Wautzi hält Herrchen fit

Gleich mehrere Studien belegen: Hundebesitzer sind fitter und gesünder als Menschen, die ohne einen vierbeinigen Begleiter leben.

Denn das tägliche Gassi hält nicht nur Herrchens Herz und Kreislauf in Schwung, sondern sorgt auch für ein widerstandsfähigeres Immunsystem und für weniger Krankenstandstage.

Gassi ist effektiver als herkömmlicher Spaziergang: Bei Wind und Wetter, ob Herrchen mag oder nicht, geht’s ins Freie zum ausgiebigen Gassigang. Fredo weiss ganz genau, wenn es Zeit für „seinen“ Spaziergang ist. Hat sich Herrchen noch nicht gerüstet, Jacke und Schuhe übergezogen, wird der Schäferhundmix unruhig, schnappt nach seiner Leine, die an der Garderobe liegt und signalisiert unmissverständlich: „Komm schon, ich will jetzt endlich nach draussen!“ Und Herrchen tut gut daran, der Aufforderung seines Vierbeiners zu folgen. Denn ein Hundespaziergang ist das einfachste Mittel, um körperlich fit zu bleiben – und er ist effektiver als ein „normaler“ Spaziergang. Das zeigt eine Vergleichsstudie am „Zentrum für Gesundheit“ (ZfG) der Deutschen Sporthochschule Köln, in der die körperliche Aktivität von jeweils 100 Spaziergängern mit und ohne Hund untersucht wurde. Das Ergebnis: Hundespaziergänger sind wesentlich aktiver und seltener in ärztlicher Behandlung.

Verantwortungsgefühl als Motivation: Im Rahmen der Untersuchung ermittelten die Wissenschaftler anhand von Fragebögen, wo genau das Hauptinteresse in der Aktivität des Spazierengehens lag. Erfragt wurden unter anderem Häufigkeit, Geschwindigkeit, Ort, Motive und Aktivitätslevel der Spaziergänge. Die Ergebnisse: 98 Prozent der Hundebesitzer gehen mindestens einmal am Tag spazieren, doch nur 46 Prozent der Spaziergänger ohne Hund sind ein- bis zweimal pro Woche unterwegs. Spaziergänger ohne Hund sind durchschnittlich 30 bis 60 Minuten pro Spaziergang und pro Woche maximal 120 Minuten an der frischen Luft, wobei Herrchen und Frauchen täglich mehr als 120 Minuten und wöchentlich im Schnitt über 14 Stunden in Bewegung sind. Als Begründung für einen Spaziergang gab knapp ein Drittel (30,5 %) der Hundehalter an, „aus Verantwortungsgründen dem Hund gegenüber“ unterwegs zu sein und knapp 17 Prozent, „um selbst fit und gesund zu sein“ und „um an der frischen Luft zu sein“. Demnach sorgt das Verantwortungsgefühl für Wautzi dafür, dass sein Mensch fit bleibt.

Studie in China: Frauchen seltener beim Arzt: Den medizinischen Beweis für fittere Hundehalter erbringt eine umfangreiche Studie der Universität Peking in China aus dem Jahr Jahr 2007. Dazu wurden insgesamt 3.031 Frauen im Alter zwischen 25 und 40 Jahren aus drei chinesischen Großstädten über mehrere Jahre begleitet und befragt. Die eine Hälfte waren Hundehalterinnen, die andere Hälfte nicht. Das Ergebnis: Die Frauen mit Hund kamen zu mehr Bewegung, schliefen nachts besser, fühlten sich fitter und gesünder, mussten seltener zum Arzt und meldeten sich seltener krank, als Probandinnen ohne Vierbeiner. Der Clou: Die Ergebnisse der Studie sind insofern aussagekräftig, weil in den drei chinesischen Städten, in denen die Studie gemacht wurde, bis zum Jahr 1992 staatlich verboten war. Die Lehre aus den Studienergebnissen für uns Europäer: Ein Leben mit Hund wirkt sich durchaus auf das persönliche Wohlbefinden aus, kann es durchaus positiv beeinflussen und sogar die Kosten für das Gesundheitssystem verringern. Wer weiss, vielleicht bezuschusst die Krankenkasse die Haltung eines Wautzis als Präventivmassnahme mit einer Prämie – ähnlich wie die Teilnahme an einer Rückenschule oder eines anerkannten Fitnesskurses.


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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 28.07.2011, 11:24 Uhr

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