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In einem seiner Häuser hat Dimitri ein kleines Museum eingerichtet.

Fast 80 Jahre jung und immer noch topfit.

Der Tessiner hat eine kleine Clown-Dynastie begründet.

Dimitri ist ein Fan von Elefanten. Vom kleinsten Miniatur-«Nippes» bis zur fast lebensgrossen Statue (wie hier in seinem Garten) – er hat im Laufe seines Lebens Hunderte der Tiere gesammelt (natürlich keine lebenden!).

Clown Dimitri: «Mein Beruf ist der schönste der Welt»

Seit über 55 Jahren bringt Clown Dimitri Menschen zum Lachen, überall auf der Welt. Und der Spassmacher hat selber immer noch das grösste Vergnügen daran.

Sein Lachen und der Pilzkopf sind unverkennbar, Clown Dimitri ist eine Institution, nicht nur in der Schweiz. Im September wird er 80, doch zuvor geht er auf Tournee – mit Töchtern und Enkel. Wir trafen ihn zum Interview in Borgnone TI, wo er seit 50 Jahren zu Hause ist.

Diese Marionette stammt noch von seinem Vater. Der hat sie noch komplett von Hand geschnitzt. Ein ideelles Erbe.

Diese Marionette stammt noch von seinem Vater. Der hat sie noch komplett von Hand geschnitzt. Ein ideelles Erbe.
Diese Marionette stammt noch von seinem Vater. Der hat sie noch komplett von Hand geschnitzt. Ein ideelles Erbe.

Sein Lachen und der Pilzkopf sind unverkennbar, Clown Dimitri ist eine Institution, nicht nur in der Schweiz. Im September wird er 80, doch zuvor geht er auf Tournee – mit Töchtern und Enkel. Wir trafen ihn zum Interview in Borgnone TI, wo er seit 50 Jahren zu Hause ist.

Ein weiteres Exemplar seiner Elefantensammlung.

Ein weiteres Exemplar seiner Elefantensammlung.
Ein weiteres Exemplar seiner Elefantensammlung.

Ihr Zuhause ist ein wahres Paradies!
Ja, es ist ein grosses Glück, dass wir diesen Ort entdeckt haben: drei Gebäude, umgeben von 7,4 Hektar teils unzugänglichem Wald. Das Objekt stand seit Jahren zum Verkauf, doch niemand zeigte Interesse. Wir zögerten keine Sekunde und erhielten es zu einem Spottpreis.

Statt hier den Lebensabend zu geniessen gehen Sie lieber auf Tournee?
Ein Clown geht nicht einfach in Rente, ich spiele immer noch rund 140 Vorstellungen pro Jahr! Mit dem neuen Programm ist für mich wieder ein Traum in Erfüllung gegangen. Schon bei «Famiglia Dimitri» konnte ich mit meinen Kindern David, Nina und Masha sowie ihrem Ehemann auf Tournee gehen – wir haben es sogar am Broadway gespielt. Bei «DimiTRIgenerations» ist jetzt auch noch mein Enkel dabei.

Sie geben seit 55 Jahren den Clown …
Für mich ist das der schönste Beruf der Welt. Aber auch ein anstrengender. Talent allein genügt nicht, man braucht auch Leidenschaft dafür. Wenn Talent, Leidenschaft und körperliche Fitness zusammenkommen, ist es nicht mehr so schwer. Dann geht es von alleine.

Legen Sie diese Rolle auch einmal ab?
Nein, nie. Selbst wenn ich abgeschminkt bin. Ich behalte meine clowneske Seite auch im Privatleben bei. Ich lache viel und erzähle gerne Witze. Anders als bei einem Schauspieler, der nach der Vorstellung seine Rolle in der Garderobe lässt. Man kann ja nicht Tag und Nacht in der Rolle eines Mörders bleiben …

Lässt sich die heutige Jugend auch noch dafür begeistern?
In unserer Schule in Verscio fallen mir immer wieder Schülerinnen oder Schüler auf mit einer besonderen Begabung für die Clownerie. Ich ermutige sie dann, doch leider ohne grossen Erfolg. Die Jungen halten nicht viel vom Clown, er ist ihnen zu naiv, zu wenig intellektuell, nicht verrückt genug … Sie bevorzugen die Stand-up-Comedy nach US-Vorbild.

