Sorgfältig sortiert ist halb wiederverwertet: in der PET-Sortieranlage bei Müller Recycling in Frauenfeld.

Bereit fürs zweite Leben

Beim Wiederverwerten ist die Schweiz unübertroffen. Doch das ist kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen – es gibt noch viel zu sammeln! Doch wie und wo?

Die sorgfältig verschnürten Bündeli aus Altpapier gehören ebenso zum Strassenbild der Schweiz wie die Plakate mit dem erhobenen Zeigefinger vor jedem Abstimmungssonntag. Wir sind ein einig Volk von Sammlern, das sein Altglas ebenso zum Container bringt wie die gebrauchten Kaffeekapseln. Das ist auch gut so, denn seit 1980 hat sich unsere Abfallmenge  mehr als verdoppelt –  gut 6 Mio. Tonnen gibt das Bundesamt für Umwelt für 2014 an. Davon wurden zwar 3,2 Mio. Tonnen verwertet, doch da geht noch mehr, etwa bei den Batterien: Knapp 30 Prozent landen nach wie vor im Kehricht.

Sortenreinheit als Trumpf

Dass hierzulande wiederverwertbare Stoffe sorgfältig getrennt gesammelt werden, ist eine wichtige Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit des Recyclings. «Sortenreinheit erhöht den Wert auf dem internationalen Markt», sagt Alex Bukowiecki, der als Geschäftsführer der «Organisation Kommunale Infrastruktur» Städte und Gemeinden bei der Abfallentsorgung berät. Besonders bequem für die Konsumentinnen und Konsumenten sind bediente Entsorgungshöfe, wo man fast alles loswird: Verwertbares von Altpapier bis PET-Getränkeflaschen ebenso wie Möbel und andere Abfälle, die in die Kehrichtverbrennung wandern. Solche Einrichtungen gibt es aber längst nicht überall. In Landgemeinden sind oft bloss Container für Altglas, Weissblech und Alu zu finden. 

Bewährte Arbeitsteilung

Mit PET-Getränkeflaschen und Batterien muss man woandershin – zum Beispiel in den nächsten Coop-Laden. Um zu wissen, welche Wertstoffe wo gesammelt werden, gibt es als Beilage dieser Ausgabe der Coopzeitung eine praktische Übersicht, die man sich zu Hause aufhängen kann, wenn man nicht gleich die Swissrecycling-App aufs Smartphone lädt.
Diese Zusammenarbeit von Kommunen und Detailhandel habe sich bewährt, betont Bukowiecki: «Ein Partner allein könnte die Mengen gar nicht bewältigen.» Coop nutzt fürs Recycling die sogenannte Rückwärtslogistik: Fahrzeuge, welche die Läden mit Ware beliefert haben, nehmen auf dem Rückweg das Sammelgut mit.

Besser für die Umwelt

Coop setzt zudem selber auf Recycling-PET, etwa bei Einkaufstaschen, Gebinden von Oecoplan-Putzmitteln oder Mineralwasserflaschen der Eigenmarke «Swiss Alpina». «Eine neue PET-Getränkeflasche kann bis zu 50 Prozent aus rezykliertem Material bestehen», erklärt Peter Wittwer von der Recypet AG in Frauenfeld. Dort werden die gesammelten PET-Getränkeflaschen in einem aufwendigen Prozess zerkleinert, sortiert und gereinigt, um als Rohstoff für neue PET-Produkte zu dienen, von Getränkeflaschen und lebensmitteltauglichen Verpackungen bis zu Fasern für Textilien oder Baustoffe. So wird aus der PET-Flasche, welche Sie bei Coop in den Container werfen, vielleicht wieder eine neue. Oder ein Reisekoffer. In jedem Fall – es lohnt sich!

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Martin Winkel

Redaktor

Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 06.06.2016, 09:38 Uhr

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