Niemand im Schlagerbusiness ist derzeit beliebter als Helene Fischer: Gleich kistenweise türmt sich ihre Fanpost auf.

Atemlos

Neues Album, zahllose Fernsehauftritte und ein Mammut-Tourneeprogramm: Schlager-Superstar Helene Fischer lacht jeden Stress einfach weg.

Helene Fischer, wie oft werden Sie in diesem Gespräch lachen?
Das weiss ich noch nicht, es hängt von den Fragen ab, die da auf mich zukommen.

Ist Ihnen heute zum Lachen zumute?
Ja, ganz klar. (Lacht.)

Wann war Ihnen das letzte Mal nicht zum Lachen zumute?
Hmmm. Da kann ich mich gar nicht mehr so richtig daran erinnern…

… ehrlich?
Ja, weil nichts passiert ist, das so schlimm gewesen wäre, dass ich nicht mehr lachen könnte. Ich bin aber auch kein Mensch, der etwas besonders schwer nimmt.

Babies lachen bis zu 500 Mal pro Tag. Übertreffen Sie diesen Wert?
Oha, 500 Mal! (Lacht.) Ich lache viel, manchmal ist es jedoch auch nur ein Lächeln und das würde ja dann eher nicht zählen. Deshalb: 500 Mal ist schon ein bisschen viel.

«Wenn Du lachst» heisst eines Ihrer Lieder auf dem neuen Album. Wer ist damit gemeint?
Das Schöne an diesem Lied ist, dass es sich musikalisch wunderbar aufbaut, und es keinen typischen Refrain gibt. Es ist für jeden gedacht… für jeden, der lacht. Es ist ein rundum positives Lied, das wunderbar zu mir passt. Aber an wen ich da beim Singen genau denke, möchte ich hier gar nicht so genau benennen. (Lacht.)

Welche Person hat ein besonders schönes Lachen?
Da fallen mir viele Menschen ein. Unter einem schönen Lachen verstehe ich nicht in erster Linie, dass es mir optisch gefällt. Entscheidend ist vielmehr, ob das Lachen von innen kommt und die Person diese Fröhlichkeit nach aussen tragen kann. Dann spiegelt sich das auch im Lachen wieder.

Sie lachen wirklich viel, sogar als Sie bei «Verstehen Sie Spass?» in einem Fangnetz für Wildschweine hoch oben an einem Ast baumelten…
… was blieb mir auch Anderes übrig? (Lacht.) Zudem versuche ich auch schwierige oder heikle Situationen sehr entspannt, also mit Humor, anzugehen. Ich bin keine, die rumbrüllt oder schlechte Laune verbreitet. Vor allem, wenn ich weiss, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich wieder aus dieser Falle befreit werde. Zudem sah ich die Welt von dort oben mal aus einem anderen Blickwinkel. (Lacht.)

«Wenn du lachst, wird die Welt draussen stiller», heisst es im erwähnten Lied. Derzeit ist die Welt tatsächlich sehr laut da draussen, mit vielen martialischen Tönen. Hilft Schlager, die angespannte Weltlage einfacher zu ertragen?
Ich würde das nicht auf den Schlager allein beschränken. Musik generell hilft einem, sich eine Auszeit zu nehmen vom sonst vielleicht tristen Alltag oder eben von der schwierigen Weltlage. Jeder braucht etwas, woran er sich festhalten kann und das ihm guttut. Musik kann das.

Wo sind Sie am 21. Februar 2018?
Das klingt nach einer Fangfrage. (Lacht.) Ich bin dann sicher auf Tournee. Vermutlich bei euch in der Schweiz… eine gemeine Frage. (Lacht.)

Ja, vielleicht eine gemeine Frage, die aber gleichzeitig zeigt, wie martialisch Ihr Programm ist, wenn es mit Ihrer Tournee losgeht…
... martialisch?

Ja, gut, martialisch ist der falsche Ausdruck, vielleicht war ich noch mit den Gedanken in der Frage zuvor. Monströs ist vielleicht treffender. Es ist ein monströses Programm mit unzähligen Schauplätzen, das Sie vor sich haben.
Jetzt möchte ich aber von Ihnen wissen, wo ich denn am 21. Februar 2018 genau bin.

Oberhausen!
Oberhausen… okay, auch gut.

