Der Zuckerhund, Teil 2 (Alltagstipps)

Ihr Hund hat Diabetes! Stellt der Tierarzt diese Diagnose, sind Frauchen und Herrchen zwar erleichtert, dass nun die Ursache für Wautzis Leiden gefunden ist und er bei entsprechender Medikamentierung auch weiterhin ein frohes Hundeleben führen kann.

„Ihr Hund hat Diabetes!“ Stellt der Tierarzt diese Diagnose, sind Frauchen und Herrchen zwar erleichtert, dass nun die Ursache für Wautzis Leiden gefunden ist und er bei entsprechender Medikamentierung auch weiterhin ein frohes Hundeleben führen kann. Andererseits ist sein Mensch verunsichert, denn er muss dafür sorgen, dass der „Zuckerhund“ nun ein Leben lang zur rechten Zeit die rechte Insulindosis erhält.

Gleich vorweg: Wie Caniner Diabetes mellitus zu versorgen ist, wird ein verantwortungsvoller Tierarzt ausführlich erklären, das Zucker messen und Insulin spritzen in aller Ruhe mit dem Hundebesitzer üben. Denn Zuhause müssen Frauchen und Herrchen künftig „Krankenschwester“ sein und Wautzi täglich seine lebenswichtigen Insulinspritzen verabreichen. Das mag anfangs gar nicht einfach sein und Überwindung kosten, aber schon nach kurzer Zeit und mithilfe einiger Tricks wird das Spritzen bald zur Routine.

In der ersten Phase, der sogenannte „Insulineinstellungsphase“ oder „Stabilisierungsphase“, ist es wichtig, dass die individuelle Insulindosis ermittelt und bestimmt wird. Die Ermittlung der korrekten Insulinmenge erfolgt durch Einstellung des Patienten anhand des Blutzuckerwertes, am besten anhand eines Tagesprofils (s. u.), durch den Tierarzt. Hierbei wird mit einer Dosis im unteren Dosisbereich begonnen und anhand des Zuckergehalts im Blut die Dosis über mehrere Wochen individuell angepasst. Da die Bauchspeicheldrüse selbst nur ungenügend Insulin produziert, muss Insulin von aussen zugeführt werden, indem es unter die Haut gespritzt wird. Meistens werden sogenannte mittellang wirksame Insulinpräparate verwendet, die zweimal täglich im Abstand von etwa 12 Stunden gespritzt werden müssen. Die benötigte Insulinmenge hängt vom Körpergewicht des Hundes ab und wird in Einheiten (oder Units) angegeben.

Einstellungsphase: Bestimmung der korrekten Insulindosis und Aufstellung einer geeigneten täglichen Routine für das Tier und den Besitzer

Erhaltungsphase: Das Tier wird regelmässig überwacht, um den Verlauf des Diabetes zu verfolgen und eine eventuelle Änderung des Insulinbedarfs zu ermitteln.

Manchmal wird vom Besitzer als erstes Symptom ein nachlassendes Sehvermögen festgestellt, was auf eine Diabetes-induzierte Linsentrübung zurückzuführen ist. Dabei wird die auch vermehrt im Kammerwasser auftretende Glukose in der Linse durch das Enzym Aldose-Reduktase in Sorbitol umgesetzt, welches sich dort anreichert und aufgrund des osmotischen Wassereinstroms zur Zerstörung der Linsenzellen führt.

Nicht selten wird ein Diabetes mellitus erst bei einer manifesten Ketoazidose bemerkt. Hier ist das Allgemeinbefinden stark gestört, die Tiere können abgeschlagen oder sogar komatös sein.

Home Monitoring: Wie in der Humanmedizin, kann auch beim Hund ein Home Monitoring, d. h. die Kontrolle der Zuckerwerte zu Hause mit einem Blutzucker-Messgerät, durchgeführt werden. Das Verfahren ist bei Hunden zwar nicht so essentiell wie bei Katzen, in der Insulineinstellungsphase aber auf jeden Fall empfehlenswert.

Zur einfachen Blutentnahme gibt es spezielle Geräte. Am so erzeugten Blutstropfen kann der Blutzuckerwert mit einem handelsüblichen Blutzucker-Messgerät gemessen werden. Dieses Home Monitoring hat den großen Vorteil, dass eine drohende Unterzuckerung frühzeitig erkannt wird. Außerdem kann die Insulinbehandlung besser auf den individuellen Alltag abgestimmt werden. Das Home-Monitoring ist einfach und von jedem Hundebesitzer erlernbar. Es sollte bei gut eingestellten Hunden einmal alle zwei Wochen durchgeführt werden. Eine tierärztliche Kontrolle ist alle drei Monate empfehlenswert.

Auch die Langzeitüberwachung kann durch den Hundebesitzer selbst erfolgen. Hierbei sollten Trinkmenge, Harnabsatzmenge sowie mindestens einmal wöchentlich der Zuckergehalt im Urin (Teststreifen) oder im Blut kontrolliert werden.

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 28.07.2011, 11:19 Uhr

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