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Sabines Garten: Blaue Blüten in Rosa

Sabine Reber freut sich über die neuen Lavendelsorten, die sie nun auch in Weiss und Rosa von der Provence träumen lassen.

Im Juni schwelge ich im blauen Traum des Südens. Dann duften meine Gärtchen nach Lavendel und Glyzinen. Glyzinen brauchen ihren Platz. Aber Lavendel kann man nie genug haben. In Biel habe ich das Beet der Einfahrt entlang mit grossen Lavendelbüschen bestückt, überhaupt eignen sie sich gut den Wegen entlang, wo man sie im Vorbeigehen streift und ihren Duft freisetzt. Wunderbar, wenn die Blüten sich nach einem Sommerregen öffnen und ihr Parfum sich mit dem Duft der regennassen Strasse mischt!

Und Lavendel muss überhaupt nicht immer blau sein. Seit einigen Jahren begeistert mich der englische Lavendelzüchter Simon Charlesworth von der Downderry Nursery. An der Chelsea Flower Show zeigt er jeweils seine vielfältigen Lavendelzüchtungen und gewinnt auch jedes Mal eine Medaille für seine wunderbare Ausstellung. Nun sind die schönsten seiner neuen Sorten auch bei Coop erhältlich. In kleinen Töpfen sehen die weissen und rosaroten Lavendel ausgesprochen hübsch aus. Ich habe sie nach Twann gebracht, wo ich ein kleines Gärtchen am See pflege. Dort freuen sich die Passanten über die exotisch anmutenden Blüten.

Ein besonderer Hingucker ist der Schopflavendel (Lavandula stoechas), von dem Charlesworth nun auch eine weisse Sorte auf den Schweizer Markt bringt. Mit den propellerartigen Hochblättern sorgt er immer für neugierige Blicke, besonders die Kinder sind fasziniert von seinen verspielten Blüten. Die jungen Pflanzen dieser speziellen Sorten pflanze ich anfangs jeweils in Terracottatöpfen, damit sie gut zur Geltung kommen. Wenn sie dann grösser werden, kommen sie in den Garten. Junge Lavendelpflanzen sehen auch in Balkonkistchen ganz hübsch aus und haben den Vorteil, dass sie nicht sehr oft gegossen werden müssen. Einen Sommer lang reicht ihnen dieser Platz. Später sollten sie dann nach draussen oder in ein grösseres Gefäss umgesetzt werden. Schopflavendel sind jedoch etwas weniger winterhart als die üblichen Sorten aus der Provence. In kühleren Gegenden sollten sie idealerweise mit den Kübelpflanzen überwintert werden. Normaler Lavendel (Lavandula angustifolia) hingegen ist hierzulande problemlos winterhart.

Grössere Lavendelsträucher werden im Herbst zurückgeschnitten. Anfänger haben manchmal Angst davor, die Büsche richtig zurückzuschneiden. Aber Lavendel treibt immer wieder aus, und man kann problemlos einen Drittel bis die Hälfte der Länge aller Zweige einkürzen. Ich schneide jeweils so viel weg, wie die Platzverhältnisse es verlangen, und schneide die Büsche möglichst regelmässig, damit sie dann im nächsten Jahr wieder schöne Kugeln bilden. Lässt man den Lavendel hingegen jahrelang ohne Rückschnitt wachsen, hat man am Ende einen hässlichen Besen übrig.

Ausser dem Rückschnitt muss man zur Pflege von Lavendel so gut wie nichts wissen. Lavendel kommt gerade auch in einem heissen Sommer bestens zurecht. Natürlich muss er in Gefässen gelegentlich gegossen und vielleicht mal gedüngt werden. Wie alle mediterranen Kräuter braucht er aber nicht besonders viel Dünger, und auch an einer kargeren Stelle im Garten kann der Lavendel gut gepflanzt werden. Bei mir wachsen ein paar Lavendel direkt im Kies am Rand des ehemaligen Parkplatzes, wo sie kaum Humus zur Verfügung haben. Aber das scheint sie gar nicht zu stören. Tatsächlich ist Lavendel eine der besten Pflanzen für faule Gärtner oder für Leute, die im Sommer länger verreisen. Wenn er direkt in die Erde gepflanzt wird, muss er gar nicht gegossen werden, ausser gleich nach dem Pflanzen. Ansonsten kommt er praktisch ohne Pflege zurecht. Und nicht nur die Menschen, sondern auch die Insekten lieben seinen Duft, und Lavendel lockt immer viele Schmetterlinge, Bienen und Hummeln an. Wer im Sommer nicht verreist, hat natürlich das Privileg, die eigenen Lavendelblüten rechtzeitig zu ernten. Am aromatischsten duften sie an einem heissen Mittag. Dann werden sie zu kleinen Sträusschen gebunden und verkehrt herum zum Trocknen aufgehängt. Zur Verwendung in der Küche brauche ich aber lieber die Triebspitzen der Blätter, die etwas dezenter schmecken als die Blüten.

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Für den Juni

• Balkonblumen giessen und regelmässig düngen.
• Bei Rosen, Stauden und Balkonblumen Verblühtes ausbrechen.
• Frühblüher wie Phlox, Frauenmantel und Storchenschnabel zurückschneiden und düngen, dann blühen sie noch ein zweites Mal.
• Die Samenstände von Akeleien ausbrechen, falls sich diese zu sehr ausbreiten. Oder die reifen Samen dort ausschütteln, wo mehr Akeleien gewünscht werden.
• Containerrosen und Gehölze in Lücken pflanzen.
• Kahle Stellen im Beet mit Einjährigen füllen. Kosmeen, Zinnien oder Löwenmäulchen sind ideale Lückenbüsser.
• Zweijährige Blumen wie Fingerhut und Stockrosen säen.
• Gemüsesaaten ausdünnen, jäten, giessen.
• Eingezogene Blätter von Narzissen und Tulpen entfernen.
• Tomaten ausgeizen und regelmässig düngen.
• Salat ernten.
• Rhabarber ernten, aber nur bis zum Sommeranfang am 21. Juni. Danach hat er zu viel Oxalsäure, und das ist nicht gesund.

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Mehr über Simon Charlesworth und seine Lavendelzüchtungen, sowie Tipps zur Kultur, Gestaltung und Verwendung von Lavendel bietet folgender Bildband: «Lavendel, Duft und Sinnlichkeit im Garten», von Michael Breckwoldt, mit Fotos von Ferdinand Graf Luckner, BLV Verlag, (erscheint im Juni).
Im Handel oder für Fr. 19.40 plus Fr. 5.– Versandkosten bei: www.coopzeitung.ch/shop oder unter diesem Direktlink.

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Sabine Reber

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Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Montag 04.06.2012, 12:41 Uhr

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