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Filmkritik: No

«No» ist ein intelligenter und unterhaltsamer Film über das Ende der Pinochet-Diktaktur in Chile.

 

Chile 1988, aufgrund von grossem internationalem Druck stimmt Diktator Pinochet zu, durch eine offizielle Wahl (Si- oder No-Referendum) seine Präsidentschaft legitimieren zu lassen. Der Opposition wird während des Wahlkampfes täglich, oder besser gesagt nächtlich, 15 Minuten Fernseh-Sendezeit zugesprochen. Ein Wunder, wenn man bedenkt dass die Regierung dazumal alle Medien kontrollierte.

Obwohl niemand in der Opposition an einen Sieg glaubt, einigt sie sich, um eine gemeinsam Kampagne für ein «No» auf die Beine zu stellen. Die Fernsehzeit soll dazu genutzt werden, Pinochets Greueltaten an die Öffentlichkeit zu bringen. Als Berater für Ihre Kampagne wollen sie René Saavedra gewinnen. Saavedra ist als Werber bekannt, der in den USA gelernt hat, wo er wegen den Aktionen seines Vaters im Exil lebte. Zurück in Chile arbeitet er Regime-konform für eine der grössten Werbeagenturen. Diese steht der Regierung nahe. Saavedra lässt sich trotz der Gefahr darauf ein, die Opposition zu beraten. Und wirft deren ganzes Kampagnen-Konzept über den Haufen. Er schlägt vor, gängige Werbestilmittel für die Kampagne zu verwenden, also lachende und tanzende Menschen zu zeigen, eine cooles Nein-Logo zu entwickeln und das ganze mit einem griffigen Jingle musikalisch zu untermalen.

Trotz anfänglicher Skepsis akzeptiert die Opposition Saavedras Vorschlag. Vom anfänglichen Berater, wird er nun zu einer der Hauptpersonen. Dass dies nicht vorteilhaft in einem diktatorischen Staat ist, bekommt er bald zu spüren: Zuerst sind die Drohungen gegen ihn noch subtil. Je erfolgreicher die Nein-Kampagne wird, desto deutlicher werden auch die Drohungen. Doch ein Zurück gibt es nicht mehr. Und dann ist der grosse Wahltag da …

Das Fazit

Im Vordergrund des Films steht ganz klar die Frage, in wie weit politische Werbung wie klassische Werbung daher kommen darf. Sollen wirklich die politischen Ideale gewinnen, die am besten verkauft werden? Subtiler werden aber noch andere Aspekte aufgezeigt. Anhand der verschiedenen Charaktere im Film wird gezeigt, wie die Leute innerhalb der Dikatatur gelebt und überlebt haben. Welche Strategien sie sich zurecht gelegt haben, um das System zu bekämpfen oder unsichtbar zu bleiben.

Das Dahinter

«No» ist nach «Tony Manero» und «Post Mortem» der letzte Film in der Triologie von Regisseur Pablo Larrain zur Pinochet-Diktatur. Gedreht wurde der Film mit Kameras aus den 80-er Jahren. Damit schafft es Larraín nicht nur die richtige Stimmung entstehen zu lassen sondern es erlaubte ihm auch historische Fernseh-Aufnahmen und die originalen Spots aus dieser Zeit einzubauen, ohne dass es dem Publikum auffällt. Ebenfalls einen Auftritt haben José Manuel Salcedo und Enrique García, zwei Hauptpersonen der «No»-Kampagne und Vorbilder für den Filmcharakter René Saavedra.

 

Kinostart

21.03.2013

Regie

Pablo Larraín

 

Drehbuch

Pedro Peirano (basierend auf dem Theaterstück «The Referendum» von Antonio Skarmeta)

 

Produzenten

Juan de Dios Larraín

Daniel Dreifuss

 

Kamera

Sergio Armstrong

 

Cast

Rene Saavedra Gael Garcia Bernal

Lucho Guzman  Alfredo Castro

Veronica CaravajalAntonia Zegers

Urrutia Luis Gnecco

Costa  Marcial Tagle

Arancibia Nestor Cantillana

Minister Jaime Vadell

Simon Pascal Montero

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Michaela Schlegel

Redaktorin

Veröffentlicht:
Freitag 01.03.2013, 18:04 Uhr

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