1 von 3




Aufsteiger: VW Tiguan

Wer den Vorgänger fuhr, wird überrascht sein: Der Neue bietet deutlich mehr Platz.

Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist.

Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist.
Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist.

Erst abwarten, dann zuschlagen – so könnte man die Modellpolitik von VW beschreiben. Europas grösster Autobauer lässt stets andere neue Fahrzeugsegmente erfinden. Dann studiert er das Angebot der Konkurrenz und drängelt mit einem eigenen Modell an die Spitze der Verkaufsstatistik. Wie 2007 beim Tiguan, der zum Bestseller anvancierte, obwohl schon viele andere Kompakt-SUVs auf dem Markt waren.
Erst mit der zweiten Generation riskiert VW jetzt etwas, nämlich Grösse. Knapp 4,50 Meter misst der Tiguan bei acht Zentimetern mehr Radstand als bisher. Zudem schaut er nicht mehr nur so aus, als könne man mit ihm auch ins Gelände fahren: Mit Allradantrieb verfügt er tatsächlich über Offroad-Fahrprogramme, und sogar eine spezielle Front kann man ordern, die an Böschungen nicht über den Boden schrammt. Aber Randsteine und Parkhausauffahrten meistere ich auch mit Frontantrieb. Den gibt es derzeit aber nur für den kleinsten Benziner mit 125 PS – etwas wenig Motor für ein Auto dieses Formats. Bei den Benzinern reicht das Angebot hinauf bis 180 PS, die stärkste Motorisierung ist ein Turbodiesel mit 240 PS. Das beste Verhältnis von Leistung und Verbrauch scheint mir der 150-PS-Turbodiesel zu bieten.

Innere Werte

Wirklich überrascht hat mich aber der Innenraum. Im Vorgänger fühlte ich mich beengt, wie in einem etwas höheren Golf. Nun bietet der Tiguan mehr als genug Platz auch für fünf. Selbst wenn meine 185 Zentimeter passend hinter dem Steuer sitzen, bleibt mehr als genug Raum hinter mir. Für die ganz Grossen lässt sich die Rückbank um 18 Zentimeter nach hinten schieben – auf Kosten des Kofferraums, der mit 615 bis 1655 Litern Volumen aber sowieso viel grösser ausfällt als beim Vorgänger. Das Interieur bleibt das Pendant zur weissen Schweizer Standard-Einbauküche: gut verarbeitet und gefällt jedem. Neu ist die Mittelkonsole zum Fahrer hin geneigt, was die Erreichbarkeit des Touchscreens verbessert. Dort finden sich mehr Funktionen, als ich jemals während der Fahrt nutzen wollte – von der Smartphone-Koppelung bis zu verschiedenen Online-Diensten. Optional glimmt ein Monitor auch anstelle des Kombiinstruments hinter dem Volant, auch mit viel mehr Infos als bei den analogen Anzeigen.
Den Sprung bei Grösse und Ausstattung spürt man allerdings auch in der Länge der Optionenliste und bei den Preisen: Die beginnen bei 28 200 Franken, aber der günstigste Diesel kostet schon 7700 Franken mehr. Wem nun selbst dieser XL-Tiguan nicht genügt, wartet auf die XXL-Variante mit sieben Sitzen. Die folgt Anfang nächsten Jahres.

VW Tiguan

Motor und Antrieb
4-Zylinder-Turbodiesel 2,0 Liter, 110 kW/150 PS, Sechsgang-Getriebe, Allradantrieb

Verbrauch und CO2
5,3 l/100 km, 139 g/km CO2 Euro 6, Energieetikette C

Preis: ab 35 900 Franken

Platzangebot    *****
Komfort *****
Kosten/Nutzen    
***

   
           
    

Kommentare (1)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Text:
Andreas Faust
Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 15.08.2016, 00:00 Uhr

Weiterempfehlen:




Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?