Bastian Baker über den Dächern seiner Heimatstadt Lausanne.

Bastian Baker: «… und dann kam Claude Nobs»

Der Popstar und Sonnyboy erzählt, was ihn mit Entdecker und Förderer Claude Nobs sowie mit Skistar und Sonnygirl Lara Gut verbindet.

Er hätte Eishockey-Profi werden können wie sein Vater. Nun zählt er bei den grossen Schweizer Open Airs dieses Sommers zu den Headlinern. Und beim 50. Montreux Jazz Festival ( 1. Juli, Gratisbühne)kehrt Bastian Baker (25) mit seinem dritten Album «Facing Canyons» dorthin zurück, wo er vor fünf Jahren die ihm gebotene Chance eindrücklich nutzte.

Wie kam es zu Ihrer ersten Begegnung mit dem Festival-Gründer Claude Nobs?
Mit meinem Duo trat ich drei Abende im Zermatter «Snowboat» auf – ohne Gage, nur gegen Kost und Logis. Als das erste Konzert fast vorbei war, riet mir mein Manager, noch ein paar Songs zu spielen – Claude Nobs sei gerade hereingekommen. Nach einer Viertelstunde fragte jemand, ob es okay wäre, wenn Nobs auf die Bühne käme, um mit mir zu jammen.

Da liessen Sie sich sicher nicht zweimal bitten …
Es wurde eine richtige Blues-Jam-Session: Claude spielte Mundharmonika, meine damalige Freundin Violine, und ich habe gesungen und auf der Gitarre improvisiert. Es war wirklich cool! Dann kam der Moment, den ich nie vergessen werde: Claude ging zum Mikrofon und sagte zu den etwa 50 Anwesenden: «Ich habe keine Ahnung, wer dieser junge Kerl ist, aber ich kann euch sagen, er wird nächsten Sommer am Montreux Jazz Festival auftreten!» Ein paar Monate danach stand ich in Montreux vor 3000 Leuten auf der Bühne.

Weshalb haben Sie sich für die Musik und gegen den Sport entschieden?
Ich hatte mit sieben Jahren gleichzeitig begonnen, Eishockey und Gitarre zu spielen. Den Sport zum Beruf zu machen, wäre eigentlich logischer gewesen, da schon mein Vater Eishockey-Profi war. Ich schaffte es bis in die U-16-Nati und hätte bei Lausanne HC einen Profivertrag unterschreiben können. Doch ich war ein wenig faul, hätte lieber jeden Tag ein Match gespielt als zu trainieren.

Der einzige coole Schmuck für Männer.

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Welchen Stellenwert hatte die Musik?
Sie war für mich ein Hobby, ein Traum. Ein Weg, meine Gefühle auszudrücken. Ich hatte schon jede Menge Lieder zu den verschiedensten Themen geschrieben. Die Single «Lucky» lief dann zwar bei einigen Radios, aber zu wissen, dass der Chef des geilsten Festivals der Welt an mich glaubte, war viel wichtiger.
 
Was hat Sie mit Nobs verbunden?
Unser Antrieb war nicht, berühmt zu werden oder viel Geld zu verdienen, sondern die Liebe zur Musik und zu unserer Heimat. Wohin ich auch reise – überall zeige ich ein Foto von Lausanne oder anderen schönen Orten der Romandie und die Leute finden: «Wow, was für eine himmlische Gegend!» Ich liebe es auch, Menschen zusammenzubringen. Wenn ich nach Zürich fahre, lade ich oft ein Dutzend verschiedene Leute – Fussballer, Techniker, Musiker – zum Nachtessen ein. Auch in Erinnerung an die tollen Partys in Claudes Chalet. Einmal sass ich dort zwischen Grace Jones und Quincy Jones!

Sie treten in diesem Sommer bei fast allen grossen Open Airs auf. Was gefällt Ihnen an solchen Festivals?
Ich finde es cool, dass ich fast immer Künstler für mich entdecke, die vor oder nach der Band spielen, wegen der ich eigentlich gekommen war.

Visa im Pass: Spuren seiner Karriere.

Visa im Pass: Spuren seiner Karriere.
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Und beim Saison-Start in Liestal gab es eine Überraschung …
Ja, meine Eltern staunten, dass auch viele männliche Fans bei meinem Konzert voll abgingen. Und mein Freund Yann Sommer, der wegen der Fussball-EM verhindert war, schickte mir eine SMS: Seine Eltern hätten wegen meines kreischenden Publikums nicht einschlafen können!

Wie kommen Sie damit klar, auch mit Ihrem Privatleben im Rampenlicht zu stehen?
Nach sechs Jahren im Fokus der Medien habe ich mich daran gewöhnt, dass die Redaktionen verrückt spielen, wenn ich mit einer attraktiven Frau gesehen werde – zumal ich in dieser Zeit immer Single war. Glücklicherweise bin ich weder Amy Winehouse noch lebe ich in England, wo dauernd Paparazzi auf der Lauer liegen. Wenn mir wieder eine Beziehung angedichtet wird, lache ich nur und maile dann den Artikel der Frau, die etwas mit mir haben soll …

Dann hat Lara Gut in den letzten Monaten viele Mails von Ihnen bekommen?
Wir kennen uns seit drei Jahren, sind gleich alt, reisen beide viel und posten auf Instagram ähnliche Bilder. Wie mit ihr verstehe ich mich auch mit anderen, die auf dieser Achterbahn der Gefühle unterwegs sind, ausgezeichnet – Stan Wawrinka, Roman Josi, Yann Sommer, Noah Veraguth oder Stress. Wir sind auf jeden Fall in keiner Beziehung, sondern einfach zwei junge Leute, die zusammen viel Spass haben.

1991 Am 20. Mai kommt er in Lausanne zur Welt – als Bastien Kaltenbacher.
2004 Mit dem Schweizer Eishockey-Team spielt er an der U14-WM in Kanada vor 16 000 Zuschauern.
2010 Per Zufall lernt er an einer Geburtstagsparty seinen Produzenten Patrick Delarive kennen.
2013 Seine zweite CD «Too Old To Die Young» klettert auf Platz 1 in der Schweizer Hitparade.

So klingt er:

Zu seiner Webseite »
Bastian Baker auf Facebook »

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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Charly Rappo
Veröffentlicht:
Montag 20.06.2016, 00:00 Uhr

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