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Bienen und Bienenhonig sind für die Bio-Bäuerin ein weiteres wirtschaftliches Standbein.

Noch sind die Waben leer.

Im Herbst finden die Bienen Nahrung im nahen Wald.

Bienenzucht: «Frauen – nicht stechen bitte»

Wer auf 1000 m ü. M. bauern will, darf sich vor nichts scheuen. Nicht vor der Arbeit, nicht vor dem Risiko und nicht davor, über den Tellerrand hinauszuschauen. Astrid Gyger setzt darum auf Bienen.

Etwas probieren, etwas riskieren – das hat auf dem 250-jährigen Hof «Brach» der Familie Gyger in Eriz BE Tradition. Der Grossvater hatte Bienen, der Vater fuhr hinunter nach Thun, um als Chauffeur zu arbeiten. Und wieder hinauf. Mit dem Velo. Dann übergab er den Bio-Betrieb an seine Tochter Astrid, die ihn mit ihrem Partner Simon Bachmann bewirtschaftet. Weil aber jede Zeit ihre ganz eigenen Anforderungen hat, sind die beiden wieder auf die Bienen als weiteres Standbein gekommen. Warum Bienen? «Sie passen bestens ins Gesamtkonzept unseres Hofs», sagt die Bio-Bäuerin, während sie die Waben kontrolliert. Zu diesem Konzept gehören neben Mastviehhaltung, Besenbeiz mit B’&’B auch Kräuteranbau und Tee-Workshops. So kommt es, dass die Bienen nicht nur Ausflüge zu Wildkirschen, Bergahorn oder Heidelbeeren machen, sondern schwer beladen mit Pollen von Edelweiss, Rosen-Melisse und anderen Kräutern heimfliegen. Wenn sie denn fliegen.

«

Am meisten haben wir durch Tipps von befreundeten Imkern gelernt.»

Astrid Gyger

Ein bisschen Rauch hilft die Bienen besänftigen.

Ein bisschen Rauch hilft die Bienen besänftigen.
Ein bisschen Rauch hilft die Bienen besänftigen.

«Das erste Jahr, 2011, war super», erinnert sich die Bio-Bäuerin. «Das Wetter spielte mit, die Bienen kamen kaum nach mit Honigmachen.» Doch dann folgten zwei Jahre zum Vergessen mit Schnee bis in den Juni.
Doch der Faszination der Neu-Imker für die Bienen tat das keinen Abbruch. Sie lernten dazu, richteten grössere Räume für die Verarbeitung von Honig und Kräutern her und staunen immer wieder: Etwa darüber, dass eine Königin in der Hochsaison 2000 Eier legt. Pro Tag! Das muss sie auch, denn ein Bienenvolk erneuert sich in der warmen Jahreszeit alle vier bis sechs Wochen. Oder dass sich die Bienenvölker im Winter selber warm halten – «auch bei 20 Grad minus», wie Vater Gyger erzählt, der bald wieder Grossvater wird.

«Hey Frauen, ich bin schwanger, stecht mich nicht», sagt nämlich die Bio-Bäuerin, und bläst eine der Frauen von ihrer Hand. Mit den Bienen reden? «Ja», lacht sie. «Das mache ich automatisch, vielleicht beruhigt es sie ja.» Doch mit Worten allein ist es nicht getan. Bienen müssen für den Winter gefüttert und permanent beobachtet werden. Stichwort Varroa-Milbe. Diese Milbe trägt zusammen mit Umweltgiften zum Bienensterben bei. Auf dem Bio-Hof der Gygers wird die Milbe erfolgreich mit biolo-gischen Mitteln wie Ameisensäure bekämpft. Aber solche und andere Krankheiten muss man zuerst erkennen, und so standen ein zweijähriger Imkerkurs sowie diverse Weiterbildungen an.

