Körperliche Leiden schlagen auch dem vivsten Hund aufs Gemüt.

Chili leidet, Herrchen auch

Der Halter von Chili hat es nicht leicht. Der Hund müsste eine strenge Diät halten. Doch Chili ist einfach sehr verfressen. Das macht die Behandlung schwierig.

Das Telefonat fing dramatisch an: «Sein Durchfall ist nun blutig!» Dann folgte eine lange Liste von Sachen, die der Hund zwar nicht mehr fressen durfte, trotzdem gefressen hatte, und eine noch längere Liste von Medikamenten, die sein Besitzer ihm gab. Trotzdem hatte Chili immer wieder Durchfall. Solche Fälle sind sehr langwierig. Eine umfassende Diagnostik würde Chilis Besitzer Unmengen kosten. Er hatte aber mit diversen Mittelchen und Futter bereits mehr ausgegeben, als er wollte.

Immer wieder von vorne

Wir versuchten Chilis Leidensgeschichte von Anfang an aufzurollen. So wurde klar, dass der Hund nicht um eine umfassende Laboruntersuchung herumkommen würde. Er musste sich Blut entnehmen lassen und sein Besitzer brachte kurz darauf zwei Kotsäckchen vorbei. Eine Woche später hatte ich die Resultate. Chilis Bauchspeicheldrüse arbeitete nicht so, wie sie sollte. Dies liess viele Nährstoffe fast unverdaut in den Dickdarm. Dort vermehrten sich deshalb unerwünschte Darmbewohner und dies machte Chilis Durchfall blutig.

Nun konnten wir das Übel an seiner Wurzel packen. Bauchspeicheldrüsenenzyme im Futter ersetzten die fehlenden. Weitere Medikamente brachten Chilis Darm wieder ins Lot. Doch immer wieder musste Chilis Besitzer von vorne anfangen, denn der unersättliche Hunger liess den Hund oft Ungeeignetes fressen. Nach und nach wurde der Heisshunger besser und Chili musste nur noch die Bauchspeicheldrüsenenzyme nehmen. Sein Besitzer meinte, diese seien zwar teuer, doch sie wären bedeutend billiger als die vielen Waschmittel für verschmutzte Teppiche und all die Mittelchen und Pülverchen, die er zuvor gekauft hatte.

 

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Sprechstunde: Fragen Sie Chantal Ritter

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Sie in unserer Online-Tiercommunity.

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Fotolia, ZVG
Veröffentlicht:
Montag 18.09.2017, 12:55 Uhr

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