Bei manchen Erkrankungen bringt erst eine Blutprobe Klarheit.

Aufschlussreiche Blutprobe

Der Hund Astor hat immer wieder Entzündungen. Eine Blutprobe zeigt ein unerwartetes Resultat – und Astor geht es bald besser.

Ich kannte den Patienten als hellgelben, kurzfelligen Bauernhund. Dick und etwas lethargisch lag er jeweils in einer Ecke in der Praxis. Er kam in letzter Zeit öfter, denn immer wieder entzündete sich seine Haut und sie entwickelte innert Stunden riesige nässende und juckende Wunden. Ein Bad im See oder ein Zeckenbiss, mehr brauchte es nicht und Astor hatte wieder einen «Hot Spot». Wir begannen die übliche Therapie zu variieren. Genügte ein Spray? Konnte man auf das schmerzhafte Ausschären verzichten? Wie eigneten sich pflanzliche Desinfektionsmittel? Alles half, doch nur vorübergehend, denn Astor badete gerne im See, gerade bei dieser Hitze, und landete früher oder später wieder in der Praxis.

Diesmal hatte er im Schenkelspalt eine grosse, rote Wunde. Sie nässte und roch unangenehm süsslich. Kaum wollte ich die langen verklebten Haare aus der Wunde streichen, knurrte Astor. Bei dieser ungünstigen Lage waren Pflege und Heilung der Wunde nicht einfach. Auch war Astors Geduld langsam am Ende. Immer wieder leckte er sich die Stelle und schaute uns missmutig an. «Bevor ich wieder Antibiotika geben muss, hätte ich gerne einmal Blut genommen. Könnte Astor eine Allergie haben, die ihm die Haut schwächt?»

Die Blutentnahme war ein schwieriges Unterfangen, hatte Astor doch keine Lust, berührt zu werden und schon gar nicht mit einer Nadel. Schliesslich gelang es mir mit Mühe doch noch. Nach langem Warten waren endlich die Blutresultate da. Astors Wunde war bereits am Abtrocknen und die Tabletten konnte er absetzen. Ich staunte über das Ergebnis. Er hatte keine Allergie, doch seine Schilddrüsenwerte waren schlecht. Schilddrüsenpatienten können in der Tat unter Hautproblemen leiden. Die Besitzerin stöhnte. «Astor mag Tabletten nicht. Ich habe die grösste Mühe, ihm Antibiotika zu geben, und jetzt muss ich ihm lebenslang Tabletten verabreichen?»

Bei der nächsten Blutkontrolle stand ein schlanker, hirschroter Hund in der Praxis. Er wedelte mich an und lief interessiert umher. Sein Fell war dicker, länger und nicht mehr hellgelb. Die Besitzerin strahlte: «Ich hatte nicht gewusst, dass Astor so lebhaft ist. Es scheint ein ganz neuer Hund geworden zu sein!» Astors Haut hatte nie wieder solche Entzündungen und er war gegen «Guzeli» auch bereit, eine Blutkontrolle über sich ergehen zu lassen.

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Keystone
Veröffentlicht:
Montag 12.08.2013, 11:44 Uhr

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