Für viele Ausländer der Inbegriff des Schweizers: der Bernhardiner.

Babylon in der Praxis

Zwei Touristen kommen mit ihrem Bernhardiner in die Praxis. Der Hund ist zwar aus der Schweiz, doch die beiden verstehen kaum Deutsch. Das wird schwierig. 

Den Termin hatte ein Campingwart gemacht. Ich hatte lediglich die Information bekommen, dass es sich um Touristen handelte, die bei uns in der Nähe campierten.  Mit etwas Verspätung – die Praxis war nicht leicht zu finden – trudelten sie ein, mit einem grossen Bernhardiner. Seine rechte Kopfseite schien verklebt und stank. In dieser Hitze hatte Djepo, vermutlich nach einer kleineren Verletzung, eine Wundinfektion bekommen. Die Stelle nässte und durch sein Kratzen wurde alles viel schlimmer.

 
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Sprachprobleme

In einem Kauderwelsch aus Englisch und ein paar Brocken Deutsch erzählten sie mir, dass sie auf der Durchreise waren und in den Süden wollten. Ich konnte ihnen gut erläutern, dass Djepo einen sogenannten Hot Spot hatte. Doch wie sollte ich die weitere Behandlung erklären?

Vorsichtig wurden auf Djepos Wunde die Haare gekürzt. Dann desinfizierte ich sie sanft. Nach zwei Spritzen bat ich die beiden auf Englisch, dass sie ihren Hund am Kratzen hindern sollten. Vielleicht half eine Socke über der Hinterpfote? Ein Hundekragen schien mir in einem Wohnwagen nicht unbedingt geeignet. Dann mussten sie zweimal täglich eineinhalb Tabletten verfüttern. Ich wusste gar nicht, wie viele Missverständnisse es damit geben konnte. Alle zwei Tage eineinhalb Tabletten? In zwei Tagen drei Mal die Tabletten geben? Und was hatte ich nur mit seinem rechten Hinterfuss?

Schliesslich hatte ich eine Idee: Eine Kundin kam aus demselben Land. Ich rief sie an und bat sie um eine Übersetzung. Als ich den Touristen das Telefon hinhielt, machten sie düstere Mienen. Sie hellten sich jedoch rasch auf. Lachend zeigten sie auf Djepos Hinterpfote. Dann schrieben sie ihre Notizen auf die Medikamentenschachtel, zahlten und gingen. Ich war erschöpft. Fremdsprachen sollte man können – oder in einem kühleren Land leben. 

 

Fussball für Hunde

Wenn der Hund in der Praxis brav war, ist eine Belohnung angesagt. Auch Hunde spielen gerne mit einem Fussball. Dieser Spielball ist von Vitakraft, erhältlich in grösseren Coop-Läden und bei Coopathome. 

Sprechstunde: Fragen Sie Chantal Ritter

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Sie in unserer Online-Tiercommunity.

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Getty Imagers, Beatrice Thommen-Stöckli
Veröffentlicht:
Montag 20.07.2015, 17:01 Uhr

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