelle Projekt zu konzentrieren – man weiss ja in diesem Beruf nie, was das nächste Jahr bringt. Ich habe nach «Lüthi & Blanc» und meinen Schwangerschaften immer gearbeitet – einfach auf der Bühne und für private Sender. Bei SRF stehen einem natürlich mehr Mittel und Leute zur Verfügung als bei Privaten, weshalb ich mich besser auf meinen Job konzentrieren kann.

Kommt Radio Energy daneben nicht zu kurz?
Ich bin dort im Moment nur freiberuflich tätig, um für meine übrigen Engagements genügend flexibel zu sein.

Ihr Ehemann Roman Kilchsperger moderiert dort am Morgen, Sie am Nachmittag, und nun treten Sie wie er früher in einer SRF-Castingshow auf. Sind Sie Rivalen?
Nein, um Gottes willen! Ich habe ihn nie als Konkurrenten gesehen. Ich schätze ihn als erfahrenen, ehrlichen Kritiker. Wenn er mich lobt, weiss ich, dass er es ehrlich meint, aber er kann auch sagen: «Das war nix!»

Wie bringen Sie und Roman Beruf und Familie unter einen Hut?
Jeder, der Kinder hat und arbeitet, weiss: Es braucht sehr viel Organisation! Ohne die Hilfe unserer Eltern ginge es nicht. Roman und ich ergänzen uns gut. Wir sind ein tolles Team, obwohl ich das Wort nicht so mag. Schliesslich sind wir ein Paar!

Welche Pläne haben Sie für 2013?
Bis Ende März bin ich mit «The Voice Of Switzerland» beschäftigt. Dann holen wir unsere Hochzeitsreise auf die Malediven nach, die wir verschoben hatten, weil wir immer am Arbeiten waren. Ich freue mich schon seit Monaten darauf, endlich mal zwei Wochen am Strand auszuspannen. Und im Oktober beginnen die Proben für die Wiederaufnahme von «Die kleine Niederdorfoper».

Viola Tami

Beruf: Moderatorin, Schauspielerin, Sängerin
Geburtsdatum: 10. April 1981 in Zürich
Zivilstand: verheiratet mit Radio- und TV-Moderator Roman Kilchsperger (42), zwei Söhne (7 und 4)
Wohnort: Oetwil an der Limmat
Laufbahn: ab 1996 sammelte Viola Tami als VJ der Tele Züri-Jugendsendung «Videogang» erste Moderationserfahrung, eroberte 2000 unter dem Künstlernamen Tamy mit «High On Your Love« Platz 63 der Single-Hitparade und sang mit Martin Schenkel den Titelsong «Wenn immer» von «Lüthi & Blanc», wo sie neun Jahre Lotta Waser spielte. Seit 2004 moderiert Tami bei Radio Energy sowie TV-Sendungen bei Privatsendern. 2009/10 sang sie in «Die kleine Niederdorfoper».
Aktuell: Moderatorin der Talent-Show «The Voice Of Switzerland» (ab 26. Januar jeweils Samstag, 20.10 Uhr, auf SRF1).

Welches Buch liegt grad auf Ihrem Nachttisch?
Ich habe keinen Nachttisch.

Welches ist Ihr Lieblings-Romanheld?
Goldmund aus „Narziss und Goldmund“

Und welche Vorbilder haben Sie in der Wirklichkeit?
Ich kuck mir von vielen Menschen etwas ab.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
Der letzte, der mich berührt hat, war „Les Intouchables“ – „Ziemlich bester Freunde“.

Und welchen Film würden Sie gerne wieder einmal sehen?
„Die unendliche Geschichte“

Ihr Lieblings-Filmheld?
Ein Langstrumpf-Peter-Pan-Cinderella-Mix.

Was für Musik hören Sie gerade?
Die grössten Hits der Rapgöttin Missy Elliot.

Welche CD würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?
Wer hört denn heute noch CDs?

Mit welchem Musiker würden Sie gerne einmal einen trinken?
Mir fehlt das Groupie-Gen. Wenn einer will, soll er anrufen.

Was kochen Sie selbst?
Am liebsten werde ich bekocht.

Ihre Lieblingsspeise?
Sushi, Konfi-Brötli, Schoggi-Häsli... die Liste ist lang.

Ihr Lieblingsgetränk?
Blutorangen-Sirup

Mit wem essen Sie am liebsten?
Mit meiner Familie.

Und wo essen Sie am liebsten?
Zur Zeit in der Schützengasse in Zürich.

Mac oder PC?
Mac

Auto oder Zug?
Auto

Wein oder Bier?
Früher Bier

Pasta oder Fondue?
Je nach Jahreszeit

Joggen oder Walken?
Joggen

Berge oder Meer?
Meer

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Ich passe.

Wie bringt man Sie zum Lachen?
Da fragen sie am besten meine Kinder.

Welches Tier wären Sie am liebsten?
Ein Puma oder so – einfach eines mit schnellen Beinen.

Wovon träumen Sie?
Das möchten Sie nicht wissen.

Was ist für Sie das grösste Glück?
Meine Liebsten

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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Christoph Kaminski
Veröffentlicht:
Montag 21.01.2013, 13:08 Uhr

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