An die Wand geschmiedet

Werner Ryser gibt in seinem Roman über die Täuferin Anna Jacob unerhört lebendig Einblick in die sozialen und politischen Zustände im Emmental des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Nein, so und dort möchte man nicht gelebt haben, derart unter der Knute der Kirche und der Gnädigen Herren von Bern. Schon gar nicht als Täufer. Diese praktizieren die Erwachsenentaufe und verweigern den Kriegsdienst. Ihnen gegenüber kennt die Obrigkeit keine Gnade: Täufer werden in Ketten gelegt, gefoltert, verbannt oder als Rudersklaven verkauft. Letzteres ist Anna Jacobs Mann widerfahren.

Für die Kirche und die Obrigkeit war Anna ein Ketzerweib. Das jüngste ihrer acht Kinder ist gerade sechs Jahre alt, als sie 1693, fünf Jahre nach ihrer späten Taufe, wegen ihres Glaubens verhaftet und im Kerker von Schloss Trachselwald an die Wand geschmiedet wird. Das sind die gesicherten Erkenntnisse, um die herum der Autor Anna Jacob und weitere Wiedertäufer sehr berührend wieder zum Leben erweckt.

Werner Ryser: Ketzerweib (Cosmos Verlag). Erhältlich im Handel oder für Fr. 35.50 plus Fr. 5.– Versandkosten unter: www.coopzeitung.ch/shop

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Eva Nydegger

Redaktorin der Coopzeitung

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ZVG
Veröffentlicht:
Montag 05.12.2016, 10:33 Uhr

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