Landarbeiterinnen in Indien ernten grüne Erbsenschoten. Die Bio-Reisbauern Indiens produzieren auch Bio-Hülsenfrüchte für Coop.

Bio aus Indien

Basmatireis erfreut sich grosser Beliebtheit. Doch den kann man pro Jahr nur einmal ernten. Anja Wolff von der Reismühle Brunnen erklärt, warum Coop nun auch Linsen und Kichererbsen aus Indien verkauft.

Anja Wolff (51) ist Marketingleiterin der Reismühle Brunnen.

Anja Wolff (51) ist Marketingleiterin der Reismühle Brunnen.
http://www.coopzeitung.ch/Bio+aus+Indien Anja Wolff (51) ist Marketingleiterin der Reismühle Brunnen.

Ein Bauer in Indien arbeitet für das gleiche Ziel wie wir: um Geld zu verdienen. Bauern, die Basmatireis anbauen, stehen derzeit hoch im Kurs, denn ihr Produkt ist weltweit begehrt. Für Händler von Bio-Basmatireis ist das ein Problem: Sie müssen sicherstellen, dass sie auch in fünf Jahren noch genug Bauern finden, die ihnen den Basmatireis verkaufen.

Die Reismühle Brunnen, die zur Coop-Gruppe gehört, erwartet demnächst eine Lieferung von Linsen und Kichererbsen in Bio-Qualität aus Indien. Sind die besser als andere?
Anja Wolff: Hülsenfrüchte in Bio-Qualität sind schwierig zu bekommen. Auf dem Markt herrscht eine grosse Nachfrage. Die Linsen und Kichererbsen, die wir erwarten, sind die Zwischenfrüchte unserer Basmati-Bauern, und sie sind Fairtrade-zertifiziert. Damit schlagen wir zwei Fliegen auf einmal: Wir bekommen ein gutes Produkt, und die Bauern haben eine zusätzliche Einnahmequelle dank fairer Preise und zusätzlicher Prämien für Projekte, die der Allgemeinheit zugutekommen wie Schulen, Strassen oder Gesundheitseinrichtungen.

Warum bauen die Reisbauern Hülsenfrüchte an?
Nach der Reisernte bauen sie in der Fruchtfolge eine Hülsenfrucht an, damit diese den Boden für die nächste Reisaussaat vorbereitet. Das können Linsen, Erbsen oder Bohnen sein. Weil sie als Bio-Reisbauern schon im Bio-Landbau erfahren sind, erhalten wir mit wenig Aufwand gute Produkte. Und die Bauern können sie zu einem besseren Preis verkaufen, als wenn sie sie auf dem lokalen Markt anbieten müssten. Das erhöht ihre Motivation, auch im folgenden Jahr wieder Bio-Basmatireis für uns anzubauen.

http://www.coopzeitung.ch/Bio+aus+Indien Bio aus Indien

Das machen sie nicht automatisch?
Was ein Bauer anbaut, ist letztlich vom Markt abhängig. Deshalb wollen wir langfristige Beziehungen eingehen. Wir bilden die Bauern im Bio-Landbau aus und unterstützen sie dabei, den Ertrag zu steigern und damit auch ihr Einkommen und ihren Lebensstandard zu verbessern. Als Gegenleistung profitieren sie von unserer Abnahmegarantie und verkaufen uns ihren Reis.

Was müssen die Bauern in Indien lernen, um Schweizer Bio-Ansprüchen zu genügen?
Der Reisanbau ist arbeitsintensiv. Ein Beispiel: Damit die Reispflanze gut wächst, muss sie im Abstand von 30 Zentimetern von der nächsten Pflanze gesetzt werden; damit erzielen wir rund 25 Prozent mehr Ertrag und eine bessere Qualität. Zudem sparen wir Wasser und schonen die Umwelt. Dieses Wissen müssen wir rund 4000 Reisbauern vermitteln – und das im Umkreis von etwa 50 Kilometern Luftlinie und in einem unwegsamen Gebiet.

Warum kaufen Sie Bio-Reis nicht auf dem Weltmarkt?
Wir verfolgen mit unseren Projekten auch ideelle Ziele. Es ist uns ein Anliegen, dass die Bauern ihren Lebensstandard langfristig verbessern können. Das funktioniert nur, wenn wir unsere eigenen Projekte umsetzen. So können wir etwas gegen die undurchsichtige Beschaffung tun. Komplexe Systeme sind kaum kontrollierbar. Wir aber kennen unsere Bauern.

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Thomas Compagno

Redaktor

Foto:
Getty Images, Frank Eyhorn, zvg, Karte: Rich Weber
Veröffentlicht:
Dienstag 26.12.2017, 09:45 Uhr

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