Scarlett Victoria: «Ich singe immer und überall»

Die Elfjährige stand beim Musical «Evita» in Zürich ganz alleine auf der Bühne und sang ein Solo. Ein abgehobener Kinderstar ist das sympathische, begabte Mädchen aber nicht geworden.

Coopzeitung: Vor knapp einem Jahr haben wir dich in der Coopzeitung vorgestellt, weil du für eine Rolle im Musical «Evita» ausgewählt wurdest. Wie wars?

Scarlett Victoria: Cool! Ich weiss gar nicht mehr genau, wie oft ich aufgetreten bin. Ich stand nämlich in einigen Aufführungen zusätzlich als Statistin auf der Bühne. Meine Mutter sowie meine Schwestern Ellen und Lily waren auch oft dabei.

Hattest du keine Angst, vor so einem grossen Publikum aufzutreten?
Wenn ich meinen Solo-Auftritt hatte und alleine singen musste, schon ein wenig. Ich sah zwar nur die Leute in der ersten Reihe, aber ich wusste, dahinter sitzen noch viel mehr.

Du bist in dem Moment ganz allein auf der riesigen Bühne gestanden!
Ja. Zuerst war mir das gar nicht klar. Ich dachte, die Frau, die meine Mutter spielt, bleibt hinter mir stehen. Doch irgendwann merkte ich: Sie ist weg! Das hat mich dann schon ein wenig erschreckt.

Was hat dich bei diesen Auftritten am meisten beeindruckt?
Der Dirigent! Ich wusste, ich muss auf ihn schauen und darf nicht aus dem Takt geraten. Alles in allem hat mir das Ganze wirklich Spass gemacht. Die Leute waren alle sehr nett zu mir. Es hatte noch etwa 15 andere Kinder, die mitgewirkt haben – als Statisten – und ich habe viele Freunde gefunden. Wir mussten ja jeweils etwa eine bis zwei Stunden vor dem Auftritt da sein. Wenn wir angekleidet und zurechtgemacht waren, konnten wir spielen. Unter der Bühne konnten wir auch TV schauen und herumtollen. Wenn wir jedoch oben hinter dem Vorhang waren, mussten wir leise sein. Wir machten dann zum Beispiel das Telefonspiel, bei dem man nur flüstert.

Waren deine beiden Schwestern neidisch, dass du eine Rolle im Muscial hattest?
Hmm … nein, Lily und Ellen waren stolz auf mich. Ellen hat einmal sogar geweint, weil sie gerührt war. Sie kann sehr gut singen und bringt mir und unserer 9-jährigen Schwester Lily alles bei. Sie hat zum Beispiel ein dreistimmiges bulgarisches Volkslied, das sie in der Schule gelernt hat, mit uns eingeübt. Wir singen immer zu Hause, auch wenn wir Gäste haben.

Bist du eigentlich schon früher öffentlich aufgetreten?
Kaum. Ich habe bei Schulaufführungen gesungen und auch bei Luzia-Feiern. Meine Mutter ist ja aus Schweden. Mit einem Freund aus Schweden hatte ich auch mal die Idee, eine Band zu gründen, aber das ist im Moment noch ein Traum.

Du hast eine wunderschöne, klare Stimme. Singst du schon lange?
Meine Mutter sagt, dass ich schon als vier Monate altes Baby gesungen habe. Es gab Kinder, die sagten: «Mit der wollen wir nicht zusammen sein. Die singt ja immer!» (lacht) Ich habe an der Musikschule Dübendorf den Kurs «Singen wie ein Musicstar» besucht. Aber sonst nehme ich keine Gesangsstunden. Allerdings nehme ich seit etwa vier Jahren Klavierstunden. Ich fand es immer so cool, wenn meine Mutter am Flügel spielte, und ich wollte das auch.

Was singst du denn am liebsten?
Alles. Aber am liebsten habe ich moderne Musik, zum Beispiel Popsongs. Mein Lieblingslied ist «Halo» von Beyoncé. Sie ist mein Vorbild!

Hast du noch andere Hobbys, was machst du gerne?
Fast alles! Leichtathletik, Klettern, Schwimmen, Skifahren, jetzt will ich dann Snowboarden lernen ...

Vor deinem Fenster weiden Pferde. Reitest du auch?
Das habe ich früher gemacht. Seit ich runtergefallen bin, fürchte ich mich zu sehr. Aber ich sammle kleine Pferdefiguren. Mein Götti, der als Pilot arbeitet, bringt sie mir von überall auf der Welt mit.

Hast du ein Haustier?
Ich habe mir mal einen Hamster gewünscht. Aber wir sind so viel auf Reisen, das geht nicht.

Liest du auch gerne?
Ich lese viel. Vor allem «Harry Potter» liebe ich. Ich habe alle Bücher in Englisch gelesen und auch die Filme gesehen. Hermine gefällt mir am besten, sie ist so gut in Magie und smart.

Deine Eltern stammen aus verschiedenen Ländern. Du hast bis vor drei Jahren in Barcelona gelebt. Welche Sprache magst du am liebsten?
Schwedisch, so rede ich mit meiner Mutter. Und Englisch, das spricht mein Vater, der Argentinier ist, aber in den USA aufgewachsen ist.

Wo möchtest du als Erwachsene gerne leben?
In London, New York oder Paris. Ich würde gerne Mode designen und dafür wäre das ideal.

Eine Fee erfüllt dir drei Wünsche. Was wählst du?
Ein langes und glückliches Leben für mich und meine Familie. Ich möchte in vielen Musicals mitspielen, sehr viel reisen und verschiedene Orte erleben.

Mitra Devi

Geboren: im Jahr 2000, in Gockhausen ZH

Eltern: Lena aus Schweden, Marcelo aus Argentinien

Geschwister: Ellen (15) und Lily (9)

Aufgewachsen: in Gockhausen, 2004–2008 in Barcelona (E), seit drei Jahren wieder in Gockhausen

Schulen: bis vor gut einem Jahr International School, jetzt 5. Klasse in Gockhausen

Lieblingsfächer: Sport und Handarbeiten

Öffentliche Auftritte: In kleinerem Rahmen bei Schulmusicals etc., Kinderrolle und Solo «Santa Evita» beim Muscial «Evita», das im Winter 2010 im Theater 11 in Zürich aufgeführt wurde. Dafür wurde Scarlett bei einem Casting ausgewählt, über das wir in der Coopzeitung Nr. 44/2010 und Nr. 46/2010 berichtet

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Anna Bähler

ehemalige Redaktorin

Foto:
Christian Lanz
Veröffentlicht:
Freitag 23.09.2011, 09:49 Uhr

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