Jungstar ohne Allüren: Breel Embolo ist einer der talentiertesten Schweizer Fussballspieler.

Breel Embolo: «Ich bin einfach ein lockerer Typ»

Sympathieträger Auf dem Platz dribbelt er seine Gegner schwindlig. Privat ist er der unbekümmerte Junge von nebenan.

Es vergeht kaum ein Spiel des FC Basel oder der Schweizer Nationalmannschaft, ohne dass sein Name lobend erwähnt wird. Dabei gilt Breel Embolo (18) erst seit etwas mehr als einem Jahr als Profispieler. Diese Woche trifft der gebürtige Kameruner mit dem FCB in der Europa League auf die AC Fiorentina mit seinem ehemaligen Trainer Paulo Sousa.

Sie stammen aus Kamerun. Reisen Sie oft in Ihr Heimatland?
Wenn immer möglich verbringe ich dort meine Sommerferien. Ich habe jede Woche Kontakt mit Freunden und vor allem mit meinem Vater, der in Kamerun lebt.

War es für ihn nie eine Option, in die Schweiz zu ziehen?
Nein. Er hat sein Leben und seine Familie in Kamerun. Aber wir stehen uns sehr nahe und halten darum regelmässigen Kontakt.

Ihre Mutter kam bereits früher nach Basel – aus Liebe. Sind Sie heute froh, dass Sie ihr in die Schweiz gefolgt sind?
Sehr. Für meinen Bruder und mich war es zu diesem Zeitpunkt einfach wichtig, wieder bei ihr zu sein und sie war überglücklich, dass ihre Söhne wieder zu ihr kamen.

Auf Ihren Instagram-Bildern sieht man, dass Ihnen Religion wichtig ist. Warum?
Meine Mutter ist sehr gläubig. Sie stellt uns jedoch frei, ob wir sonntags in die Kirche gehen. Als Fussballer finde ich immer seltener Zeit dafür.

Sie sprechen privat meist Französisch, die Amtssprache Kameruns. Wie kommt es, dass Sie auch so gut Deutsch sprechen?
Ich habe für ein Jahr eine Sprachklasse besucht. Das war die Idee meiner Eltern, und im Nachhinein hat mir das sehr geholfen. Es half mir auch, meine KV-Lehre erfolgreich zu beenden. Es kommt vor, dass Leute automatisch Hochdeutsch mit mir sprechen. Dann schmunzle ich und spiele das Spiel mit.
 
Sie gelten als Sympathieträger und sind bei den Fans ebenso wie bei den Medien sehr beliebt. Empfinden Sie dies auch so?
Das können Sie mir beantworten! (lacht)Ich bin einfach ein lockerer Typ und ich lache viel. Das ist wohl ansteckend.

«

Ich bin lieber bei der Familie als auf Partys.»

Der «Bad Boy» im FCB-Team sind Sie also definitiv nicht.
Nein. Bei uns gibt es überhaupt keine «Bad Boys» in der Mannschaft. Wir haben ein tolles Verhältnis untereinander, und das spiegelt sich dann auch auf dem Platz wider.

Es soll aber auch vorkommen, dass Sie sich gegenseitig Streiche spielen, oder?
Sie sagen es! Wenn ich alles aufzählen würde, sässen wir wohl morgen noch da. Ab und zu wird sogar die Mediensprecherin des Clubs zum Opfer unserer Streiche, aber wir meinen das nie böse.

Sie spielen derzeit mit viel Erfolg – trainieren Sie dafür zusätzlich zum normalen Mannschaftstraining?
Bei unserem gedrängten Programm – praktisch alle drei Tage ein Spiel – ermuntern uns die Trainer, uns auf die Erholung zu konzentrieren. Intensives Einzeltraining wäre da nicht förderlich.  

Sie müssen Termine wahrnehmen, haben weniger Freizeit als andere Jugendliche in Ihrem Alter. Vermissen Sie das?
Nein. Als ich klein war, hatten wir immer viele Freunde zu Besuch. Noch heute bin ich lieber bei der Familie – ich wohne mit meinem älteren Bruder zusammen –, meinen kleinen Schwestern und meinen Freunden als auf Partys.

Wieso machen Sie beim Torjubel das Handzeichen «V» und «L» ? Das steht doch für die fiktive Strassengang «Vatos Locos» aus einem Film und einem Videospiel?
Ja, dieses Zeichen haben meine Kollegen und ich bereits in der Schule gemacht, zum Beispiel bei der Begrüssung. Und sie brachten mich dann auch auf die Idee, dieses Zeichen beim Torjubel zu verwenden.

Ihren Schienbeinschoner ziert ein Löwenkopf – das ist das Wappentier der kamerunischen Nationalmannschaft?
Richtig. Der Löwe ist für mich ein Symbol für Kraft und Willensstärke. Für Spieler wie mich, die in zwei Nationalteams spielen könnten, ist es nicht einfach, sich zu entscheiden. Aber meine ganze Familie unterstützt mich nach wie vor in meinem persönlichen Entschluss.

Was bedeutet Ihnen die Begegnung mit Ex-FCB-Trainer Paulo Sousa beim Europa-League-Match gegen die AC Fiorentina?
Unter ihm habe ich viele taktische Dinge gelernt. Die AC ist ein Topclub und wir müssen jeden Spieler im Auge behalten. Aber Trainer Urs Fischer wird uns optimal auf das Spiel vorbereiten.

Vier Daten im Leben von Breel Embolo

1997 Er kommt in Yaoundé zur Welt, der Hauptstadt Kameruns.
2014 Zu seinem 18. Geburtstag erhält er den Schweizer Pass.
2014 Super-League-Debüt beim FCB: Vier Minuten nach der Einwechslung: Tor.
2015 Erster Treffer für die Schweizer Nati im Spiel gegen San Marino.

 
Kein Breel ohne Fussballschuhe. Der Kreuz-Ohrring ist ein Geschenk
seines Bruders.
 


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Loredana Steiner

Mediamatikerin / Onlineredaktion

Foto:
Lucian Hunziker
Veröffentlicht:
Montag 23.11.2015, 18:59 Uhr

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