Der Schwede Jowan Österlund zeigt einen der Chips, die man sich bei ihm implantieren lassen kann.

Chipster: Ein Implantat als Eintrittskarte

In der Medizin sind sie längst gang und gäbe. Neu werden Implantate auch für rein kommerzielle Anwendungen eingesetzt.

Bei der schwedischen Eisenbahn ist die Suche nach dem Rail-Pass für manche Passagiere Vergangenheit – sie bezahlen buchstäblich «mit links»: mit einem kleinen Chip-Implantat, das unter der Haut zwischen Daumen und Zeigefinger sitzt. Das unscheinbare Teil kann aber noch mehr, etwa Türen öffnen, PC und Handy entsperren oder das Auto starten. Manche Unternehmen bieten ihren Angestellten bereits an, sich «chippen» oder «taggen» zu lassen. Mit dem Implantat lassen sich dann etwa Türen öffnen oder Kopierer und Kaffeemaschine bedienen.

Wie eine Kreditkarte

Die dahinter stehende Technologie NFC (Near Field Communication) ist nichts Neues. Sie wird unter anderem in Smartphones und bei Kreditkarten zur berührungslosen Zahlung verwendet. Kommt ein NFC-Chip in die Nähe des Lesegeräts, kann dieses die auf dem Chip gespeicherte Information auslesen. Seit 2011 sind in Deutschland die IDs – dort heissen sie Personalausweis – NFC-lesbar. Um den Chip einzupflanzen, wird die in einem Zylinder verpackte Elektronik mit einer Spritze unter die Haut gebracht, meist zwischen Daumen und Zeigefinger. Die kurze Prozedur soll etwa so schmerzhaft sein wie ein Piercing. Bei «I am Robot», einem deutschen Unternehmen, das NFC-Chips und Zubehör vertreibt, kostet der Chip inklusive Implantation etwa 100 Euro. Ganz Mutige können ihn aber auch mit einem Do-it-yourself-Kit selber injizieren. Mittels App und NFC-fähigem Handy wird das Implantat anschliessend mit Daten beschrieben. Die derzeit üblichen Chips haben nur ein bis vier Kilobyte Speicherkapazität. Das reicht gerade einmal für Visitenkarte, Blutgruppe sowie einige zusätzliche Angaben.

Sicherer als man denkt

Wichtig ist aber vor allem die einzigartige Nutzer-ID, mit der sich der Träger bei anderen Systemen identifizieren kann. Da die Implantate eine Reichweite von maximal zehn Zentimetern haben – mehr liegt wegen der kurzen Antenne nicht drin – lässt sich ihr Inhalt kaum unbemerkt auslesen. Dennoch: «Auf älteren Chips hätte ich nichts gespeichert, was ich nicht auch auf ein T-Shirt drucken würde», sagt «I am Robot»-Chef Sven Becker. Neuere Modelle, erklärt er, generierten die Nutzer-ID fortwährend neu und arbeiteten mit Verschlüsselung.

Nicht unwiderruflich

Die Chips sind so winzig, dass sie bei ärztlichen Untersuchungen nicht stören und bei Metalldetektoren – etwa am Flughafen – keinen Alarm auslösen. Ein Chip-Implantat wieder loszuwerden, ist nicht ganz unblutig, aber es geht: Das Gehäuse verwächst nicht mit dem Gewebe, und nach einem kleinen Schnitt lässt es sich wieder unter der Haut hervordrücken.

Fingerspitzengefühl

Gedacht zum schnellen Kombinieren von Fotos, ist Adobes «Photoshop Mix» eine brauchbare Bildbearbeitung für die Hosentasche. Freistellen, auf verschiedenen Ebenen arbeiten, Verwischen etc. braucht auf dem Handybildschirm zwar etwas Fingerspitzengefühl, geht mithilfe der Tutorials aber ganz gut von der Hand. Zur Anmeldung wird eine Adobe-ID benötigt. Dafür kann, wer Photoshop auf dem Desktop benutzt, Bilder über den Cloud-Speicher auch dort bearbeiten.

«Photoshop Mix», gratis für iOS/Android, ab 3 J.

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Text:
Daniela Gschweng
Foto:
James Brook
Veröffentlicht:
Freitag 18.08.2017, 15:57 Uhr

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