Es ist keineswegs selbstverständlich, dass die Mittagsglocken in Zürich zur gleichen Zeit läuten wie in Basel, Bern oder Genf.
Erst die Einführung eines Telegrafensystems 1848 machte eine synchrone Zeit nötig. Bis dahin hatte jede Region ihre eigene Zeit. In Basel zum Beispiel mussten während Jahrhunderten Reisende ihre Uhren um eine Stunde vorstellen. Wenn es in Zürich zwölf Uhr schlug, war es in Basel eins.
Als 1380 die erste Schlaguhr in der Stadt eingeführt wurde, zählten die Basler Mitternacht nicht als zwölfte abgelaufene Stunde, sondern als erste anbrechende Stunde. 1779 beschloss der Rat zu Basel, sich der üblichen Stundenzählung anzuschliessen. Der Erlass wurde aber von der Mehrheit der Bevölkerung ignoriert. So kehrte die Stadt nach drei Wochen wieder zur Basler Zeit zurück.
Erst 1798, als die Helvetische Republik errichtet wurde, führte auch Basel die Wahre Ortszeit ein. Wie in Basel lebten die Menschen in anderen Regionen der Schweiz nach eigenen Uhren. Wer um den Bodensee reiste, musste seine Uhr fünf Mal verstellen. Heute ist das einfacher: Die Uhren gehen überall in der Schweiz gleich (mehr über Uhren gibts hier). Das täuscht darüber hinweg, dass keineswegs alle gleich ticken. Schon gar nicht Basel.