Dani Ziegler und sein Fodera-Bass: eine Anfertigung ganz nach seinen Wünschen.

Dani Ziegler: «Eigentlich bin ich ein ganz Netter»

Bassimist Man kennt ihn vorab als dauermürrischen Bassisten bei Giacobbo/Müller. Nun steht die Premiere seines ersten Soloprogramms an.

Dani Ziegler wohnt hübsch über Herisau AR. Im Wohnzimmer wecken drei Dinge die Aufmerksamkeit: die sensationelle Aussicht bis hin zum Bodensee, das Guggerzytli, das die Big-Ben-Melodie spielt, und der Käfig, halb mit Sägespänen gefüllt, in die sich Zwerghamster Nina eingegraben hat.

 
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Herr Ziegler, darf ich Ihnen eine Frage stellen?
Klar, nur zu. Warum fragen Sie?

Man weiss ja nie, so griesgrämig wie man Sie vom Fernsehen kennt.
TV und privat sind ja nicht dasselbe. Überhaupt, der Charakter, den ich im Fernsehen spiele: Viele Leute haben das Gefühl, das sei die Rolle, die man mir für Giacobbo/Müller gegeben hat. Das stimmt aber nicht: Ich habe solche Rollen schon mit Simon Enzler gespielt, mit dem ich seit 1997 auftrete. Einmal spielte ich einen Blasmusikanten, einmal Banker – aber immer ein bisschen schlecht gelaunt.

Spielen Sie denn noch andere Instrumente?
Nein, nein – der Bass reicht mir, damit habe ich genug zu tun.

E-Bass-Saiten: jede Woche ein neuer Satz.

E-Bass-Saiten: jede Woche ein neuer Satz.
E-Bass-Saiten: jede Woche ein neuer Satz.

Das Sauertöpfische scheint Ihnen zu liegen. So wie Sie bei Giacobbo/Müller in die Welt schauen, tun mir Ihre Musikschüler fast ein bisschen leid.
Ich schlage die Schüler ja nicht. Gut, vielleicht manchmal ein bisschen «ginggen» ... Nein, eigentlich bin ich ein ganz Netter.

Mir ist aufgefallen, dass Sie sogar ein bisschen gelächelt haben, als ich zur Türe reinkam.
Ja, ja, das kann ich schon – sonst klebe ich mir einfach die Mundwinkel ein bisschen nach oben. Aber ich habe mich ja auch auf Ihren Besuch gefreut.

Auch in Ihrem Soloprogramm ziehen Sie die Rolle des mürrischen Bassisten durch. Haben Sie keine anderen Ideen?
Das mache ich ganz bewusst, so kennen mich die Leute. Andernfalls müsste ich in meinem Programm zuerst eine neue Figur einführen, und das würde zwanzig Minuten dauern.

Warum trennen Sie sich eigentlich von Simon Enzler? Hatten Sie «Lämpen»?
Überhaupt nicht: Der Zeitpunkt für die Lancierung eines Soloprogramms ist günstig. Giacobbo/Müller hat mir eine gewisse Bekanntheit beschert. Dieses Sprungbrett muss ich einfach nutzen.


«

Der Bass reicht mir, damit habe ich genug zu tun.»

Sie sehen Ihre Zukunft also weniger als Musiklehrer denn als ... Kabarettist – oder wie sagt man dem, was Sie machen?
Kleinkunst, würde ich sagen – ob es Kabarett ist, weiss ich nicht. Ja, es wäre schon toll, wenn es in diese Richtung gehen würde. Für ein Leben als Lehrer habe ich einfach auch zu wenig Schüler; im Moment sind es fünf à 30 Minuten. Davon lässt sich schlecht leben.

Von den Buchungen, die Sie bis jetzt für Ihr Programm haben, aber auch nicht.
Das stimmt, aber es muss auch nicht innerhalb eines Monats von null auf hundert gehen, und Giacobbo/Müller läuft noch bis Ende Jahr.

Was bedeutet es für Sie, wenn Giacobbo/Müller Ende Jahr vorbei ist?
Dass ich am Sonntag endlich wieder mal frei habe. Spass beiseite: Ich mache das jetzt seit dreieinhalb Jahren – eigentlich habe ich schon lange damit gerechnet, dass ich ersetzt würde. Es war eine schöne Zeit, aber irgendwann ist halt fertig. Ich trauere dem nicht nach, aber in Jubel breche ich sicher nicht aus.  

Am 30. April ist die Premiere Ihres Soloprogramms. Haben Sie keine Angst, dass die Leute nicht lachen könnten?
Es kommt darauf an, wie viele Journalisten da sind – die lachen ja nicht so gerne. – Nein, eigentlich habe ich keine Angst, ich habe ja schon ein paar Testauftritte gemacht, und da haben die Leute gelacht. Aber klar, eine Garantie gibt es nie. Ich mache einfach das, was ich selber witzig finde.

Das Fleischmesser: unentbehrlich für den Hobbykoch.

Das Fleischmesser: unentbehrlich für den Hobbykoch.
Das Fleischmesser: unentbehrlich für den Hobbykoch.

Wie sieht denn eigentlich Ihr Alltag aus?
Ich fahre am Morgen nach St. Gallen, entweder zur Schule oder in meinen Probekeller. Dort übe ich, schreibe und arrangiere den ganzen Tag und komme am Abend wieder nach Hause. Das ist mein Arbeitstag. Und am Sonntag bin ich den ganzen Tag beim Fernsehen für Giacobbo/Müller.

Ihre Partnerin arbeitet. Machen Sie den Haushalt?
Den machen wir zusammen – ich arbeite ja schliesslich auch. Aber ich koche viel und gern und nehme mir dafür auch Zeit. Dabei ist mir wichtig, dass ich möglichst alles selber mache. Mein Vater ist Koch, meine Schwester auch: Die sind unglaublich effizient, die kochen innerhalb einer halben Stunde für zehn Leute. Ich brauche zwei Stunden für uns zu Hause. Manchmal ist es mehr ein Basteln.

Vier Daten im Leben von Dani Ziegler

1985 Gymnasium St. Antonius in Appenzell, wo Zucht und Ordnung herrschten.
1999 Ein Jahr auf den Malediven als Coach einheimischer Hotelmusiker und Bassist in diversen Bands.
2005 Bezug einer gemeinsamen Wohnung mit seiner Partnerin Isabel und deren beiden Kindern.
2012 Erster Kontakt mit dem TV: Zusammen mit seinem Freund Simon Enzler macht er die Serie «Töfflibuebe».

Auftritt bei Giacobbo/Müller: Kostprobe aus dem neuen Soloprogramm

Dani Ziegler zusammen mit Simon Enzler

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Martin Zimmerli

Redaktor

Foto:
Daniel Ammann
Veröffentlicht:
Montag 18.04.2016, 15:45 Uhr

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