«

Ich bleibe Clown, auch wenn ich abgeschminkt bin.»

Seit über 55 Jahren ist Clown Dimitri auf der Bühne – und denkt nicht ans Aufhören!

Seit über 55 Jahren ist Clown Dimitri auf der Bühne – und denkt nicht ans Aufhören!
Seit über 55 Jahren ist Clown Dimitri auf der Bühne – und denkt nicht ans Aufhören!

Woher kommt die Leidenschaft bei Ihnen?
Mit sieben Jahren besuchte ich eine Vorstellung des Zirkus Knie und sah dort die Nummern des Clowns Andreff. Von diesem Augenblick an stand für mich fest, dass ich Clown werden wollte.

Wieso machten Sie dann aber zunächst eine Töpferlehre?
Das war kein Zufall. Mein Vater war Bildhauer und Maler. Er hat unter anderem rund hundert Marionetten für das damalige Theater in Ascona geschaffen. Auch meine Mutter war Künstlerin. Es war also normal, dass ich eine Ausbildung in diesem Bereich wählte. Mit den Händen zu arbeiten ist sehr kreativ. Ich wollte natürlich schon Clown werden, aber wie soll das gehen, wenn man erst 15 oder 16 ist? Damals war die Schule des Moskauer Staatszirkus sehr berühmt. Die Russen hatten originelle Nummern, während unsere Clowns die ewig gleichen Gags zeigten. Doch Moskau war damals unerreichbar, der Kalte Krieg machte alles kompliziert. Ich kam dann über das Theater und die Pantomime – vor allem durch die Zusammenarbeit mit Marcel Marceau – zur Clownerie.

Kurz darauf trafen Sie Ihre grosse Liebe.
Ich habe mich sogar dreimal in sie verliebt und bin es heute noch. Mit 13 oder 14 sah ich Gunda zum ersten Mal. Per Zufall traf ich sie drei oder vier Jahre später in Ascona wieder, doch unsere Wege trennten sich. Ich hatte aber weiterhin eine Schwäche für sie und traf sie 1960 in Zürich wieder. Dann habe ich sie nicht mehr losgelassen.

Und so begann die Famiglia Dimitri …
Bei unserer Heirat hatte meine Frau bereits ein Kind aus erster Ehe. Es war immer Teil der Familie, die sich mit der Geburt unserer beiden Söhne und unserer beiden Töchter noch vergrössert hat. Heute sind wir neunfache Grosseltern.

Sie waren als Vater aber oft abwesend.
Ich bin enorm viel gereist, auf allen fünf Kontinenten. Etwa ein Dutzend Tourneen in Japan. In Nord- und Südamerika spielte ich in über 200 Städten. Und in Europa kenne ich praktisch alle Länder. Das war eine harte Zeit für meine Frau, die sich um die Kinder kümmerte und gleichzeitig das Theater leitete. Aber Gunda ist eine starke Frau, sie hat das perfekt gemacht. Aber wir hatten auch schöne gemeinsame Zeiten, vor allem während meiner Arbeit mit dem Zirkus Knie. Wir lebten dreimal neun Monate mit allen Kindern zusammen im Wohnwagen. Eine wunderbare Erfahrung!

Vier Daten im Leben von Clown Dimitri

1935 Geburt in Ascona. Der Vater ist Bildhauer und Architekt, die Mutter Handweberin.

1951 Er erlebt einen Auftritt des Clowns Grock: «Ich war fasziniert, traute mich aber nicht, ihn anzusprechen …»

2010 Er engagiert sich für die Weltorganisation gegen Folter, Besuch der Demokratischen Republik Kongo.

2014 Bei der Verleihung der «SwissAwards» wird er für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Mehr über Clown Dimitri und seine Fammilientournee

Clown Dimitri «in action» auf der Bühne: 

Text

Quelle: YouTube

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Text:
Anne-Marie Cuttat
Foto:
Charly Rappo/Arkive.ch und Jean-Daniel von Lerber
Veröffentlicht:
Montag 19.01.2015, 14:00 Uhr

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