«Ich will raus!» Hunde, die verliebt sind, können ziemlich anstrengend sein.

Turbulente Hundeliebe

Wenn Hunde verliebt sind, kann das zu viel Aufregung führen. Die Rüden jaulen vor dem Haus ihrer Angebeteten, die Hündinnen entwischen und streunen. Auch Schäferhund Rex hat damit ein Problem.

Ein Hundeweibchen streunte scheinbar ziellos ohne Herrchen durch das Dorf. Es schnüffelte und lungerte herum, doch in Wirklichkeit beobachtete es ein bestimmtes Haus ganz genau. Darin wohnte ein Schäferrüde. Dieser tigerte seinerseits den ganzen Tag in der Wohnung herum und winselte immer wieder. Sein Besitzer meinte zuerst, er sei krank und brachte ihn in die Praxis.

«Mein Hund frisst kaum mehr. Zudem tigert Rex den ganzen Tag in der Wohnung umher. Ich dachte jeweils, er müsse dringend raus. Doch kaum ist er draussen, zieht er mich zum Nachbarn hinüber und will nicht zu seinen üblichen Pinkelorten.» Ich untersuchte Rex genau. Ihm fehlte nichts. «Ihr Schäferhund ist kerngesund, aber wohl verliebt. Hündinnen werden zweimal im Jahr läufig. Ihr Duft verbreitet sich über weite Strecken. Verliebte Rüden produzieren selber Düfte, die wiederum anderen Rüden mitteilen, dass eine läufige Hündin im Quartier ist. So verbreitet sich diese Nachricht in Windeseile durch ein ganzes Dorf.»

Die Hündin hatte tatsächlich inzwischen einen anderen verliebten Rüden gefunden. Der kleine, weisse Hund musste eine grosse Strasse überqueren, um vor dem Haus seiner Angebeteten Wache zu halten. Sein Besitzer holte ihn jeweils zurück. Doch am nächsten Tag sass der Kleine wieder vor der Haustüre der Hündin … Rex hingegen wurde immer nervöser. Er lief die ganze Nacht in der Wohnung herum und jaulte. Sein Herrchen konnte kaum mehr schlafen und überlegte sich, ihn kastrieren zu lassen. Aber eigentlich wollte er es auch wieder nicht. Ich schlug ihm ein kleines Implantat vor, das seinen Hund für rund sechs Monate wie kastriert erscheinen liess. «So können Sie mit Rex einen Probelauf machen und in aller Ruhe entscheiden».

Gesagt, getan. Rex ging nach der Spritze brav mit nach Hause, doch das Mittel würde erst nach mehreren Wochen wirken. Der Besitzer musste noch ein bisschen Geduld haben. Genau nach sechs Monaten kam ein Telefon. «Rex braucht wieder seine Spritze. Er ist ruhig und arbeitet unbeeindruckt von läufigen Nachbarsweibchen! So gefällt er mir! Und dass ich ihn nicht unwiederbringlich kastrieren muss, gefällt mir auch.»

(Coopzeitung Nr. 07/2013)

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy
Veröffentlicht:
Montag 11.02.2013, 19:02 Uhr

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