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Das Geheimnis guter Erde

Schimpfe auf dich selbst, nicht auf die Sonne, wenn dein Garten nicht blüht, sagt ein chinesisches Sprichwort – einen schönen Garten gibt es eben nicht umsonst. Wichtig ist vor allem ein gesunder, fruchtbarer Boden, sagt der Basler Kompostberater Hans Balmer.

Coopzeitung: Warum soll man kompostieren?
Hans Balmer: Der natürliche Boden entsteht unter anderem dadurch, dass abgestorbenes ode r nutzlos gewordenes pflanzliches Material durch ein riesiges Heer von Mikroorganismen und Kleinsttieren abgebaut und zu Humus umgewandelt wird. Diesen natürlichen Prozess ahmen wir beim Kompostieren nach, wobei wir ihn gleichzeitig optimal gestalten. Kompost ist die natürlichste Sache der Welt und eine Grundlage für jegliches Leben. Wenn man die organischen Reststoffe aus Küche, Haushalt und Garten in den normalen Abfall wirft, werden sie vernichtet und dem natürlichen Kreislauf der organischen Substanz entzogen.

Was bringt mir das Kompostieren konkret für den Garten?
Ein gesunder Boden ist Voraussetzung für einen schönen Garten. Kompost wirkt für den Garten wie eine «Wunderdroge». Man braucht kaum noch andere Dünger. Gute Komposterde fördert das Pflanzenwachstum, denn sie enthält Pflanzennährstoffe in ausgewogenem Verhältnis und ausserdem viel Nahrung für das Bodenleben: Ernähre den Boden, damit der Boden die Pflanzen nähren kann!

Das klingt doch etwas kompliziert.
Kompostieren ist einfach. Aber es ist natürlich aufwendiger, als die Abfälle über den Hauskehricht zu entsorgen. Sämtliche Kompostrohstoffe müssen zerkleinert werden; je kleiner, desto besser. Wasserhaltige, weiche, verderbliche Bestandteile müssen laufend mit Strukturmaterial – Häckselgut oder Kleingehacktes von Baum und Strauch – intensiv vermischt werden, um Klumpenbildung zu vermeiden. Denn Klumpen sind Fäulnisherde und die Quelle unerwünschter, lästiger Begleiterscheinungen wie üblen Gerüchen oder Ungeziefer. Kompostieren schont aber das Portemonnaie. Sie sparen bei den Abfallgebühren, beim Dünger, beim Kauf von Erde oder Torf.

Kann ich auch auf dem Balkon kompostieren?

Ja. Es gibt heute sehr einfache Systeme, mit denen man einen Kompost auf dem Balkon einrichten kann.

Aber das stinkt doch.
Beim sachgerechten Kompostieren entstehen keine unangenehmen Gerüche, nur dürfen Sie nicht den Fehler machen, den Kompost mit einer bequemen Entsorgungsstelle für organische Abfälle zu verwechseln.

Bringt ein Kompost nicht viel Ungeziefer, Mäuse und Insekten?
Beim sachgerechten, sorgfältigen Kompostieren sind selten bis nie lästige Begleiterscheinungen zu befürchten.?

Das gehört auf den Kompost:
  • Sämtliche organischen Reststoffe des Gartens (Erde von Wurzelballen abschütteln)
  • Gemüse- und Obstreste, auch Schalen von Zitrusfrüchten und Bananen
  • Kaffeesatz und Teekraut (Teebeutel aufreissen)
  • Eierschalen (s. unter Tipps)
  • ausgediente Blumensträusse (ohne Draht- und Bindematerial)
  • Einstreu von Kleintieren
  • Laub
  • Rasenschnitt (ist in grösseren Mengen problematisch; besser zur Bodenbedeckung, als Mulch, verwenden)
  • zerkleinerte (gehäckselte, geschredderte) Äste, Zweige etc.

 

Das gehört nicht in den Kompost:
  • Metall
  • Glas
  • Gummi
  • Steine
  • Katzen-, Hundekot
  • Zigarettenstummel
  • bedrucktes Papier
  • behandeltes Holz
  • Kehricht

 

Tipps:

8 Punkte zum Komposterfolg

  • Kompostierbare Abfälle sammeln und zerkleinern; je kleiner, desto besser.
  • Eierschalen in einem Plastiksack sammeln und später darin zu kleinen Splittern zerdrücken.
  • Nasse Abfälle gut mit Strukturmaterial vermischen, damit sich keine faulenden Klumpen bilden können.
  • Abfälle nicht pressen, Sammelbehälter also nur locker füllen.
  • Sammelbehälter nicht an die Sonne stellen und mehrmals pro Woche leeren.
  • Mischen Sie die gut zerkleinerten, weichen, verderblichen Kompostrohstoffe (v.a. Küchenabfälle) laufend mit Strukturmaterial (Häckselgut bzw. Kleingehacktem von Baum und Strauch, notfalls mit Rindeneinstreu, wie sie für Haustiere im Handel ist).
  • Halten Sie den Kompost feucht, denn nur in einer feuchten Umgebung können die Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) ihre äusserst wichtige Tätigkeit verrichten. Vermeiden Sie aber Vernässung, um jegliche Fäulnis zu verhindern. Ist der Kompost zu trocken, lässt die Verrottung stark nach.
  • Halten Sie sich an die Regeln «zerkleinern, mischen, feucht halten und immer zudecken». Der Kompost braucht einen zuverlässigen Licht- und Regenschutz. Für die Feuchtigkeitsregulierung sind Sie zuständig, nicht das Wetter.

 

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Christian Degen

Chefredaktor

Foto:
Fernando Godenzi
Veröffentlicht:
Montag 18.07.2011, 12:05 Uhr

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