Man darf sich auch mal ausruhen! Sonst ist Caroline Groszer ja ständig auf Achse.

Auswanderin

Die gebürtige Bernerin Caroline Groszer hat in Apulien als Hotelbesitzerin nach ein paar Umwegen ihr Glück gefunden.

Caroline Groszer sitzt in einem Fischrestaurant in Apulien und erzählt von ihren neusten Plänen. Die 51-jährige schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin besitzt ein Boutique-Hotel in der Gegend von Fasano, das ungefähr eine Autostunde von Bari entfernt ist. Da klingelt ihr Telefon. Ein Notfall. Ein älteres Ehepaar, das vor ein paar Stunden in der «Masseria Alchimia» eingecheckt hat, findet nach dem Abendessen in einem auswärtigen Lokal den Rückweg nicht mehr. Sofort ist Groszer in ihrem Element. Sie beruhigt ihre Gäste, findet mit ihnen heraus, wo sie mit dem Auto gelandet sind und schickt ein Taxi dorthin, damit dieses das verirrte Ehepaar wieder in die Unterkunft zurück leitet. Das klappt dann auch. Die temporäre Krisenmanagerin ist zufrieden und kann sich wieder ganz ihrem Fischteller zuwenden.

Caroline Groszer liebt knifflige Herausforderungen. Das zeigt auch ihr Lebensweg, der ziemlich ungewöhnlich verlief, auch deshalb, weil sie nie darauf aus war, es sich so einfach wie möglich zu machen. Als Tochter des deutschen Chefdramaturgen Christoph Groszer und einer Bernerin erlebte sie eine schöne Kindheit und studierte später an der HSG in St. Gallen Ökonomie. Nach dem Abschluss arbeitete sie im Marketing-Bereich eines grösseren Unternehmens – und verliess da ein erstes Mal den vorgespurten Weg. «Da wurde mir schnell langweilig», erzählt sie, «auch weil ich zu wenig Einfluss auf die Entscheidungen hatte. Dabei ist für mich wichtig: Ich will selber gestalten.»

Die Liebe zu Italien blieb

Das ist heute zu hundert Prozent der Fall. Groszer ist ihre eigene Chefin und hat in Apulien ihr Glück gefunden – nach ein paar Umwegen, die sie als wertvolle Erfahrungen bezeichnet. Sie war als Fotografin im Kosovo-Krieg unterwegs und schoss eindringliche Bilder, die sie in Ausstellungen zeigte. Sie heiratete einen Journalisten und Schriftsteller und kam so nach Italien. Die Beziehung verflüchtigte sich wieder («wir sind heute glücklich getrennt»), die Liebe zu Italien hingegen blieb. Erst recht, als sie Apulien, die Region am Stiefelabsatz, entdeckte. Hier hatte sie mit ihren Ideen quasi eine Carte blanche und konnte ihre Kreativität voll ausleben.

Sie kaufte sich ein Trullo, so nennt sich ein für jene Gegend typisches Rundhaus. Dieses richtete sie nach ihrem Gusto ein und vermietete es. Zwei Engländer wollten Groszer das Haus unbedingt abkaufen. Sie sträubte sich erst, doch am Ende war das Angebot zu gut, als dass sie es ablehnen konnte. Sie machte sich erneut auf die Suche und wurde schliesslich in der Gegend um das Städtchen Fasano fündig: Ein befestigter Gutshof, der alt und baufällig war, und das dazugehörige riesige Grundstück mit zahlreichen knorrigen Olivenbäumen waren genau das, nach dem sie gesucht hatte. Ihr Vater war geschockt, als er sich das Objekt ebenfalls anschaute, und sprach von einem Bunker. Doch die Tochter liess sich nicht davon abhalten und kaufte es. «Es gehört zum Leben dazu, dass du Dinge ausprobierst. Manchmal fällst du auf die Nase, aber dann musst du halt wieder aufstehen und noch härter arbeiten.» Viel schlimmer sei es, wenn man nichts riskiere und das dann später bereue. «Das Leben», sagt Groszer, «sollte voll gelebt werden. Es bietet so viele Chancen, die nur genutzt werden müssen.» Sie vergleicht das mit den Zügen, die an einem vorbeifahren.

