Auch das Verkosten von Wein ist Teil des Kurses. Das Ziel ist, alle Weine nach den gleichen Kriterien zu prüfen.

Coop-Basisweinkurs: Das ABC des Weines

Wenn es um Wein geht, dominiert bei vielen ein gepflegtes Halbwissen. Ein beruhigendes Gefühl vermittelt der Basisweinkurs der Académie du Vin.

Was ist schon wieder der Unterschied zwischen Säure und Tanninen? Warum sind Boden und Klima eigentlich so wichtig für einen Wein? Und sowieso, wie erkennt man einen qualitativ wirklich hochstehenden Tropfen? Bei solchen Fragen herrscht bei vielen Leuten eine gewisse Unsicherheit. Irgendwie weiss man so einiges, und irgendwie weiss man es doch nicht so ganz. Ob da ein Kurs Abhilfe schafft? Wir haben den Coop-Basisweinkurs besucht, der regelmässig in grösseren Schweizer Städten durchgeführt wird. Er verspricht, an zwei Abenden einen Überblick zu verschaffen über Themen wie: Weine verkosten und beurteilen, Etiketten lesen, den Umgang mit Wein, die wichtigsten Rebsorten, Rebbau und Weinbereitung.

Beide Abende beginnen mit einem Aromenparcours, wo fleissig am Inhalt kleiner Plastikbecher geschnuppert wird. «Erinnert an die Seife meiner Grossmutter», hört man aus der einen Ecke, «ein bisschen wie rauchiger Whisky», aus der anderen. Ein paar Minuten später löst Kursleiter Hans Georg Babits das Rätsel auf. Der seifige Duft, von dem viele dachten, es sei Rose, ist in Tat und Wahrheit Litchi, der Whisky-Duft stammt von Weinhefe. Eine ganz schön knifflige Sache! Hans Georg Babits ist einer von dreizehn Kursleitern der Académie du Vin. Der gebürtige Österreicher ist gelernter Koch und wurde 2006 Vize-Schweizermeister in der Blinddegustation. Mit seiner charmanten Mischung aus Schweizerdeutsch und Österreichisch und seinem Hang zur Selbstironie wäre es wohl auch für Wein-Uninteressierte eine Freude, ihm zuzuhören. Wir aber sind interessiert.Sehr sogar. Vor allem, wenn er Sätze sagt wie «Es gibt nur einen richtigen Geschmack – und das ist Ihr eigener.» Das ist Balsam in den Ohren von jedem, der irritiert ist, wenn andere von Aromen wie Cassis, Karamell und Champignons schwärmen und man selbst beim gleichen Wein an Kaugummi mit Erdbeergeschmack denken muss. «Ich rieche zum Beispiel im grünen Veltliner immer Hühnerbouillon», sagt der Österreicher. Gleichzeitig gibt Babits Tipps, wie man Aromen besser erkennen kann. Etwa, indem man das Weinglas vor dem Schnuppern schwenkt, damit die Geschmacksmoleküle sich an der Glasoberfläche verteilen und besser erkennbar werden. Oder indem man einen Schluck Wein bis zu zehn Sekunden im Mund behält und sich nebst den Aromen auf die Intensität von Säure, Süsse und Tanninen konzentriert. Der Kursleiter ruft aber auch dazu auf, seinen Geschmackssinn zu trainieren, um Weine besser einschätzen und bewerten zu können. «Es ist eine reine Übungssache.» Und geübt wird auch direkt im Kurs. An beiden Abenden werden je acht Weine verkostet. Ziel ist es, sie nach denselben Kriterien zu «prüfen» und so ihre Qualität beurteilen zu können.

So ganz nebenbei erfahren die Kursteilnehmer spannende Wissenshäppchen, mit denen sich auf Partys auftrumpfen lässt. Etwa, dass die Schweiz und Italien die einzigen Länder der Welt sind, in denen in allen Regionen Wein angebaut wird. Oder dass man zu sehr tanninreichen Weinen am besten gut gereiften Käse isst, weil das Salz die Gerbstoffe mildert. Oder dass der Zusatz Gran Reserva auf einer Weinetikette auf reifere Trauben hinweist. Wohingegen Premier Cru oder Grand Cru Lagebezeichnungen sind. Nach den zwei Kursabenden stellt sich das beruhigende Gefühl ein, einen gewissen Überblick über die vielen Themen der Weinwelt gewonnen zu haben. Und vor allem ist die Lust erwacht, noch mehr zu lernen, neue Weine auszuprobieren. Und vielleicht gleich ein paar Freunde zu einem privaten Degustationsabend einzuladen.

Mehr Informationen zu den Kursen finden Sie unter: www.advcampus.com

Nur wenige sind viel wert

Jan Schwarzenbach, Önologe

Jan Schwarzenbach, Önologe
Jan Schwarzenbach, Önologe

Immer wieder erhalten wir Anfragen, was denn ältere, im Keller liegende Flaschen aus Bordeaux wert seien. Tatsächlich sind die Preise und somit der Wert für die Weine von den bekanntesten Châteaus aus Bordeaux zwischen den Jahren 2005 bis 2011 stark angestiegen, auch für ältere Jahrgänge.

Jedoch sind die Preise in den letzten zwei Jahren wieder gefallen, und noch wichtiger; es sind nur etwa fünfzig bekannte Produzenten, welche einen wirklichen Wertzuwachs erfahren haben. Diese Château-Weine waren auch vor 2005 nicht günstig. Ein günstiger Bordeaux wird sich auch in zwanzig Jahren nicht in eine wertvolle Flasche verwandeln. Für einen Überblick zum Marktpreis von Wein eignet sich die Seite: www.wine-searcher.com. Falls Sie dort sehen, dass Sie einen wertvollen Wein im Keller haben, können Sie sich immer noch überlegen, ob Sie diesen lieber trinken oder verkaufen wollen.

Mehr zum Thema auf der Weinplattform Mondovino.ch

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Nicole Hättenschwiler

Stv. Chefredaktorin

Foto:
Christoph Kaminski
Veröffentlicht:
Montag 30.06.2014, 00:00 Uhr

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