Düngen, trimmen, ernten

In der Weinregion Corbières in Südfrankreich untersuchen Schweizer Forscher, wie im Bio-Anbau der Ertrag gesteigert werden kann.

Eigentlich ist die Geschichte der Bio-Weine aus Corbières eine Erfolgsgeschichte. Schon seit Ende der 1990er-Jahre bezieht Coop Weine von den beiden Gütern Château Pech-Latt und Château Caraguilhes. «Die Weine sind qualitativ sehr gut und beliebt bei unseren Kunden», sagt Weineinkäufer Ludovic Zimmermann. Der Haken: Die Nachfrage sei so gross, dass die Güter die Weine oft nicht in der gewünschten Menge liefern können.
Das Hauptproblem ist die Trockenheit. Im Weinbaugebiet Corbières in der Provinz Languedoc im Süden Frankreichs sind die Sommer sonnig, heiss und sehr trocken. Auf den wenig fruchtbaren Böden ist Weinbau praktisch die einzige Möglichkeit, Landwirtschaft zu betreiben. Um hier zu überleben, müssen die Reben tiefe Wurzeln in den Kalkstein bohren.

 
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FiBL-Projekt gestartet

Nebst der Trockenheit ist der Anbau nach biologischen Grundsätzen eine Herausforderung. «Der Ertrag ist kleiner als bei konventionell angebauten Reben», so Zimmermann. Deshalb hat Coop in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Weinbau (FiBL) in Frick ein Projekt ins Leben gerufen. Dieses soll untersuchen, wie sich Bewässerung, Düngung und Bodenbearbeitung auf das Wachstum und die Qualität der Reben auswirkt. Coop unterstützt das Forschungsprojekt, das auf drei Jahre angelegt ist. «Uns liegen die beiden Weingüter sehr am Herzen», sagt Zimmermann. Denn einerseits sei man überzeugt von den fruchtigen, kräftigen aber auch gefälligen Weinen. Andererseits schätze man die engagierte Zusammenarbeit mit den Lieferanten. Hauptziel sei es, den Ertrag zu erhöhen und gleichzeitig die Qualität der Trauben zu verbessern. «Das ist eine grosse Herausforderung, da eine grössere Menge oft zu einer sinkenden Qualität führt.»


Önologe Philippe Matthias vom Bio-Weingut Château Pech-Latt arbeitet mit dem FiBL zusammen.

Tolles Weinjahr

Bis Ergebnisse sichtbar sind, muss noch viel Arbeit geleistet werden. Seit Januar reist Projektleiter Dominique Lévite vom FiBL immer wieder nach Corbières, um seinen «Versuchsrebberg» zu pflegen. Rund zwei Hektar Reben stehen für seine Tests zur Verfügung. «Aktuell haben wir beim Syrah Fruchtbarkeitsprobleme», erzählt Lévite. Mit dem Betriebsleiter versucht er herauszufinden, wo der Wurm drin ist. Wurde falsch gedüngt? Liegt es am Rebschnitt oder an der Bodenbearbeitung? «Manchmal hat es zu viele Blätter und zu wenig Trauben, in einem anderen Jahr zu viele Trauben, die aber von minderer Qualität sind.»
Letzte Woche war Dominique Lévite wieder in Corbières, wo die Ernte in vollem Gange ist. Der Rebbau-Ingenieur misst in den Testparzellen die Oechslegrade – also den Zuckergehalt – jeder Charge. Für konkrete Resultate ist es zu früh. Mit Sicherheit kann Lévite nur eines sagen: «Durch die extreme Hitze und Trockenheit ist die Ausbeute zwar nicht so gross, die Trauben sind aber von einer exzellenten Qualität – 2015 wird ein tolles Weinjahr!»

Coop Naturaplan Bio-Corbières AOC Grande Réserve Château Pech-Latt, 2014

Intensives Purpurrot, feine und dezente Beerenaromatik. Würzige Reifenoten mit zartherben Tanninen im Abgang.

Rebsorten: Carignan, Syrah und Grenache.

Passt zu: kräftigen Gerichten, Grilladen und Wild.

Preis: Fr. 10.95/75 cl

Coop Naturaplan Bio-Corbières AOC Rosé Château de Caraguilhes, 2014

Leuchtendes Lachsrosa, dezente Himbeer- und Erdbeernote. Ein aromatischer Rosé mit feinherber Note.

Rebsorten: Syrah und Grenache.

Passt zu: Vorspeisen, Fisch und Fischsuppe, Muscheln, Geflügel, exotischen Gerichten.

Preis: Fr. 9.95/75 cl

Coop Naturaplan Bio-Corbières AOC Boutenac Solus Château de Caraguilhes, 2013

Tiefes Granatrot, im Geschmack würzig. Einer der grossen Weine der Gegend. Dekantieren!

Rebsorten: Aus Carignan, Syrah, Mourvèdre und Grenache. Zu rotem Fleisch, Saucengerichten, Grilladen und würzigem Käse.

Preis: Fr. 19.95/75 cl

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Nadine Bauer

Redaktorin

Foto:
Vera Hartmann, zVg
Veröffentlicht:
Montag 21.09.2015, 18:42 Uhr

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