Ausgehtipp: Tage des Denkmals

Denkmaltage gewähren Einblicke in sonst nicht offene Anlagen: in Burgen, Verkehrsbauten, Pfarrhäuser oder Gärten. 2014 steht das Thema «Zu Tisch» im Zentrum. Geführt von Experten, erlebt man am 13. und 14. September das gastronomische Erbe der Schweiz. Im Fabrikensemble Neuthal in Bäretswil ZH können Wohnräume der Fabrikantenvilla besichtigt werden, in Schaffhausen das Kabis-, das Korn- und das Rathaus. In Beromünster endet die Beizentour im «Hirschen», einem herrlichen Bau der Spätgotik. In Bern lädt die Zunft zum Affen in die nicht öffentlich zugängliche Zunftstube (im Bild das Hauszeichen der Steinmetzzunft an der Kramgasse). Ein Blickfang ist dort der silbervergoldete «Röllibecher», der seit dem 16. Jahrhundert bei Festlichkeiten zirkuliert.

Der „Röllibecher“ an der Tafel der Zunftgesellschaft zum Affen

Der „Röllibecher“ an der Tafel der Zunftgesellschaft zum Affen
Der „Röllibecher“ an der Tafel der Zunftgesellschaft zum Affen

Der "Röllibecher" zirkuliert bei Festlichkeiten an der grossen Tafel der Zunftgesellschaft zum Affen. Er steht im Mittelpunkt und bestimmt den Gang des Abends. Wenn der Röllibecher zirkuliert, geht es nicht ums banale Bechern. Denn wer durch den Becher zum Trinken bestimmt wird, erhält die Ge-legenheit und die Aufgabe, das freie Wort an die Anwesenden zu richten: sei es persönlich, überra-schend, satirisch, oder politisch. Der kegelförmige Sturzbecher steht auf drei run-den Schellenfüssen. Der zugespitzte Becherboden ist mit einem durchbrochenen, kugelartigen Körb-chen verbunden, in welchem sich ein Würfel befin-det, der bei leerem Becher bewegt werden kann. Der Würfel bestimmt, wer das Wort erhält und aus dem Becher trinken darf. So werden manche Tischgenossen mehrmals den Becher erheben, während ihn andere den ganzen Abend nur an sich vorbeiziehen sehen.

Der Anlass wird durch den Einladenden mit dem Becher in der Hand eröffnet. Er oder sie erhebt sich, hält eine Ansprache und schliesst mit den Worten: "Ich trinke auf meinen Nachbarn zur Rechten" oder wahlweise "zur Linken". Der Röllibecher wird nun ohne Absetzen leer getrun-ken und anschliessend kräftig geschüttelt, so dass die Schellen klingen und der Würfel im Käfig springt. Der Becher wird gestürzt, auf den drei Schellen auf dem Tisch abgestellt und die Zahl auf dem Würfel abgelesen. Die Zahl bestimmt, wel-cher Tischgenosse – je nach vorgängiger Ansage entweder zur Rechten oder zur Linken – als Nächster den Röllibecher erhält. Der Vorredner übergibt den gefüllten Becher der Person, die vom Würfel bestimmt worden ist und das Spiel beginnt von vorn.

Reden – Trinken – Würfeln: das Ende des Spiels bestimmt der Einladende. Die weiteren Festlichkei-ten finden ohne den Röllibecher statt.

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