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Das Gemüse ist im Eimer

Balkongemüse ist einer der ganz grossen Trends dieser Saison. Dank neuer, verbesserter Züchtungen,
die speziell für Topfgärtner entwickelt worden sind, gedeihen nun Tomaten, Peperoni, Zuckermelonen
und viele andere Gemüse problemlos auch auf dem kleinen Stadtbalkon.

Uff, die Kartoffeln wären im Boden, die Rüebli gesät, der Salat gepflanzt … und das alles im Eimer. Tatsächlich, viele Gemüse, Kräuter und Salate wachsen auch ganz gut in Kübeln, in Zinkwannen, Eternitkistchen oder in ganz gewöhnlichen Blumentöpfen. Auch Körbe lassen sich gut bepflanzen, wenn man sie mit Vlies auslegt. Und Kartoffeln habe ich zur Abwechslung auch schon in alte Autoreifen gesetzt, die ich aufeinander staple. Das ist superpraktisch, weil man zum Ernten einfach die oberen Reifen wegnehmen kann.

Besonders gern bepflanze ich aber alte Ochsner-Müllkübel. Sie sind dank des Henkels auch praktisch zum Rumtragen, und man kann sie nach Bedarf verschieben. Wichtig ist nur, in den Boden aller Gefässe ein paar Löcher zu schlagen, damit überschüssiges Wasser abziehen kann. Frisch gepflanzte Salate und andere zarte Setzlinge stelle ich erst einmal in den Schatten, damit sie sich etwas erholen können. Nach ein paar Tagen kommen sie dann an die Sonne, wo sie viel besser gedeihen. Tomatensetzlinge, Zucchini, Melonen, Basilikum und andere kälteempfindliche Pflanzen lassen sich auch äusserst praktisch in Gefässen ziehen. Sobald kalte Nächte angekündigt sind, trägt man sie kurzerhand rein und stellt sie am Morgen wieder raus. Klingt mühsam? Ach was, ein bisschen Bewegung tut doch allen gut. Und im Frühling muss man sich halt schon etwas um die Pflanzen kümmern. Dafür lohnen sie die Mühe dann im Sommer mit reicher Ernte! Und was gibt es Schöneres, als süsse Cherrytomaten vom eigenen Balkon zu naschen, selber gezogene Erdbeeren zu ernten oder den Schnittsalat ganz frisch vor der eigenen Tür zu haben? Das ist doch der pure kulinarische Luxus!

Wer eine grössere Terrasse hat, kann eventuell ein, zwei Hochbeete installieren. Ich habe in einem kleinen Gärtchen in Twann vor Jahren einfache Quadratbeete aus Tannenlatten installiert, die sich bestens bewähren. Nun habe ich sie wieder neu bepflanzt. Die Seiten messen jeweils 120 Zentimeter. Durch Schnüre lassen sie sich in weitere kleine Quadrate von jeweils 30 mal 30 Zentimeter Länge unterteilen. In jedes dieser Kästchen sät man ein anderes Gemüse, pflanzt Salatsetzlinge oder Kräuter. In einem Feld haben beispielsweise fünf Salatpflanzen Platz. Wenn sie grösser werden, ernte ich entweder den mittleren, und lasse die anderen noch eine Woche wachsen, oder ich ernte vier kleinere, und lasse den mittleren gross werden. Bei Kohl, Krautstielen, Kardy und anderen gros-sen Gemüsesorten pflanze ich jeweils nur einen Setzling pro Feld. Karotten, Petersilie, japanischen Senfkohl und Schnittsalat dagegen säe ich so dicht, wie ich es in einem grösseren Beet nie machen würde.

Da die Kräuter, Salate und Gemüse kunterbunt durcheinander gemischt sind, halten sich Probleme mit Schädlingen und Krankheiten auf natürliche Weise in Grenzen. Je grösser die Vielfalt, umso weniger Chancen haben Plagegeister, sich ungestört zu vermehren. Jedes dieser Minibeete ergibt eine Mahlzeit. Sobald etwas geerntet wird, pflanzt oder sät man an der Stelle gleich wieder etwas anderes. So hat man auf kleinstem Raum die ganze Saison über sein eigenes Schlaraffenland. Auch wer nur ein paar Kübel auf dem Balkon hat, sollte jeweils gleich was Neues säen oder pflanzen, wenn etwas fertig geerntet wurde! Dadurch lässt sich die kulinarische Gartensaison um ein Vielfaches verlängern. In mancher Hinsicht sind Gefässe oder Hochbeete die einfachste, überschaubarste Methode, um Gemüse und Kräuter zu ziehen. Man hat dann kaum Probleme mit Schnecken und Unkraut, und die Arbeit hält sich insgesamt in Grenzen: Pflanzen, regelmässig giessen, gelegentlich düngen und dann ernten, das sind in einem derart vereinfachten Naschgarten die Hauptaufgaben.

Wenn der Balkon das von der Statik her aushält, sind natürlich auch Ölfässer eine prima Lösung. Ihr Volumen ist gross genug, sodass auch Feuerbohnen, Kürbisse oder ein kleiner Obstbaum sich wohlfühlen. Ausserdem haben Metallgefässe den Vorteil, dass das Giesswasser weniger schnell verdunstet. Nur im Boden brauchen auch grosse Fässer Abzugslöcher. Ja, Fässer! Denn von meinen schönen Terracottatöpfen sind nach diesem extrem strengen Winter eh nicht mehr allzu viele übrig. Eigentlich sind die porösen Terracottatöpfe sowieso am besten geeignet für mediterrane Pflanzen wie Rosmarin oder Lavendel, die es gern trocken haben. Aber die meisten Gemüse sind froh, wenn das Wasser möglichst in der Erde bleibt! Wenig Wasser brauchen übrigens Artischocken und Kardy, die in Metallgefässen auf dem Balkon wunderschön aussehen. Und sie überleben es auch, wenn mal ein Wochenende lang nicht gegossen wird.

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Für den April

• Gemüse und einjährige Blumen direkt ins Freiland säen (die Angaben auf den Tüten beachten!).
• Abgehärtete Gemüsesetzlinge auspflanzen.
• Stauden wenn nötig teilen und neu einpflanzen. Kompost geben.
• Besonders hungrige Stauden wie Pfingstrosen und Rittersporne mit Kompost versorgen und düngen.
• Mehrjährige Kräuter teilen und neu einpflanzen.
• Rasen mähen, sobald die Forsythien blühen.
• Neuen Rasen säen, Löcher im bestehenden Rasen ausbessern.
• Lilien, Zierlauch, Gladiolen und andere sommerblühende Zwiebelblumen pflanzen.
• Zu dicht stehende Schnee- glöckchen umpflanzen und weiter verteilen, sobald sie verblüht sind.
• Frühlingsblühende Sträucher schneiden, sobald sie verblüht sind.
• Kübelpflanzen ab jetzt regelmässig giessen und düngen.
• Bärlauch, essbare Primeln und Gänseblümchen ernten.

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Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Montag 02.04.2012, 17:00 Uhr

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