«Doch am meisten haben wir durch Tipps und Ratschläge von befreundeten Imkern gelernt. Ihnen sind wir sehr dankbar», sagen die beiden, die ihre Bienen bald «z’Alp schicken» werden. Denn wenn der Frühling in höhere Regionen vordringt, «wandern» auch die Bienenhäuschen mit – bis hinauf auf 1700 Meter. Zu Ende geht das Bienenjahr dann wieder im Eriz – vielleicht – mit dem Waldhonig. Doch noch ist Frühjahr, noch steht dahin, was der Sommer und der Herbst bringen. Ob sich die Arbeit gelohnt hat oder ob der ganze Aufwand für nix war. «Das ist Natur», sagt die Bio-Bäuerin, «und es ist gut so, wie es ist.» Kleiner Tipp am Rande: Falls Sie mal im Eriztal wandern oder biken, besuchen Sie doch die «Bäsenbeiz Bärgliechthäxli» auf Astrid Gygers Bio-Hof «Brach».

Coop und Partner setzen sich für die Bienen ein

Ob Astrid Gygers Kind dereinst auch imkern wird (s. Hauptartikel)? Es ist zu hoffen. Denn Honig- und Wildbienen sind unersetzlich. Sie bestäuben rund 80 Prozent unserer Nutz- und Wildpflanzen. Darum fördert Bio-Pionierin Coop zusammen mit Biotta, Ricola, Weleda und Hochstamm Suisse vier Projekte für Bienen und den Imkernachwuchs in der Schweiz, die da sind: Bio-Imkerei als Schulfach: Der «Bienenclub» betreibt in Uettligen bei Bern eine Bio-Imkerei für Schüler, bringt Bienenschaukästen ins Schulzimmer und stellt Lehrern Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Ja zur «Flugschnaisa»: Das Bündner Jungimkerprojekt führt junge Menschen an die Imkerei heran. Während neun Nachmittagen erhalten Kinder und Jugendliche eine erste einfache Ausbildung zum Jungimker.

Urban Beekeeping: Blumengärten, Parks, begrünte Flachdächer: «Wabe3» fördert das Bewusstsein Zürcher Stadtkinder für Ökologie und Imkern im urbanen Raum. Platterbsen-Mörtelbiene und Co.: Wildbienen wie Hummel, Mauer-, Furchen- und Wollbiene sind genauso wichtig wie Honigbienen. Die Organisation «wildBee» macht Kinder auf die knapp 600 Wildbienenarten in der Schweiz und ihren Schutz aufmerksam. Kundinnen und Kunden von Coop können diese Projekte ebenfalls unterstützen. Dazu gibts Gutscheine, die ab nächster Woche in Inseraten in der Coopzeitung und in Broschüren in den Coop-Läden zu finden sind. Pro eingelöstem Bon geht ein Franken an diese Projekte – die im Übrigen am Tag der offenen Bienenhäuser besucht werden können. Wann, wo, weitere Infos, Bons und einen Wettbewerb gibts unter: 

Link zur Initiative Pro Bienen

Die Coop Patenschaft für Berggebiete fördert seit 70 Jahren Projekte und Familienbetriebe in den Schweizer Bergen. Mit der diesjährigen Aktion will sie zwei Dinge auf einmal erreichen: Bergbäuerinnen und Bergbauern sollen zu Bienenzüchtern werden und damit ein zweites Standbein erhalten. Wenn Sie als Leserin, als Leser dazu beitragen wollen, können Sie für 80 Franken pro Jahr eine Bienen-Patenschaft übernehmen. Das Geld fliesst ohne Abzug in bestehende und zukünftige Bienenzucht-Projekte in den Bergen.

Weitere Infos unter: www.coopzeitung.ch/bienen

Weitere Informationen zu den Coop Patenschaften finden Sie hier: www.cooppatenschaft.ch

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Franz Bamert

Redaktor

Foto:
Philipp Zinniker
Veröffentlicht:
Montag 26.05.2014, 15:31 Uhr

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