Bananen: Tanz der Bananen

Ist die Banane Kult? Josephine Baker war eine der ersten Künstlerinnen, die kokett die krumme Frucht nutzte und der Banane zu ihrem ersten frechen Prestige verhalf.

Jetzt muss es ein Bananensplit sein: Banane halbieren, mit Zitronensaft beträufeln und umgedreht wieder in die Schale legen. Mit Vanilleglace, flüssiger Schokolade und Mandelsplittern veredeln. Supergut: und hat überhaupt keine Kalorien …

Jetzt muss es ein Bananensplit sein: Banane halbieren, mit Zitronensaft beträufeln und umgedreht wieder in die Schale legen. Mit Vanilleglace, flüssiger Schokolade und Mandelsplittern veredeln. Supergut: und hat überhaupt keine Kalorien …
Jetzt muss es ein Bananensplit sein: Banane halbieren, mit Zitronensaft beträufeln und umgedreht wieder in die Schale legen. Mit Vanilleglace, flüssiger Schokolade und Mandelsplittern veredeln. Supergut: und hat überhaupt keine Kalorien …

Bananen sind Futter für Affen und Primitive. Afrika, Urwald, hüpfendes Phallussymbol. Bananen machen wild. Als die dunkelhäutige Josephine Baker in den 1920er-Jahren in Paris nur mit einem Bananenröckchen bekleidet auf die Bühne trat, traute die Masse ihren Augen nicht. Es schien, als mache Baker aus den Vorurteilen der westeuropäischen Welt einen Freudentanz. Ohne Vorwurf und Moralin. Baker befreite Bananen, erleichterte den Rassismus der 20er-Jahre um schwerwiegenden Ballast, verschaffte dem Jazz und Tanz, der Sinnlichkeit und Freizügigkeit völlig neue Stilmittel. Die Zuschauer hatten es tief im Unterbewussten schon immer geahnt: Einem so ungehemmten Sog kann man sich unmöglich entziehen. Von weit her reisten sie an, um sich von der afroamerikanischen Tochter einer Waschfrau und eines jüdischen Schlagzeugers, den heissen Tönen des Jazzsaxofons, quirligem Charleston und von einem atemberaubenden Popogewirbel mitreissen zu lassen.

Hatte es die Banane dank Josephine Baker geschafft, ihren Ruf der Kulturlosigkeit loszuwerden? Zum Teil. Sie galt zu Bakers Zeit in Europa noch als Exotin, doch war sie europäischen Haushalten schon seit Anfang 1900 als süsses, nahrhaftes und praktisches Früchtchen durchaus ein Begriff. Um 1900 wurden Bananen zum ersten Mal auf den legendären Obst-Auktionen im Hamburger Hafen angeboten, von dort traten sie mit Kühllastwagen (sic!) ihren Siegeszug durch Europa an. Europäern mag dieser Zeitpunkt früh erscheinen. Doch für eine Banane ist das gar nichts. In ihren Ursprungsländern in Südostasien ist sie schon seit über 8000 Jahren bekannt.

Der Schritt hin zum «Kultobjekt Banane» steht in vielen Kreisen noch aus. Immer noch schimpft man Staaten, die man mit dem Etikett der Rückständigkeit versehen will, als «Bananenrepubliken». Während Westdeutschland beim Fall des eisernen Vorhangs Ostdeutschland mit den Rufen «Bananen für alle!» lockte. Historische Quantensprünge in Richtung Kultobjekt vollzog die Banane, als Andy Warhol sie 1966 auf dem legendären Cover des Albums Velvet Underground & Nico verewigte. Nun war die Banane plötzlich Kunst. Wenigstens der Kunstelite war das klar. Und wer noch immer nicht begriffen hatte, dass es nicht nur um Nährwerte und Affen ging, bekam mit dem Kölner Bananensprayer Thomas Baumgärtel noch mal eine ganz grosse Chance. Innert kurzer Zeit war keine Kunstgalerie mehr wirklich angesagt, die nicht irgendwo eine seiner berühmten Bananen an Mauer oder Eingang aufgesprüht hatte. «Die Banane als mittlerweile weltweites Gesamtkunstwerk», schrieb das Museum Ludwig 1996 über das «Bananenwerk» Baumgärtels. Aus unserer Sicht hat es die Banane geschafft: Sie ist Kult.

Mehr als ein Snack

Bananen machen nicht dick

Die unterschiedlichen Wachstumsphasen sind es, die die Banane krumm machen. Zur Aufzucht werden Sprösslinge der alten Bananen-Pflanze verwendet. Vom Entstehen der Blüte bis zur Ernte braucht sie drei Monate und konstante 27 Grad. Danach verschifft der Züchter die grün geernteten Früchte. Nun beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn der Reifungsprozess setzt mit dem Abschneiden von der Staude ein. Die Banane enthält zirka 97 Kalorien pro 100 Gramm und sie gehört damit zu den kalorienreichsten Früchten. Trotzdem wird sie von Experten als gesunder Snack, gerade auch zum Sport, empfohlen, weil sie leicht im Magen liegt.

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Foto:
Ferdinando Godenzi
Styling:
Marianne Ettlin
Veröffentlicht:
Sonntag 24.07.2011, 17:59 Uhr

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