Ein steifer Nacken tut auch einem Hund weh und behindert ihn.

Louis hats im Nacken

Nicht nur Menschen, auch Tiere können die Halskehre haben. Dann tut der Nacken weh und man bewegt sich etwas krumm. Auch der Hund Louis hält deshalb seinen Kopf schief.

Der Hund kam mit einem gekrümmten Rücken in die Praxis. Er konnte auch nicht nach rechts schauen. Den Kopf hatte er nach links gebogen und er lief entsprechend vorsichtig umher. «Er zieht immer so fest an der Leine», erzählte die Besitzerin. «Typisch Louis. Dann haben wir eine Ziehhilfe ausprobiert. Immer, wenn er an der Leine riss, zog es seinen Kopf zu uns herum. Doch nach einem Spaziergang zog er trotz dieser Hilfe, und jetzt hat er Nackenschmerzen!»

Ich palpierte ihm vorsichtig den Nacken. Seine Muskeln waren hart und jegliches Biegen quittierte er mit einem Jaulen. Ich verordnete dem verspannten Hund etwas Schmerzmittel und warme Wickel auf den Nacken. Auch musste er die nächsten Tage, nur mit Brustgeschirr, mal links und mal rechts geführt werden. Nach wenigen Tagen war er wieder bei mir. «Es ist nicht besser geworden», meinte eine nun besorgte Besitzerin. «Er zieht immer noch wie ein Büffel an der Leine, doch diesmal mit seinem zur Seite verdrehten Kopf.» Louis drehte den Kopf unnatürlich auf die Seite, um mich anzuschauen. Er konnte den Kopf nicht nach rechts drehen. Lief ich um ihn herum, konnte er mir mit dem Blick nicht folgen. Wärme und Schmerzmittel halfen nicht. Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten? Ich überlegte.

«Ein Röntgenbild oder ein CT würde Aufschluss geben, doch heilen würde ihn dies nicht.» Damals war ich in meiner Ausbildung zum Tierchiropraktor. «Ich bin zwar in Ausbildung, doch dürfte ich es mal versuchen?», fragte ich die Besitzerin. Ohne Zögern bekam ich ein Ja als Antwort. Also wagte ich mich langsam an Louis' Rücken. Beginnend mit der Hüfte arbeitete ich mich bis zum Nacken vor. Mit der Zeit entspannte sich der Hund. Nur hie und da rückte er sich zurecht, wenn ich mit meinem Daumen etwas daneben lag. Im Nacken spürte ich, dass zwei Wirbel unbeweglich und schmerzhaft waren.

Vorsichtig massierte ich diese Stelle. «Ich weiss nicht, ob es etwas bewirkt, auf jeden Fall müsste er, wenn es etwas geholfen hat, in zwei Wochen wiederkommen.» Beim Hinauslaufen schüttelte Louis sich vorsichtig. Nach zwei Tagen kam ein Telefon: «Wir müssen nicht mehr vorbeikommen. Louis ist wieder topfit. Egal, was Sie da Komisches gemacht haben, es hat geholfen!»

(Coopzeitung Nr. 20/2013)

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Prisma
Veröffentlicht:
Montag 13.05.2013, 10:00 Uhr

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