Die Wahl-Italienerin aus Bern sprang auf den richtigen Zug auf. Und fiel nicht auf die Nase. Heute ist die Masseria Alchimia eine Erfolgsgeschichte – so sehr, dass Groszer weitere Wohnungen dazu- gekauft hat. Letztes Jahr eröffnete sie ein Apartment mitten in Fasano, demnächst kommt in Ostuni noch ein Penthouse dazu. Und in der Schweiz, genauer in Andermatt, hat sie auch noch ein kleines Chalet. Wenn es so weitergeht, wird sie zum Sawiri Apuliens. «Ach, komm», winkt sie ab, «ich backe hier kleinere Brötchen.» Aber drei, vier weitere Wohnungen oder Häuser in anderen Orten würde sie schon noch gerne kaufen. «Dann könnten meine Gäste eine Rundreise durch Apulien machen und immer wieder woanders schlafen.»

Die Zukunft liegt wohl in Apulien

Caroline Groszer kann sich noch vieles vorstellen. Zum Beispiel einen Beachclub zu eröffnen. «Das wäre doch eine coole Sache für meinen Sohn. Was gibt es Schöneres, als am Strand zu arbeiten und den ganzen Tag das Rauschen des Meeres zu hören?» Noch ist es nicht so weit, Oliver ist erst 14 und geht noch zur Schule. «Vielleicht hat er später auch vollkommen andere Pläne», sagt sie erst, geht dann aber trotzdem davon aus, dass sie und ihr Sohn in Apulien bleiben werden, bei all den Projekten, an denen sie derzeit arbeitet. Auch weil sie von den Einheimischen sehr herzlich aufgenommen wurde.

Dabei hat, wer so erfolgreich ist, doch sehr schnell seine Neider, gerade wenn er von auswärts stammt. Groszer hatte nie irgendwelche Probleme dieser Art. «Es hat wohl damit zu tun, dass ich so offen auf die Menschen zugehe.» Dass sie sehr gut Italienisch spricht, ist sicherlich ebenfalls kein Nachteil. «Mittlerweile kann ich sogar ein paar Brocken Dialekt sprechen», sagt sie.

Dann klingelt erneut das Telefon. Dieses Mal handelt es sich um keinen Notfall. Sondern um Gäste, die schon einmal hier waren und seitdem von der Sehnsucht nach Apulien geplagt werden. Caroline Groszer kann auch ihnen weiterhelfen.

 

Darum ist Caroline Groszer Italien-Fan

Am Morgen das Meer sehen: Wow, da habe ich sofort dieses Ferien-Glücksgefühl!

Tolles Design, leckeres Essen, Sonne, Olivenhaine, antiker Baustil: Wo gibts das so ausser in Italien?

Die Italiener und Italienerinnen: charmant, fröhlich, umkompliziert – und wie ich positiv eingestellt.

Unterkünfte von Caroline Groszer

Apulien

Masseria Alchimia
Landhaus mit 10 Wohneinheiten, diese sind mit einer kleinen Küchenecke sowie Designermöbeln ausgestattet. Jedes Studio verfügt über eine Klimaanlage und einen eigenen Sitz- und Liegeplatz: ein Patio oder eine Terrasse.

Adresse
contrada fascianello
72015 Fasano (Brindisi)
Apulien/Italien
info@masseria-alchimia.it
www.masseria-alchimia.it



Palazzina Alchimia
Stadthaus in Fasano. Auf drei Stockwerken mit Wohnzimmer und
Küche, grosser hoher Raum, Schlafzimmer und Panorama-Dachterrasse.

Adresse
corso garibaldi/ via fogavero 19
72015 Fasano (Brindisi)
Apulien/Italien
info@palazzina-alchimia.it
www.palazzina-alchimia.it


Anreise
Flughafen Bari oder Brindisi und von dort mit dem Mietauto – die Häuser liegen je 60 Kilometer von den Flughäfen entfernt.

Schweiz

Chalet Swiss
Kleines Chalet im antiken Dorfkern von Andermatt, im
gleichen Stil der Häuser in Apulien eingerichtet.

Adresse
Chalet Swiss Andermatt
Gotthardstrasse 88
6409 Andermatt
info@chalet-swiss-andermatt.com
www.chalet-swiss-andermatt.com

Informationen und Auskünfte unter: Telefon + 39 335 609 46 



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?