Das Basislager

Sie: Ein Wochenende ohne Verpflichtungen. Kein Müssen, nur Wollen. Herrlich! Spontan entscheiden die Kinder beim Frühstück, was wir machen könnten: «Bummeln!». Sie brauchen Jeans, ich eventuell einen Bikini für die Sommerferien und Schneider ...? «Nichts.» «Egal, komm mit, das wäre sooo schön», trällern wir drei Weiber.

 
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Er runzelt die Stirn. Ich sage: «Du wirst sehen: Es ist toll, wenn du dabei bist!» «Also gut», Schneider nickt. Klasse! Shopping als komplette Familie machen wir nur sehr selten. Im Städtchen schlendern wir vergnügt durch die Fussgängerzone. Sogar Schneider ist guter Laune. 

«

Shopping mit Familie ist klasse. Und selten. »

Die Kinder verschwinden im ersten Kleidergeschäft zwischen den Regalen. Der Laden ist krachend voll. Ich versuche, den Überblick zu bewahren. Zum Glück ist unsere Ältere gross genug; so sehe ich ihren blonden Kopf zwischen Kleiderständern auftauchen. Schneider meint derweil, er gehe schnell mal in die Herrenabteilung und steuert auf die Rolltreppe zu. Stopp! Stehen bleiben!So verlieren wir uns innert Minuten! Ich muss schleunigst dafür sorgen, dass wir uns nicht von der netten Frau im Kundendienst ausrufen lassen müssen. Die Lösung ist klar: «Wir brauchen ein Basislager», sage ich zu Schneider: «Dich!»

Er: Schreiber wollte, dass ich unbedingt mitkomme, und jetzt, wo ich dabei bin, will sie unbedingt, dass ich bleibe. Nämlich an einem Ort, an dem meine drei Mädels ihre Einkäufe zwischenlagern können. «Du setzt dich ins Kaffee an der Ecke und dort treffen wir uns in einer Stunde», sagt Schreiber bestimmt und verlangt: «Handy einschalten». «Habs nicht dabei.» «Och! Echt, wenn man das Ding mal brauchen könnte … Also: Du bewegst dich dort nicht weg, bis wir alle wieder komplett sind. Du bist wichtig!» «Ist das ein Kompliment?», will ich fragen, aber die drei sind schon weg. Na, dann auf ins EckKaffee. Unterwegs kaufe ich mir in der Buchabteilung ein Werk übers Drehbuchschreiben, mit dem ich es mir gemütlich mache. Schon hechtet Schreiber an: «Ich habe einen Bikini gesehen. Gefällt er dir?» Sie zeigt mir ein unscharfes Bild auf ihrem Handy. Dann düst sie im Rausch davon und kehrt bald zurück mit zwei grossen Tüten. «Nicht reinschauen, Überraschung!» 

«

Ich dabei? Wo dabei? Sie sind ja ständig weg.»

Welche Energie! Nach einer Stunde, zwei Kaffees und 47 Seiten stehen meine drei Frauen vor mir: «Kannst du noch im Buch weiterlesen? Wir sind grad in Fahrt», fragt Schreiber, küsst mich und sagt: «Macht viel mehr Spass, wenn du dabei bist.» Wo dabei?

 (Coopzeitung Nr. 27/2015) 

Mehr zu den Kolumnisten unter: www.schreiber-schneider.ch

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 29.06.2015, 17:03 Uhr

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