Nicht alle Katzen sind Einzelgänger. Geschwister verstehen sich meistens gut.

Unfall mit gutem Ausgang

Ruga ist neu bei einem Paar eingezogen. Doch der grosse Rüde hält Abstand zu seinen neuen Besitzern. Bis er eines Tages beim Spielen einen Unfall hat.

Der neue Hund gab sich ruppig. Er war gross und schwarz und hatte ein Zottelfell. Sein Leben hatte unglücklich begonnen: Er war bereits als Welpe ins Tierheim gekommen. Seine Vergangenheit machte ihn etwas misstrauisch und er schien seine neuen Besitzer nur als «Futtermenschen» wahrzunehmen. Trotz ihrer Versuche ihn etwas aufzulockern, kamen sie nicht über diesen Status hinaus.

Nach einiger Zeit versuchten sie ihren ersten grossen Spaziergang ohne Leine. Der Park war gross und andere Hunde spielten bereits auf der Wiese. Ruga genoss seine neue Freiheit. Er sprang mit den anderen Hunden umher und sauste in grossen Bögen um seine neuen Besitzer herum. Dann preschte er in ein Gebüsch und es passierte: Eine kleine Anzeigetafel stand vor dem Gebüsch. Ruga musste versucht haben, über diese Tafel zu springen, doch es hatte nicht gereicht. Er riss sich die Schenkelinnenseite auf. Hinkend und blutend suchte er seine neuen Besitzer. Diese packten ihn ins Auto und fuhren umgehend in die Praxis.

Nachdem die Wunde vernäht war, litt Ruga noch lange. Seine Beine schmerzten und die Wunde brannte. Die Besitzerin musste ihren Alltag umstellen: Ruga erhielt ein neues Bettchen in der Stube. Er musste täglich eine Wundreinigung über sich ergehen lassen, was er gar nicht mochte, und wurde rund um die Uhr versorgt. Langsam gewöhnte er sich an die Nähe zu seinen Besitzern, die Schmerzen liessen nach. Ruga fand sich damit ab, gepflegt zu werden. Seine ruppige, abweisende Art legte er mit der Zeit ab. Hie und da bemerkten die Besitzer beim Spazieren sogar einen Blick rückwärts zu ihnen. Auch machten das tägliche Pfotenputzen und die Narbenkontrolle keine Probleme mehr. «Ruga hat sich bei uns richtig gut eingelebt», erzählte mir die Besitzerin schliesslich. «Ich habe nicht gedacht, dass ein Unfall uns so zusammenschweissen könnte. Jetzt müssen wir nur noch an kleineren Feinheiten arbeiten, dann ist Ruga für uns perfekt.».

(Coopzeitung Nr. 14/2013)

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy
Veröffentlicht:
Montag 01.04.2013, 01:02 Uhr

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