Beatrice Egli: «Das bin einfach ich»

Persönlich:  Sängerin Beatrice Egli (25) über das Schlagerfieber, ihr Verhältnis zu Dieter Bohlen, die erste Solo-Tournee mit Band und ihren Stress im «heisse Egge».

Coopzeitung:  Welche Jugenderinnerungen an Ihre Idole kommen hoch, wenn Sie wie heute nach dem Soundcheck von Fans umringt sind?

Beatrice Egli:  Als Teenager konnte ich mit meiner Mutter einmal zur «Schlagerparade» nach München fahren. Als Michelle die Bühne betrat, habe ich vor Aufregung mega geweint. Ich war jedoch nie nur auf einen Star oder Stil fixiert. Ich stand auch auf Britney Spears. In meinem Jahrgang war ich aber vermutlich die einzige Schülerin, die neben Pop Schlager gehört hat.

Woher kommt das?
Ich bin mit Schlager aufgewachsen und habe mich mit Schlager über den ersten Liebeskummer hinweg-getröstet. Obwohl ich auf meinem iPod auch viele englische Songs habe, singe ich bis heute lieber deutsche Lieder, weil ich da nicht übersetzen muss. Sie passen irgendwie besser zu mir, kommen direkt aus meinem Herzen. Das bin einfach ich.

Das spürt man, während bei Helene Fischer vor allem die Freude an der grossen Show ins Auge springt.
Das kann ich nicht beurteilen. Aber dank tollen Künstlerinnen wie ihr und Andrea Berg hat der Schlager überhaupt überlebt. Ohne sie hätte «Deutschland sucht den Superstar» kaum ein neues generationenübergreifendes Schlagerfieber auslösen können. Manchmal kommen Mütter zu mir, die erzählen, wie toll es ist, dass sie wieder einen besseren Draht zu ihren Töchtern haben, weil beide für meine Musik schwärmen und wieder gemeinsam etwas unternehmen – sie besuchen meine Konzerte.

Ihre CD «Glücksgefühle» wirkt überzeugend. Wurde sie nicht unter extremem Zeitdruck produziert?
Doch, aber Dieter Bohlen hat einfach das Gespür für Hits, und da er mich durch die DSDS-Staffel so gut kannte, hatte ich das Vertrauen, dass er weiss, was zu mir passt. Ich mag auch seine direkte Art, genau zu sagen, was er denkt und was er will. Andere stösst dies vor den Kopf. Ich schätze es, wenn ich weiss, woran ich bin und was ich zu tun habe. Gleichzeitig kann Dieter ja sehr, sehr herzlich sein.


«

Ich habe mich mit Schlager über den ersten Liebeskummer getröstet»

Die meisten Schlager handeln von Träumen, die sich realisieren oder die zerbrechen. Kennen Sie beides?
Mit meinen 25 Jahren habe ich noch keine riesige Erfahrung, aber es gehört zum Leben, dass man neue Menschen kennenlernt und Beziehungen auseinandergehen. Ausserdem haben mir meine Eltern beigebracht, dass es keine Schande ist, hinzufallen – man darf nur nicht liegen bleiben.

Hat Ihre bodenständige Art auch damit zu tun, dass sich Ihr Traum erst auf Umwegen erfüllt hat?
Die Bodenständigkeit liegt sicher in der Familie. Ich wollte zwar schon immer Sängerin werden, aber mein Vater sagte: «Zuerst machst du eine richtige Lehre!» So lernte ich Coiffeuse. Als ich volljährig wurde, zog ich nach Hamburg, um über das Schauspielhandwerk mehr Sicherheit auf der Bühne zu gewinnen.

Was unterscheidet die Konzerte im Herbst von der aktuellen DSDS-Tournee?
Momentan bin ich mit Halbplayback und vier Tänzern unterwegs, ab Oktober zwei Monate lang zum ersten Mal überhaupt solo als Hauptact und mit einer Live-Band. Davor habe ich grossen Respekt, freue mich aber riesig auf die Auftritte und das Publikum in über 30 verschiedenen Städten.

Wie oft sind Sie noch in der Schweiz?
Etwa zwei Tage pro Woche.Das reicht gerade, um mich um Wäsche, Haushalt und Fanpost zu kümmern. Aber ich beklage mich nicht. Wenn ich gefragt werde, ob mein Leben als Sängerin nicht megastressig sei, antworte ich, dass ich ja immer von genau diesem Leben träumte. Richtig Stress hatte ich, als ich während meiner Lehre über Mittag im «heisse Egge» der Metzgerei meiner Eltern aushalf.

Der 1. August steht vor der Türe. Wie wird er in Ihrer Familie traditionell begangen?
Bei uns bedeutet er in erster Linie sehr viel Arbeit, weil die ganze Schweiz am Grillieren ist …

Wo feiern Sie dieses Jahr?
Ich darf zu Hause sein, werde aber sicher auch meinen Eltern beim Catering helfen.

Kommt da vielleicht jemand nicht nur in den Genuss von Fleisch und Würsten, sondern auch von «Mein Herz»?
Nein, ich werde nur bei den Vorbereitungen in der Metzg helfen, sonst wird es doppelt stressig!


