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Filmkritik: Dead Man Down

Trotz europäischer Beteiligung leider ein typisch US-amerikanischer Action-Thriller.

 

Gangsterboss Alphonse erhält seit drei Monaten Morddrohungen – eigentlich nichts  ungewöhnliches für einen Mafiaboss. Doch der Fakt, dass die «Kuriere» dieser Briefe die toten Körper von ihm nahe stehenden Gangmitgliedern sind, lässt ihn doch nervös werden. Er will unbedingt die Person/en hinter den Drohungen finden. Unterstützt wird er dabei von seiner restlichen Gang. Einer davon ist Victor, ein verschwiegener, aber zuverlässige Ungar. Victor wohnt alleine in einem Apartment in einem Block in der Vorstadt. Mit seiner Nachbarin, die im Block nebenan wohnt verbindet ihn eine Voyeuristische Beziehung – manchmal winken sie sich auch zu.

Eines Tages findet Victor in seinem Briefkasten eine Nachricht eben dieser Nachbarin, die ihn um ein Treffen bittet. Victor lässt sich darauf ein und lernt sie wirklich kennen. Sie heisst Beatrice und lebt zusammen mit ihrer Mutter. Das Leben der beiden dreht sich um die Schönheit, nicht verwunderlich: Beatrice ist Kosmetikerin oder besser gesagt war. Seit einem Autounfall trägt sie auf der einen Geschichtshälfte Narben, die ihr das Leben erschweren. Weshalb sie momentan auch nicht arbeiten kann oder will.

Das Date nimmt eine jähe Wendung als Beatrice Victor unter dem Vorwand noch irgendwo hinzufahren vor ein Haus lotst. Das Haus gehört dem Mann, der für den Autounfall verantwortlich ist, durch den Beatrice entstellt wurde. Und sie hat Victor hierhergebracht um ihn darum zu bitten, diesen Mann für sie zu töten. Warum gerade Victor das machen soll? Beatrice hat ihn dabei beobachtet, wie er jemanden in seiner Wohnung ermordet – und dies gefilmt. Statt zur Polizei zu gehen, hat sie beschlossen, Victor zu ihrem Racheengel zu machen. Obwohl er sich zuerst sträubt, bleibt Victor nichts anderes übrig, als darauf einzugehen. Was Beatrice zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, ist, dass auch Victor auf einem Rachefeldzug ist. Den Victor war einmal Laszlo – ein Familienvater und Ingenieur der zusehen musste wie seine Familie getötet wurde.

Durch ihr gemeinsames «Projekt» kommen sich Beatrice und Victor immer näher und schon bald findet sie die Wahrheit über ihn heraus. Die Frage die sich nun stellt ist, ob es die beiden schaffen, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen, bevor ihre Rachehandlungen eine gemeinsame Zukunft verunmöglichen.

Das Fazit

«Dead Man Down» ist leider ein typischer US-amerikanischer Action-Thriller, mit einem Helden, klar identifizierbaren Bösewichten, einer Liebesbeziehung, vielen Stunts, vielen Toten und einer vorhersehbaren moralischen Botschaft. Schade, dabei hätte man von Regisseur Niels Arden Oplev etwas anderes erwartet, hat der Däne doch mit seiner Orriginal-Verfilmung von «Stieg Larsson – Verblendung» (2009) Kritiker und Publikum überzeugt. In seinem Hollywood-Debüt scheint er jedoch alle Klischees des klassischen Amerikanischen Action-Thriller-Genres zu bedienen und lässt dabei die Kritik an diesen Mustern völlig vermissen. Vielleicht fehlte ihm einfach der Mut dazu, diese aufzubrechen und einen Film zu machen, der nicht den Mainstream bedient. Als Kinogänger würde man sich aber mutigere Filme wünschen, deren Macher genauso mutig sind wie ihre Filmhelden. Dann wäre Beatrice nämlich wirklich entstellt und nicht nur eine hübsche Frau mit feinen roten Narben, die jede reale Frau einfach überschminken würde. Dann könnte man es als Zuschauer auch verstehen, dass sie den Tode dieses Mannes wünscht.

Wenn der Regisseur mehr Mut hätte, dann würden er vielleicht auch die Gegenspieler des Helden menschlicher und facettenreicher darstellen. Damit es dem Helden moralisch gesehen nicht so leicht fällt, all diese Männer zu töten.

Zugegeben, nur einfach ist das Leben für unseren Heldencharakter Victor nicht. Auch er muss eine wichtige Lektion lernen in diesem Film: Rache lohnt sich nicht. Diese Lektion beisst sich aber mit der Anforderung, dass in solchen Hollywood-Action-Thrillern alle Bösen sterben müssen. Was macht man da? Natürlich, man lässt dem Helden keine andere Chance als zu töten – Notwehr sozusagen. In «Dead Man Down» heisst das, dass  Beatrice von den Bösen entführt wird und Victor alle töten muss, um sie zu befreien. Dabei kommen ihm die Oberbösen dankbarerweise noch zu Hilfe und töten sich gleich gegenseitig.

Wirklich schade, dass Regisseur Oplev und Co. nicht mehr Mut hatten, diese Muster aufzubrechen – es hätte ein guter Film werden können.

 

Kinosstart:

04. April 2013

 

Regie

NIELS ARDEN OPLEV

 

Drehbuch

J.H. WYMAN

 

Produktion

NEAL MORITZ
STUART FORD
DEEPAK NAYAR (Ausführende Produktion)

 

Kamera

PAUL CAMERON

 

Cast

Victor          COLIN FARRELL
Beatrice       NOOMI RAPACE
Alphanse     TERRENCE HOWARD
Darcy          DOMINIC COOPER
Valentine     ISABELLE HUPPERT
Lon Gordon  ARMAND ASSANTE
Gregor         F. MURRAY ABRAHAM

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Michaela Schlegel

Redaktorin

Veröffentlicht:
Freitag 22.03.2013, 17:50 Uhr

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