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Für Salate: feine Stockrosen.

Bunte Tupfer: Hornveilchen.

Edel: dunkelrote Rosen fürs Dessert.

Stengelprimula Gold Lace.

Sehr apart: gefüllte Primeln.

Intensives Aroma: Duftgeranien.

Auch essbar: Nachtkerzen.

Für Wildkräutersalat: Borage.


Da blüht etwas für die Küche

Sie sind die eierlegenden Wollmilchschweine des Gartens: Essbare Blüten sind hübsch und schmackhaft und gesund. In Gärten und auf dem Balkon hat man mit ihnen sowohl die Zierde als auch Vitamine und Genuss. Sabine Reber sät viele Sorten im März aus.

Zu den beliebtesten essbaren Blüten gehören die Kapuziner. Ich ziehe sie jetzt in Töpfchen auf dem Fenstersims vor, sie können erst Mitte Mai nach draussen. Die scharfen Blüten enthalten heilende Senföle und sehr viel Vitamin C, sie sind die reinsten Fitmacher auf dem Salatteller. Sonnenblumen ziehe ich ebenfalls jetzt schon in Töpfchen vor. Ihre Blütenblätter sind eine hübsche Dekoration für Salate. Schön und schmackhaft sind auch die bunten Blüten der Stockrosen (Alcea rosea), von denen Select nun eine neue, gefüllte Züchtung im Sortiment hat (The Bridesmaide).
Und natürlich sind die Rosen nicht zu vergessen, im Internet und in Gartenkochbüchern findet man unzählige Rezepte mit Rosen, insbesondere für Sorbets, Kuchen oder Gelees werden sie gern verwendet. Am besten bewähren sich dafür stark duftende, rote oder magentafarbene Sorten wie beispielsweise Mme Isaac Pereire oder die Rose de Resht. Die Blütenblätter von weissen oder gelben Rosen hingegen werden schnell unansehnlich braun. Rosen können gut jetzt im März neu gepflanzt werden und blühen schon in der ersten Saison.

Und natürlich sind auch Pelargonien essbar, wobei sie den meisten Leuten aufgrund ihres penetranten Geruchs nicht schmecken dürften. Fein sind hingegen einige Duftgeranien, insbesondere die zarteren Sorten wie Angel Wings. Manche Duftgeranien haben aber ein penetrantes Aroma, sie sollten sparsam verwendet werden – was beispielsweise auch für Lavendelblüten gilt. Ich erinnere mich an ein englisches Rezept für Lavendelscones, das ich mal ausprobiert hatte; die süssen Brötchen schmeckten wie ein Stück von Grossmutters Seife. Weniger ist hier auf jeden Fall mehr!
Wer keinen Garten hat, braucht nicht auf essbare Blüten zu verzichten. Jetzt im Frühling finden sich überall essbare Blüten, von den gewöhnlichen Margrittli, verwilderten Primeli und dem Löwenzahn auf der Wiese über den Bärlauch, den man im Wald schon von Weitem riechen kann, bis zu den Schlüsselblümchen und Waldmeistern. Wichtig ist nur, sie an Orten zu pflücken, wo keine Chemie gespritzt wurde und wo Hunde und Füchse nicht hinpinkeln. Essbare Blüten sollte man nämlich möglichst nicht waschen. Sie würden ihr zartes Aroma einbüssen und auch nicht mehr schön aussehen. Noch geschlossene Gänseblümchen übrigens sind eine lustige Beigabe für Suppen: Sie gehen nämlich von der Hitze im Teller auf.

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Duftveilchen tunke ich in Eiweiss, dann in Zucker, und lasse sie trocknen.»

Schön sind auch besondere Primeln wie beispielsweise gefüllte Sorten oder die schwarzblütigen Gold Lace mit ihren goldenen Rändchen. Sehr apart! Aber das exquisiteste kulinarische Blümchen ist natürlich das Duftveilchen, und ein Aphrodisiakum noch dazu. Ich tunke einzelne Blüten in Eiweiss, dann in Zucker, und lasse sie trocknen. Oder man verarbeitet sie zu Sirup und serviert sie mit Champagner. Auch seine grösseren Verwandten, die Hornveilchen, sind schön und gesund, wobei ihre medizinischen Eigenschaften vor allem als Salbe bei Hautproblemen zur Wirkung kommen, ebenso wie die beliebten Ringelblumen (Calendula). Sie können schon zeitig im März direkt ins Beet gesät werden und wachsen ganz problemlos. Eine prima Pflanze auch für Anfänger und Kinder! Einfach ein paar kleine Gefässe mit einem Abzugsloch oder ein Eternitkistchen mit feuchter Erde füllen, ein paar Samen hineinstreuen, leicht abdecken und zuschauen, wie sie wachsen. Das Einzige, was man dann noch tun muss, ist, sie regelmässig zu giessen.

Genauso einfach zu ziehen ist Borage, dessen himmelblaue Blütensterne sowohl im Beet wie auf dem Teller zusammen mit Ringelblumen bestens aussehen. Die jungen Borage-Blätter schmecken mir auch als Gemüse, ich verwende sie einfach wie Spinat. Ganz zarte, noch kaum behaarte Blätter mische ich auch in Wildkräutersalate. Wenn man sie einmal im Garten hat, versamen sich Ringelblumen und Borage gern und tauchen jedes Jahr wieder auf. In einem milden Winter überleben sie sogar oft und blühen dann schon im März. Aber heuer haben bei mir nur einzelne Ringelblumen im Gewächshaus die Kälte überstanden, mit deren Blüten ich nun die ersten Frühlingssalate dekoriere. Sie haben nicht viel Geschmack, sehen aber ausserordentlich appetitlich aus. Und ein paar Vitamine enthalten sie natürlich auch. Ausserdem kann man sie zur Herstellung von hausgemachten Salben und Tinkturen verwenden. Was ich nicht säe, sind die Nachtkerzen. Die wachsen bei mir immer von selber. Und wenn man sie einmal hat, dann kommen sie auch zuverlässig wieder. Die Blüten gehen meist erst nach dem Abendessen auf und halten nur bis am nächsten Morgen. Darum pflücke ich sie morgens früh und bewahre sie dann im Kühlschrank auf, bis ich sie abends brauche. Sie schmecken am besten mit Frischkäse gefüllt.

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Für den März

  • Kräuter, Gemüse und einjährige Blumen in Schalen oder Jogurtbechern mit Loch säen.
  • Boden lockern und Gemüsebeete vorbereiten.
  • Rosen schneiden und düngen; wurzelnackte Rosen jetzt pflanzen.
  • Beerenobststräucher schneiden.
  • Sträucher, Hecken und Bäume pflanzen.
  • Blühende Zwiebelblumen ins Beet oder in Gefässe pflanzen, dazu passen Stiefmütterchen oder Vergissmeinnicht.
  • Winterschutz an den Stauden allmählich entfernen.
  • Kübelpflanzen umtopfen, giessen, und an einen hellen Ort stellen.
  • Gemüse und einjährige Blumen auf der Fensterbank oder im hellen Treppenhaus vorziehen.
  • Erste gut abgehärtete Gemüsesetzlinge ins Beet pflanzen, in kalten Nächten mit Vlies abdecken.
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Sabine Reber

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Foto:
Stöh Grünig, iStockphoto
Veröffentlicht:
Freitag 09.03.2012, 12:51 Uhr

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