Auch so macht man den Schnecken das Leben schwer: Jochen Elbs-Glatz montiert einen Schneckenzaun.

Bio? Logisch!

Kein Hobbygärtner mag es, wenn Schädlinge über sein Gemüse oder die lieb gewonnenen Blumen herfallen. Der tiefe Griff in den Giftschrank ist jedoch nicht nötig.

Ist der Wurm erst mal drin oder der Käfer da, hilft kein gutes Zureden mehr – dann ist auch bei Hobbygärtnern Handeln angesagt: Während die einen in solchen Fällen zur Chemiekeule greifen, setzen andere lieber auf Mittel, die auf natürlichen Rohstoffen basieren und unbedenklich sind. Mit gutem Grund: Schliesslich landet das selbst gezogene Gemüse früher oder später meist auf dem eigenen Teller. Ein entschiedener Verfechter von biologischen Pflanzenschutzmitteln ist Jochen Elbs-Glatz, Gartenfachmann von Bioterra, der Schweizer Organisation für den Bio- und Naturgarten. «Ich mache dies mir und meiner Gesundheit zuliebe – aber natürlich auch für die Umwelt.» Denn Bio-Pestizide sind weniger (oder gar nicht) belastend für Wasser und Boden als herkömmliche Produkte. Ausserdem schont man Nützlinge, die einem im Kampf gegen unliebsame Gartenbewohner wie Blattläuse oder Dickmaulrüssler unterstützen.  

Hauptsache, es wirkt

Kommt hinzu, erklärt Elbs-Glatz, dass Bio-Pestizide mittlerweile genauso wirksam sind wie die synthetisch hergestellten Produkte. «Die Zeiten der grossen Unterschiede sind vorbei», sagt der Diplom-Agrarbiologe und Agrarhistoriker. «Leider ist der Irrglaube, dass Bio-Produkte ewig brauchen, bis sie wirken und zudem unzählige Anwendungen nötig sind, noch immer weit verbreitet.» Klar ist für ihn allerdings auch: «Bio-Pestizide sollten nicht eingesetzt werden, um hundertprozentig lausfreie Salatköpfe zu produzieren, sondern um zu verhindern, dass massenhaft auftretende Läuse die Salatpflänzchen verkrüppeln lassen.»
Diese Auffassung teilt auch Raphael Schilling von der Coop-Nachhaltigkeitsabteilung. «Pflanzenschutzmittel sollten mit Vernunft eingesetzt werden: also so viel wie nötig und so wenig wie möglich.» Und: «Bio-Pestizide haben Vorrang.» Coop hat deshalb das Sortiment an ökologischen Pflanzenschutzmitteln (unter dem Oecoplan-Label erhältlich) in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Ausserdem wurden 25 kritische Pestizidprodukte aus dem Sortiment genommen, darunter 18 Mittel, die Greenpeace als Gefahr für die Bienen einstuft. «Damit nehmen wir in der Schweiz eine Vorreiterrolle ein.»

Tiere helfen tüchtig mit

Jochen Elbs-Glatz setzt in seinem Garten nicht zuletzt auf Prävention. «Ein gesunder, gut mit Nährstoffen versorgter Boden, robustes und schädlingsresistentes Saatgut sowie viel Aufmerksamkeit des Gärtners: Das ist eigentlich das A und O gegen Krankheiten und Schädlinge.» Und wenn dann die Blattlaus oder Ackerschnecke doch mal da ist? «Man sollte immer ganzheitlich denken», findet er. «Schneckenkörner streuen, während neben dem Garten ein Acker ist, aus dem laufend Schnecken rüberkommen, bringt nichts – da muss erst mal ein Schneckenzaun her.» Ausserdem setzt er auf die Hilfe von Tieren: «Singvögel sind tolle Blattlaus-Vertilger.» Ein Nistkasten im Garten kann daher Wunder wirken, genauso wie das Igel-Haus im Kampf gegen Schnecken.

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Regula Bättig

Redaktorin

Foto:
Christoph Kaminski, iStock
Veröffentlicht:
Montag 04.04.2016, 15:00 Uhr

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