Die Mauerbiene, hier an einer Thymianblüte, lebt nicht im Schwarm und ist daher nicht anfällig für Milben- krankheiten. Daher wird diese Wildbiene immer wichtiger für die Bestäubung. 

Darauf fliegen die Bienen

Eine bienenfreundliche Umgebung schaffen kann jeder mit einem Balkon oder Garten. Was gilt es dabei zu beachten? 

Monokulturen in der Landwirtschaft und häufiges Mähen von Wiesen machen es Bienen nicht leicht, das ganze Jahr über genügend Lebensräume und Nahrung zu finden. Pestizide machen ihnen ebenfalls zu schaffen. Betroffen sind nicht nur Honig-, sondern auch Wildbienen, von denen es in der Schweiz mehrere Hundert Arten gibt. Sie alle übernehmen einen wichtigen Part bei der Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen.
Um die Bienen zu unterstützen, hat beispielsweise die Naturkosmetik-Herstellerin Weleda in Arlesheim BL vor zehn Jahren den Garten am Firmensitz bienenfreundlich umgestaltet. «Er ist naturnah angelegt und wird entsprechend gepflegt», erläutert Chefgärtner Pierre Kappler. Es kommen also keine Pestizide, Herbizide oder Kunstdünger zum Einsatz, , «und es wurden vor allem einheimische Pflanzen angesiedelt». Insbesondere Wildbienen seien auf solche spezialisiert.

Bitte keine Pestizide

Wichtig für die Bienen ist ein vielfältiges ganzjähriges Blütenangebot. «Anfang Jahr sind etwa die blühenden Haselsträucher wichtig», weiss Kappler. Spät im Jahr blüht der Efeu, auch ihn mögen die Bienen. «Anziehend ist eine Blüte, wenn sie sich zum Beispiel vom Hintergrund stark abgrenzt. Die UV-Absorbierung und -Abstrahlung spielen dabei eine wichtige Rolle», erklärt Pierre Kappler. In Bäumen wie Ahorn, Linden oder Tannen leben Läusekolonien, deren zuckerhaltige Ausscheidungen (Honigtau) die Bienen mögen. Der Duft einer Blume aber hat keinen grossen Einfluss und auch die Farben nehmen sie nicht so wahr wie wir Menschen.
Fragt man den Fachmann, wie man die wichtigen Bestäuber unterstützen kann, kommt die Antwort prompt: «Unter den Gewürzen stehen Thymian, Lavendel und Rosmarin hoch im Kurs. Auch Borretsch, Johanniskraut, Weissdorn, Brom- und Himbeere sind beliebt.» Diese Liste liesse sich noch fortführen. Mit den richtigen Pflanzen allein ist es jedoch nicht getan. Kappler betont: «Absolut auf Pestizide verzichten!»

Wasser – und Landeplätze 

Zudem brauchen die Bienen Wasser. «Wer keinen Teich hat, kann flache Gefässe mit Wasser aufstellen. Es braucht aber Landeplätze – schwimmende Blätter oder Holzbretter –, sonst ertrinken die Bienen beim Wasserschöpfen.»
Für den Winter rät der 55-Jährige, verdorrte Blüten- und Samenstände stehen zu lassen. «In den dürren Stielen und Blütenständen überwintern Insektenlarven, die Samen sind Nahrung für Vögel.»
Die Massnahmen im Weleda-Garten jedenfalls zeigen Wirkung: «Die Vielfalt an Insekten hat allgemein enorm zugenommen.»
Auch Coop engagiert sich für die Bienen, etwa mit der Pflanzaktion, bei der bienenfreundliches Pflanzgut an Schulklassen verschenkt wird. Schulareale in der ganzen Schweiz sollen erblühen und wertvolle Lebensräume für Bienen und andere Lebewesen geschaffen werden.

Hier finden Sie die Tat Nr. 82
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Einblicke in die Pflanzprojekte und viele Tipps für bienenfreundliches Gärtnern finden Sie unter:
» www.probienen.ch

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Noëmi Kern

Redaktorin

Foto:
Keystone, Weleda Bildarchiv, zVg
Veröffentlicht:
Montag 17.04.2017, 16:00 Uhr

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