Nach dem Tod von Büsi oder Hundi: Das sollten Sie wissen!

Wenn man als Tierhalter nicht etwas anderes vorsieht, ist man verpflichtet, seinen verstorbenen Vierbeiner „ordnungsgemäß zu beseitigen“. Was genau bedeutet das und welche würdigen Alternativen gibt es für Herrchen und Frauchen, die auch nach dem Tod ihres treuen Begleiters für ihn Sorge tragen wollen? Hier finden sie die wichtigsten Vorschriften, die zu beachten sind, hilfreich Tipps und Adressen.

Endstation Zementwerk

Wenn man als Tierhalter nicht etwas anderes vorsieht, ist man verpflichtet, seinen verstorbenen Vierbeiner „ordnungsgemäss zu beseitigen und ihn an die im örtlichen Gemeindereglement vorgeschriebene Kadaver-Sammelstelle zu liefern“, heisst es im juristischen Ratgeber „Transparent - Tier im Recht“ der gleichnamigen Stiftung in Zürich. Dem Gesetz nach werden alle gestorbenen, tot geborenen oder nicht zur Fleischgewinnung getöteten Tiere als „tierischer Abfall“ bezeichnet. Dessen Beseitigung regelt die „Verordnung über die Entsorgung von tierischen Nebenprodukten“ (VTNP). Gemäss der VTNP sind Tierkörper grundsätzlich durch Verbrennung zu entsorgen. Stirbt das Büsi oder Hundi beim Tierarzt, kümmert der sich in der Regel um den Transport in die Sammelstelle. Die Abgabe bei der Sammelstelle ist kostenfrei. Der Transport vom Zuhause oder vom Tierarzt wird vielerorts auch von einem sogenannten Abdecker oder Wasenmeister übernommen. Bei der Gemeindeverwaltung gibt es entsprechende Informationen.

„Entsorgung“ als Abfall

Von der Sammelstelle der Gemeinde aus werden tote Tiere zusammen mit anderen tierischen Abfällen, insbesondere Fleischabfällen und Schlachtnebenprodukten zu einer regionalen Kadaver-Sammelstelle gebracht. Dann werden sie in eine der beiden Tierkörpersterilisationsanlagen nach Lyss (BE) oder Bazenheid (SG) gebracht, wo sie zerhakt, augekocht und letztlich zu Tiermehl verarbeitet werden. Wegen seines hohen Heizwerts wird es meist als Brennstoff in der Zementherstellung verwendet. Wichtig: Es wird also nicht der Tierkörper, wie oftmals angenommen, sondern erst das Endprodukt der Kadaver-Verwertung verbrannt.

Würdige Alternative: Erd- oder Urnen-Bestattung

Kaum zu glauben: Nach Angaben der Stiftung für das Tier im Recht landen rund 80 Prozent der Heimtiere in der hier beschriebenen Kadaver-Verwertung und werden quasi wie Abfall entsorgt. Nur verständlich, dass sich viele Halter einen würdigeren Abschied für ihr Büsi oder Hundi wünschen. Hier gibt es die Möglichkeit, sein verstorbenes Tier entweder auf einem Tierfriedhof (→ siehe Artikel „Auf vier Pfoten in den Himmel“) zu bestatten oder kremieren zu lassen, um die Asche anschliessend beizusetzen oder in einer Urne aufzubewahren. Es steht einem Tierhalter frei, die Asche selbst aufzubewahren -  beispielsweise am Lieblingsort des Tieres zu verstreuen oder in einer Urne im eigenen Garten zu vergraben. Besitzer eines eigenen Gartens können übrigens ihr Tier, wenn es bis zu zehn Kilogramm schwer ist, auf privatem Grund begraben. Als sicherer Schutz vor dem Ausgraben anderer Tiere sorgen eine massive Holzkiste und eine Bestattung in einer Tiefe von mindestens einem Meter Tiefe.

Büsi oder Hundi auf dem letzten Weg begleiten

Wer sein Büsi oder Hundi einäschern möchte, kann damit kein normales Krematorium beauftragen. Es gibt aber spezielle Kleintierkrematorien. Dort werden normalerweise mehrere Tiere zusammen verbrannt. Wer seinen Vierbeiner allein einäschern und danach in einer Urne aufbewahren möchte, sollte sich für eine Einzelkremation entscheiden. Auf dem letzten Weg ins Tierkrematorium kann man sein Tier auch begleiten. In diesem Fall kann man die Asche seines Tieres in einem Stoffsäcklein, einer Schachtel oder einer Urne mitnehmen oder sich per Post zuschicken lassen. In der Schweiz ist es weder gesetzlich geregelt noch verboten, die Asche seines Tieres zuhause aufzubewahren.

Weitere Alternative: Herr und Hund im Tode vereint

In einzelnen Gemeinden ist es sogar erlaubt, dass die Asche des Heimtieres im Familiengrab beigesetzt wird – allerdings ohne Hinweis und Inschrift. Herrchen und Frauchen, die sich für eine Naturbestattung in einem der über 60 Friedwälder in der Schweiz entschieden haben, können an ihrem ausgesuchten Baum auch die Asche ihres Hundes oder ihrer Katze beisetzen. Durch einen Grundbucheintrag werden die Bäume für bis zu 99 Jahre für die Familie geschützt.

(Quelle: Stiftung Tier im Recht)

Der erste und grösste Tierfriedhof der Schweiz:
Tierfriedhof am Wisenberg
Bitzenweg
4448 Läufelfingen/BL
Postadresse:
Brunngasse 8
4463 Buus/BL
Telefon 061 841 13 13
Fax 061 841 02 11
info@tier-friedhof.ch
www.tier-friedhof.ch

Tierfriedwald:
Erika und Beat Herzog-Sanvittore
Welfensberg
9515 Hosenruck
Telefon 071 944 42 00
Fax 071 944 28 65
info@tierfriedwald.ch
www.tierfriedwald.ch

Friedwald Hauptbüro Schweiz:
(mit Übersicht über die Schweizer Friedwälder)
Sekretariat Friedwald GmbH
Seestrasse 1
8265 Mammern
Telefon 052 741 42 12
www.friedwald.ch

Tier-Krematorien in der Schweiz:

Tierkrematorium Derrer GmbH
Fraubüechliweg 524
8309 Nürensdorf
Telefon 044 836 59 58
Natel 079 209 52 48
www.tierkrematorium-derrer.ch

Tierkrematorium Seon AG
Birren 23
5703 Seon AG
Telefon 062 775 05 52
Fax 062 775 05 53
tierkrematorium@smartweb.ch
www.tierkremation.ch

Tierkrematorium Kirchberg
Industrie Neuhof 33
3422 Kirchberg
Telefon 034 446 05 00
Fax 034 446 05 01
office@kleintierkrematorium.ch
www.kleintierkrematorium.ch

Kleintier-Krematorium Cham/ Schafisheim
Alte Seonerstrasse 26
5503 Schafisheim
Telefon 079 647 77 59
Fax 062 891 98 73
info@tierkrematorium-schweiz.ch
www.tierkrematorium-schweiz.ch

Kleintier-Krematorium
Grellingerstrasse 72
4202 Duggingen
Telefon 061 741 20 21
Fax 061 741 20 29
kremadug@bluewin.ch
www.kleintier-krematorium.ch

Cremadoc
2205 Montmollin NE
Tel. 032 731 20 30
www.cremadog.com

(Quellen: Stiftung Tier im Recht)

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Susanne Reininger

Tierexpertin

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Dienstag 12.03.2013, 17:40 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:




Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?