Beatrice Egli

Geburtsdatum: 21. Juni 1988
Wohnorte: Pfäffikon und Amden
Zivilstand: liiert seit 2009
Beruf: Schlagersängerin
Ausbildungen: Coiffeuse, Schauspielerin, Sängerin
Laufbahn: 2007 Sieg bei der Schweizer Ausscheidung zum Grand Prix der Volksmusik mit «Sag mir, wo wohnen die Engel» im Duett mit Lys Assia. 2011 Abschluss der Schule für Schauspiel Hamburg. CD «Feuer und Flamme». 2013 Sieg bei der 10. DSDS-Staffel und Platz eins in allen deutschsprachigen Hitparaden mit der Single «Mein Herz».
Aktuell: CD «Glücksgefühle» (Universal).
Live am 9. Oktober im Volkshaus in Zürich.


Homepage von Beatrice Egli

Welches Buch liegt grad auf Ihrem Nachttisch?
«Keines. Im Moment komme ich leider nicht zum Bücher lesen.»

Welches ist Ihr Lieblings-Romanheld?
«‹Der kleine Lord›, dieser herzensguter Junge, der den Armen hilft und sogar das verbitterte Herz seines Grossvaters erweicht.

Und welche Vorbilder haben Sie in der Wirklichkeit?
«Alle Menschen, die Zivilcourage haben.»

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
«Glück›, den Film von Doris Dörrie, um eine Prostituierte und einen Punk, die sich ineinander verlieben …»

Und welchen Film würden Sie gerne wieder einmal sehen?
«Da kommt mir im Augenblick keiner in den Sinn. Dafür ein Film, den ich gerne schauen würde: ‹La Grande Bellezza – Die grosse Schönheit›, ein satirisches Gesellschaftsdrama über die Wichtigkeit der Nichtigkeit im heutigen Rom. Und das Werk soll eine Hommage an Federico Fellini und seine Klassiker ‹La dolce vita› und ‹Roma› sein.»

Ihr Lieblings-Filmheld?
«Ben Barnes, weil der Engländer sich von seinem Flop am Eurovision Song Contest vor etwa sieben Jahren nicht unterkriegen liess und inzwischen im Filmgeschäft Fuss gefasst hat.»

Was für Musik hören Sie gerade?
«Im Moment muss ich mich auf meine eigenen Lieder konzentrieren, weil meine Tournee demnächst beginnt.»

Welche CD würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?
«Keine, weil die Batterien meines iPhones wohl zu rasch leer wären. Wahrscheinlich würde ich mir auf der einsamen Insel also alle Lieblingssongs selbst vorsingen.»

Mit welchem Musiker würden Sie gerne einmal einen trinken?
«Peter Maffay. Er imponiert mir musikalisch und menschlich.»

Was kochen Sie selbst?
«Wenn ich die Musse habe, zum Beispiel Lammracks mit Kartoffelgratin und Saisongemüse. Wenn es schnell gehen muss, Steaks und gemischten Salat.»

Ihre Lieblingsspeise?
«Ich mag fast alles, vom Birchermüesli über ein Steak bis zum Salat. Und (pssst!): Ich liebe Schoggi.» Ihr Lieblingsgetränk? «Wasser, viel, viel Wasser.»

Mit wem essen Sie am liebsten?
«Mit meiner Mutter – weil das meistens bedeutet, dass sie gekocht hat …»

Und wo essen Sie am liebsten?
«Zu Hause (siehe vorherige Frage) oder in einer unkomplizierten, gemütlichen Beiz.»

Mac oder PC?
«Mac, da ist alles klar, logisch, schnell, zuverlässig.»

Auto oder Zug?
«Auto, als Privatmensch der Umwelt zuliebe häufig auch Zug.»

Wein oder Bier?
«Weder noch. Ich trinke keinen Alkohol.»

Pasta oder Fondue?
«Pasta, die kann ich zu jeder Jahreszeit geniessen,»

Joggen oder Walken?
«Wenn schon, denn schon – also joggen.»

Berge oder Meer?
«Berge, weil die Natur dort oben noch ziemlich ungezähmt ist.»

Wann haben Sie zuletzt geweint?
«Heute hatte ich feuchte Augen. Ich war so gerührt, als ein kleiner Bub mir eine Blume schenkte und mir ein Küsschen auf die rechte Wange drückte. Ich weine hin und wieder – aus Freude und Trauer, Mitgefühl und Rührung. Und im Überschwang der Gefühle generell.»

Wie bringt man Sie zum Lachen?
«Situationskomik und Scherze von Oliver Pocher.»

Welches Tier wären Sie am liebsten?
«Ein Delfin im offenen Ozean. Diese Meeressäuger sind kühn, intelligent und pfeilschnell. Sie sind aber auch fröhlich, humorvoll und haben viel Instinkt und Gefühl. Sie schaffen es im direkten Kontakt mit psychisch oder unheilbar kranken Menschen deren Gesundheitszustand zu verbessern.

Wovon träumen Sie?
«Von gegenseitiger Achtung der Menschen untereinander, von Toleranz, von einer Gesellschaft, die schwache und starke, alte und junge Menschen in sich vereint – und von viel, viel Liebe.»

Was ist für Sie das grösste Glück?
«So abgedroschen es sich auch lesen mag: Gesundheit.»


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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Christian Lanz
Veröffentlicht:
Freitag 26.07.2013, 14:06 Uhr

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