«

Jelene Petrowa ist eine Erfindung der Medien. Ich heisse Helene Fischer.»

Keine Angst, dass es irgendwann zu viel werden könnte? Sie stehen ja während Ihrer Tournee fast jeden Tag drei Stunden auf der Bühne. Ein Fussballer spielt anderthalb Stunden und braucht dann mindestens vier Tage Pause.
Der Vergleich mit dem Fussballer gefällt mir. (Lacht.) Auch ich bereite mich während Wochen sehr intensiv auf die Tournee vor. Ich habe schon fleissig mit Kraft- und Ausdauertraining begonnen. Ab Juli kommt noch das Stimmtraining hinzu. Wichtig ist, dass Körper und Kopf wissen, was da auf sie zukommt. Dass ich mich riesig darauf freue, mich jeden Abend voll auszupowern, macht natürlich alles viel leichter. Und zwischendurch habe ich ja immer wieder freie Tage, um mich zu erholen.

Und wie machen Sie das?
Indem ich die Stimme erhole und schweige. Gut essen ist wichtig. Und viel schlafen ist auch Gold wert!

Was geht Ihnen während einem Auftritt durch den Kopf?
Also viel Zeit, um nachzudenken, hast du da oben auf der Bühne nicht. Ich bin sehr froh, dass ich mich meist an eine Choreographie halten kann. Es ist mir jedenfalls noch nie passiert, dass ich den Text vergessen habe, wenn ich mich dazu bewegen musste. Wenn ich hingegen nur da stehe und singe, dann kann es durchaus mal vorkommen, dass ich ein Blackout habe oder die Verse vertausche.

Wie sehen die Fans in der ersten Reihe nach einem dreistündigen Konzert aus?
Immer noch glücklich. Etwas anderes habe ich jedenfalls noch nie erlebt. Wer dort vorne steht, der will das wirklich.

Wie oft erröten Sie beim Durchlesen der Fanpost?
Erröten? Weshalb sollte ich erröten? (Lacht.)

So viele schwärmen von Ihnen, ich kann mir gut vorstellen, dass da vielleicht einer mal übertreibt...
Das habe ich noch nie erlebt. Die Briefe, die ich sehe, berühren mich eher, weil ich merke, wie meine Musik jemandem in schwierigen Zeiten helfen kann. Vielleicht bekomme ich solche Briefe, die Sie jetzt meinen, auch gar nicht zu sehen. (Lacht.)

Wie viele Briefe erhalten Sie denn?
Also in Zahlen kann ich es nicht beziffern, aber es sind immer ganze Kisten voller Briefe, die sich vor mir auftürmen. Natürlich kann ich nicht alle lesen, dafür sind es zu viele. Besonders berührend finde ich die Briefe jener Fans, die mir immer wieder schreiben und mich seit Beginn meiner Karriere begleiten.

Wem würden Sie schreiben?
Ich glaube niemandem. Weil ich nie richtig Fan von einem Künstler oder einer Band war so mit allem, was dazu gehört, mit Poster an den Wänden und stundenlangem Anstehen, um ein Autogramm zu ergattern. Vor einigen Künstlern habe ich allerdings höchsten Respekt. Zum Beispiel vor Céline Dion. Meine Schwester hat immer ihre Lieder abgespielt und ich habe dazu geträllert. Ich fand schon immer, so muss man es machen: Sie besticht mit leisen Tönen, hat aber die lauten Töne ebenso drauf. Genau so sind auch ihre Shows: Manchmal steht sie einfach nur da und macht nichts ausser singen, dann wieder gibt sie Vollgas. Das gilt auch für Bon Jovi. Ich war vor Jahren auf einem Konzert von ihm. Er ist ja auch nicht mehr der Allerjüngste, hat aber drei Stunden lang mit seiner Band gerockt. Da hast Du sofort gespürt, was an Energie und Freude rüberkommt. Den finde ich auch super.

Wenn Sie ein Restaurant betreten, dann beginnen die anderen Gäste spontan «Atemlos durch die Nacht» zu singen?
Viel eher fragen sie nach einem Autogramm oder nach einem Foto. Manchmal fotografiert jemand auch heimlich. Aber singen? Nein, dafür sind sie in Deutschland viel zu schüchtern. Schön fände ich es, wenn sie für mich singen würden. Sonst ist es ja immer umgekehrt.

