Alles bereit, um die Korken knallen zu lassen: Welchen Schaumwein man dazu wählt, ist Geschmackssache.

Damits am Fest schön Prickelt

Bei Schaumweinen ist nicht Hans was Heiri. Im Gegenteil. Kleine Einführung in die Familie von Champagner, Sekt, Prosecco und Co.

Die Proseccos und Sekte, die Cavas, Crémants und wie die Schaumweine alle heis-sen, gelten gemeinhin immer noch als die armen Verwandten des doch so edlen Champagners. Nach einem Gespräch mit dem Vinum-Redaktor Benjamin Herzog, 29, Geniesser, Journalist und gelernter Wein-Sensoriker, muss man das Urteil revidieren.

Grosse Unterschiede
Zunächst zum Ausdruck arm: «Vinum hat eine Blindverkostung gemacht – obenaus geschwungen hat nicht ein Champagner, sondern ein deutscher Winzer-Sekt», so Herzog. Und wie sieht das mit den Verwandtschaftsverhältnissen aus? Zwar gehören alle erwähnten Produkte zum Clan der Schaumweine. Damit hat es sich dann aber mit der Ähnlichkeit. «Allein schon die Herstellungsmethoden sind sehr unterschiedlich», erklärt Herzog. «Champagner macht eine zweite Gärung in der Flasche und reift danach viele Monate, gar Jahre heran. Dabei entwickelt er feine Kohlensäurebläschen und seinen unverkennbaren Charakter.» Prosecco dagegen wird in grossen Stahltanks ein zweites Mal vergärt, die Perlen entwickeln sich innert kurzer Zeit, erst danach wird er in Flaschen gefüllt. Wer jetzt meint, sich in der Schaumwein-Verwandtschaft auszukennen, meint falsch. Denn auch die spanischen Cavas etwa, deren deutsche Cousins, die sogenannten Winzer-Sekte, und die besten Schweizer Schaumweine werden nach der Champagner-Methode hergestellt. Dasselbe gilt für Krimsekt oder den französischen Familienzweig, die Crémants. Crémants sind Schaumweine, die ausserhalb des definierten Champagner-Gebiets produziert werden.

Durch die lange Reifung der nach der mèthode champenoise hergestellten Weine schmecken diese auch ganz anders: «Ein Champagner ist in der Regel feinperliger, er schmeckt weniger frischfruchtig, oft nach Brioche und allenfalls nach Nüssen», sagt Herzog. Ein Prosecco hingegen ist von Frische und Frucht geprägt. «Wie gesagt – etwas ganz anderes. Aber beides hat seine Berechtigung.» Die Familie der Schaumweine ist aber noch weiter verästelt. Steht auf einer Flasche etwa brut nature, kann man von einem knochentrockenen Wein ohne jeden Zusatz von Zucker ausgehen. Das Gegenteil ist der sehr süsse Doux. Und dazwischen gibts Varianten mit der Bezeichnung Brut, Extra Brut und so weiter. Das Problem ist, dass brut oder dry bei einem Champagner etwas anderes bedeutet als bei einem Prosecco, was den Zucker angeht.

Wann trinkt man was?
Doch alle Theorie ist grau, darum die Frage an den Experten: Wann trinkt man was? «Champagner ist schon etwas für festliche Angelegenheiten», sagt Herzog. Aber er empfiehlt Prosecco zu scharfen asiatischen Gerichten oder Fisch. «Das ergänzt sich hervorragend.»

 

Perlage: Bläschen

Die Qualität der Perlage, also der Kohlensäureperlen im Schaumwein, sagt viel über die Herstellung des Schaumweins aus. Um ihre Qualität zu beurteilen, wird geschaut, wie lange die Kohlensäure im Wein bleibt und wie gross die Perlen sind. Schaumwein, der mit Kohlensäure geimpft worden ist, bei dem also wie bei Süssgetränken die Kohlensäure in den stillen Wein gedrückt wurde, hat grosse Blasen, die kurz nach dem Öffnen verschwinden. Wenn die Kohlensäure von der alkoholischen Gärung in einem Drucktank stammt, wie bei Prosecco oder Moscato, dann ist die Perlage feiner und hält länger an. Wurde der Schaumwein in der Flasche ein zweites Mal vergoren und danach in der Flasche gelagert, wie etwa bei Cava oder Champagner, dann ist die Perlage am feinsten und hält lange. Da in den Kohlesäurebläschen besonders viele Aromastoffe gelöst sind, ist ein Wein mit viel feiner und lang anhaltender Perlage aromatisch und hochwertig.

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Franz Bamert

Redaktor

Foto:
Heiner H.Schmitt, zVg
Veröffentlicht:
Montag 24.11.2014, 00:00 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

Die neusten Kommentare zu Frisch auf den Tisch:

SannaN antwortet vor einem Tag
Quinoa: Das Gold der Inka
Gemäss Info heute an der HESO ... 
Sandra Vogt antwortet vor zwei Tagen
Edamame: Bohnen, die sich lohnen
Guten Morgen
Bekomme ich die Ed ... 
Gustav Müller antwortet vor 2 Wochen
Landjäger: Beliebter Rohling
Sehr Gut,
kann ich nur empfehle ... 


Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?