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Alles neu: Nissan Micra

Jetzt passt der Kleinwagen wieder besser zum europäischen Geschmack.

Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist

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Manche Schulkollegen erkenne ich heute kaum wieder: Die Freaks von einst bauen Einfamilienhäuser, die Rebellen waschen jetzt samstags ihr Auto und die damals Uncoolen machen irgendwas mit Kunst oder Werbung. Der Nissan Micra hat auch einige Charakterwechsel hinter sich: Generation eins war ein mit der Kreissäge gestaltetes Minimalauto, Nummer zwei ein rundliches Kind der 1990er-Jahre, Nummer drei betörte mit Kulleraugen-Scheinwerfern und Nummer vier – wirkte so fad, dass ihm die Kunden in Scharen davonliefen.

Geschärfte Optik

Mit der fünften Auflage kommt der Kleinwagen als sportlicher Fünftürer, der zum Bestseller im Nissan-Programm werden könnte. Pfeilförmige Front, geduckte Silhouette – er gefällt mir besser als der etwas gesichtslose Vorgänger. Der sollte auch in Südasien und Südamerika reüssieren und wurde deshalb eher spartanisch gestaltet. Jetzt begeistert das Interieur wieder, das mit weniger Hartplastik auskommt, hochwertiger wirkt und dem Auto Charakter gibt. Meine Restfamilie gibt dem Orange der Aufpolsterungen an der Instrumententafel zwar einen Daumen nach unten, aber man könnte sie beispielsweise auch in Blau ordern. Die Sitzposition liegt nun wieder etwas niedriger – mir passt sie, weil man so das Auto besser fühlt.

Sicherheitspaket gegen Aufpreis

Neu gibts wieder zwei analoge Anzeigen für Drehzahl und Tempo statt nur einer, die Klimaregler tragen ab der mittleren von fünf Ausstattungen ein wenig Chrom und nur in der günstigsten Version Visia muss man auf ein Radiosystem mit voller Smartphone-Integration verzichten. Schade: Das empfehlenswerte Paket mit Totwinkel- und Spurhalte-Assistent, Fussgängererkennung sowie Notbremssystem ist nur im Tekna serienmässig. Vorn sitze ich prächtig für ein Auto dieser Grössenklasse, hinten bleibt genug Bewegungsfreiheit. Sitzen vorne Grossgewachsene, wird es aber etwas knapp, um auf langen Strecken entspannt hocken zu können, aber wer reist schon mit vier Erwachsenen im Kleinwagen? Der Kofferraum mit 300 bis 1004 Litern Fassungsvermögen reicht tief herab.

Quirliger Turbo-Dreizylinder

Die alten Motoren hat Nissan in Rente geschickt bis auf den Basisbenziner mit 73 PS. Genügsamer ist der Dreizylinder-Turbobenziner mit 0,9 Litern Hubraum und 90 PS – ein vernünftiger Kompromiss aus Leistung und Spritverbrauch. Richtig quirlig fährt er sich; man muss allerdings fleissig die Gänge nachführen – Schaltfaulheit mag er nicht. Natürlich wäre der Turbodiesel mit 
90 PS ein Gutteil genügsamer, aber er kostet je nach Ausstattung zwischen 1700 und 3000 Franken mehr – viel Geld im Kleinwagensegment.

Zusammenfassung

Platzangebot ★★★★
Komfort ★★★★★
Kosten/Nutzen ★★★★

Motor und Antrieb

  • 3-Zylinder-Turbo-Benziner
  • 0,9 Liter, 66 kW/90 PS
  • manuelles Fünfgang-Getriebe,
  • Frontantrieb

Verbrauch und CO2

  • 4,4 l/100 km, 99 g/km CO2 
  • Euro 6, Energieetikette C

Preis

ab 17 690 Franken

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zVg
Veröffentlicht:
Montag 22.05.2017, 07:21 Uhr

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