Hätten Sie auch als Jelena Petrowna Fischer Erfolg gehabt?
Das muss ich korrigieren, tut mir leid. (Lacht.) Ich habe nie so geheissen. Mein Name war schon bei meiner Geburt Helene Fischer. Meine Vorfahren waren Deutsche. Jelena Petrowna ist eine Erfindung der Medien, vielleicht weil ein russischer Name einfach spannender klingt.

Dann müsste man das mal auf Wikipedia ändern.
Was wir schon mehrmals getan haben. Und jedes Mal wurde es wieder geändert, was heutzutage leider möglich ist. Umso besser, dass wir das hier und jetzt berichtigen können. Ich heisse Helene Fischer. (Lacht.)

Sie wollten Schauspielerin werden, wurden aber Sängerin. Was ist da schiefgelaufen?
(Lacht.) Nichts. Gottseidank ist es so gekommen. Sonst hätte ich mich möglicherweise mit irgendwelchen kleinen Rollen zufrieden geben müssen, bis ich vielleicht entdeckt worden wäre. Aber auch nur vielleicht.

Immerhin durften Sie im «Tatort» mitspielen, wobei Sie nicht sehr viel sagen mussten.
Nein, da musste ich vor allem böse gucken…

… was viele Ihrer Fans eher furchterregend fanden.
Ich fands sehr schön. Ich lache ja, wie Sie schon selber sagten, sehr viel. Das kann manchmal auch anstrengend sein. Gerade bei einem Fotoshooting, wo Du einen ganzen Nachmittag lang in die Kamera lachen musst, sodass Dir am Abend das Gesicht wehtut. Da ist es eine schöne Abwechslung, mal ganz ernst dreinzublicken. (Sie zeigt plötzlich ihr «Tatort»-Gesicht, dann lacht sie wieder.)

In welchem Film sehen wir Sie als Nächstes?
Ich habe zwar Blut geleckt, aber noch keine konkreten Pläne. Ganz sicher muss es etwas sein, wo ich richtig schauspielern muss. Eine Sängerin oder mich selber zu verkörpern, fände ich zu wenig reizvoll.

Welche Musik hören Sie zu Hause?
Jazz-Klassiker. Ich habe einen Sender gefunden, der mich sehr glücklich macht und den ich in der Küche gerne höre. Aber auch Singer-Songwriter und Country zählen dazu, ebenso Dance-Music. Ich bin also sehr breit aufgestellt.

Helene Fischer hören Sie nicht?
Nur am Anfang, wenn gerade ein Album frisch herausgekommen ist. Einfach, um die Musik zu verinnerlichen. Irgendwann hört das dann auf, gerade wenn ich viel auf der Bühne stehe.

Werden Sie nächstes Jahr wieder mit der deutschen Fussball-Nationalmannschaft singen?
Das hängt vor allem von den Jungs ab, ob sie wieder einen Song von mir wählen…

… und ob sie wieder Weltmeister werden.
Ja, davon auch. Ich schaue jetzt nicht ständig Fußball-Spiele an, aber bei besonderen Ereignissen fiebere ich schon mit. So wie bei Fussball-Weltmeisterschaften oder auch bei den Australian Open Anfang des Jahres.

Wer ist denn der Coolste unter den Jungs, wie Sie die deutschen Spieler nennen?
Oh, das ist jetzt aber eine fiese Frage. (Lacht.) Das wäre richtig gemein, wenn ich da einen heraus pflücken würde.

Es gibt ja auch noch Jogi Löw, den Trainer.
Stimmt, dann wähle ich den. Jogi ist nicht nur der Weltmeistermacher, sondern auch ein toller Mensch. Ich sehe ihn nicht oft, aber wenn, dann beeindrucken mich die Ruhe und Gelassenheit, die er ausstrahlt.

Sie haben die Australian Open erwähnt. Wem haben Sie den Daumen gedrückt, Roger Federer oder Rafael Nadal?
Es war ein Wahnsinnsspiel, das ich mit Florian geschaut habe. Ich konnte mich nicht richtig zwischen ihnen entscheiden. Beide haben mit unglaublich viel Leidenschaft gespielt. Ich finde, beide hätten es verdient.

Wie oft haben Sie nun in diesem Gespräch gelacht?
Nicht so viel, es gab ja auch keinen Grund mit Ihnen… (Lacht.)

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