So finden Senioren den passenden Vierbeiner

Tierliebe ist nicht auf ein bestimmtes Alter begrenzt. Allerdings ist es kein leichtes Unterfangen, wenn man sich als Senior einen Vierbeiner zulegen möchte.

Tierliebe ist nicht auf ein bestimmtes Alter begrenzt. Allerdings ist es kein leichtes Unterfangen, wenn man sich als Senior einen Vierbeiner zulegen möchte. Ist ein verspielter Welpe eine gute Entscheidung? Wie trifft man die richtige Wahl, um die passende Gesellschaft ins Haus zu holen?

Doch auch Hunde und Katzen, die in die Jahre, haben es nicht leicht. Sie sind häufig die "Sitzenbleiber" in Tierheimen, müssen mit ihren jüngeren und springlebendigen Artgenossen um ein neues Zuhause konkurrieren – und haben aufgrund ihres Alters bei potentiellen Herrchen meist das Nachsehen. Wer will schon einen gebrechlichen Hund oder eine betagte Katze? Das Dilemma betagter Zwei- und Vierbeiner hat die deutsche Tierschutzorganisatíon "Tiertafel e.V." erkannt und bringt mit ihrer eigens gegründeten „Grauen Tiertafel“ seit kurzem Graupfoten und ergraute Zweibeiner zusammen. Mit grossem Erfolg. „Zunächst haben wir eine bundesweite Datei angelegt, in der wir betagte Hunde und Katzen registriert haben, zum Beispiel weil deren Herrchen verstorben ist und ein neuer Besitzer gefunden werden muss, oder Heime melden uns betagte Neuzugänge“, berichtet Claudia Hollm, Vorsitzende der „Tiertafel“ in Deutschland.

„Wir stehen auch in engem Kontakt zu Seniorenvereinen und der Seniorenpflege, um alte Tiere, die ein neues Zuhause brauchen, bestmöglich zu vermitteln“, erläutert sie den Sinn des neuen Projekts, das durch viele ehrenamtliche Helfer unterstützt wird. Familie, Freunde und Bekannte reagierten in der Regel eher skeptisch, wenn sich die betagten Grosseltern oder die verwitwete Oma einen Vierbeiner als Mitbewohner zulegen möchten. "Mit einem Hund oder einer Katze ist es doch viel zu anstrengend" oder "Kannst du der Pflege des Tieres überhaupt bevorstehen? Was ist mit dem täglichen Gassi, wo dir doch so schon das Gehen schwer fällt?", lauten meist gut gemeinte Kommentare. Doch die „graue Tiertafel“ basiert auf einem wohl durchdachten Vermittlungskonzept. „Bevor wir einen Hund oder eine Katze vermitteln, machen wir ausführliche Vorkontrollen und Besuche beim potentiellen Herrchen oder Frauchen“, betont Hollm.

Anhand eines Fragebogens wird geklärt: Kommen kleine Enkelkinder ins Haus? Wer kümmert sich ums Tier, wenn längere Arztbesuche oder ein Krankenhausaufenthalt ansteht? Wie beweglich ist der Zweibeiner, welche Bedürfnisse hat er? Sitzt er gerne auf dem Sofa, passt zum Beispiel eine Katze, die gerne kuschelt und ein ruhiges Wesen hat. „Im Falle der Enkelkinder können wir keinen Hund vermitteln, der auf Kinder aggressiv oder ängstlich reagiert und im Falle eines Krankenhausaufenthaltes müssen wir vorübergehend eine Pflegestelle finden“, erläutert die Vereinsvorsitzende. „Ist ein passendes Mensch-Tier-Paar gefunden, bringt ein Helfer der „Tiertafel“ den Hund oder die Katze zum neuen Herrchen, um zu sehen, ob die Chemie stimmt und der Funke überspringt.“ So wie neulich, „da haben wir zum Beispiel eine 13-jährige Katze und eine gehbehinderte Seniorin zusammengebracht“, erzählt Claudia Hollm. Die beiden seien glücklich miteinander. Und für einen rüstiger Rentner könne sie sich durchaus einen ergrauten Wautzi vorstellen, der mit dem Senior gemächlich dreimal täglich seine Runde macht.

Ebenfalls ein Glück für beide. Denn „alte Tiere haben im Tierheim kaum mehr eine Vermittlungschance“. Und Senioren, die sich einen Welpen als Begleiter zulegen, seien mit ungestümen Jungtieren tatsächlich meist überfordert. „So ein Tier ist doch viel zu teuer mit deiner kleinen Pension“, ist ebenfalls ein Argument, das Senioren, die einen vierbeinigen Begleiter suchen, häufig hören. Auch hier unterstützt die „Tiertafel“: Wenn nötig, bringt sie Futterrationen nach Hause, begleitet Frauchen oder Herrchen zum Tierarzt und übernimmt sogar die Kosten für den ersten Besuch beim Tierarzt. Zudem wird der kleine Begleiter vor dem Einzug ins neue Zuhause einem Gesundheits-Check unterzogen, damit der Zweibeiner genau weiss, auf was er sich einlässt. So „kauft keiner die Katze im Sack“, lacht die Vorsitzende der „Tiertafel“. Eine gute Idee: Betagte Vierbeiner für betagte Herrchen - so ist keiner mehr allein. Ein vorbildliches Vermittlungskonzept, das vielleicht auch bald in der Schweiz Schule macht. Erste Bande sind bereits geknüpft.

Tiertafel, Deutschland: Info-Adresse und Kontakt Per Telefon: ++49 (0)3385-494965 (Montag bis Freitag 11-17 Uhr) Per Post: Tiertafel Deutschland e.V. - Graue Tiertafel - Semliner Chaussee 8 14712 Rathenow Email: graue@tiertafel.de Internet: http://graue.tiertafel.de


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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 28.07.2011, 10:53 Uhr

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