Trix Andrychowska: «Frauen wollen andere Sachen wissen als Männer.»

Das Orakel: «Es gibt wenig Irrtümer»

Trix Andrychowska, die Autorin der Coopzeitung-Horoskope, sieht sich als Übersetzerin einer Fremdsprache.

Als Trix Andrychowska 1950 im Zürcher Oberland das Licht der Welt erblickte, standen die Sterne im Zeichen der Waage; Längen- und Breitengrad ihres Geburtsortes ergaben den Aszendenten Zwilling. Was, Frau Andrychowska, sagt diese Konstellation über Sie aus? «Dass ich eine neugierige, bewegliche Persönlichkeit bin, denn beide Sternzeichen sind dem Element Luft zugeordnet.» Das zeige sich durch eine kommunikative Ader und Offenheit – für die Astrologie unabdingbar: «Bei der Interpretation von Horoskopen muss man neutral auf die Menschen zugehen können.»

4000 Jahre alter Erfahrungsschatz

Die Sterne zu deuten sei keine Glaubensfrage: «Wir Astrologen schöpfen aus einem über 4000 Jahre alten Erfahrungsschatz», betont Andrychowska. Das sei mit der Übersetzung einer Fremdsprache vergleichbar: «Die Sterne geben uns eine Nachricht, die wir seriös interpretieren. Das erlaubt uns, Menschen Informationen zu liefern, um ein Problem zu erkennen, einen Knoten zu lösen oder auch ein brachliegendes Potenzial herauszukitzeln.» Die Interpretation von Sternenkonstellationen lasse sich mit einer Wetterprognose vergleichen: «Es gibt relativ wenig Irrtümer.»

Natürlich habe jede Medaille zwei Seiten, relativiert Andrychowska. Der Wille des Menschen bleibe frei, weshalb sich die Botschaft der Sterne nicht in jedem Fall zwingend bewahrheitet. «Auch meine Horoskope können nicht immer für alle stimmen», sagt sie freimütig. «Diese kurzen Texte sind auch nicht todernst, sondern sollen einen Unterhaltungswert haben.» Zudem basierten sie auf der Sonnenstand-Astrologie. Ein individuelles Horoskop müsse zusätzliche Sterne, den Stand der Planeten zueinander sowie weitere Aspekte berücksichtigen.

Früher war Andrychowska reine Plausch-Leserin von Horoskopen. Nach Abschluss der Handelsschule war sie zunächst im Hotelfach tätig und danach 14 Jahre in leitender Position in einer Werbeagentur in Zürich. Wegen einer Freundin ihrer Schwester, die beruflich als Psychologin und Astrologin arbeitete, wurde ihr Interesse für die Sterne geweckt. Schnell hat es ihr den Ärmel reingezogen.

Balance und Selbstvertrauen

1991 schloss sie ihre Ausbildung in psychologischer Astrologie ab. Die Rezession und die Sterne – «Luft braucht Abwechslung und ich brauchte etwas Neues» – führten dazu, dass sie bei Astrodata, Herausgeberin der Zeitschrift «Astrologie Heute», anheuerte, wo sie bis zu ihrer Pensionierung arbeitete. Noch heute führt sie ihre Praxis «aspects» in den eigenen vier Wänden in Wermatswil ZH und ist Dozentin in astrologischen Seminaren in Ziegelbrücke GL. «Wem die Sonne scheint, der fragt nicht nach den Sternen», sagte einst der spanische Surrealist Salvador Dalí. «Logisch», sagt Andrychowska, «wenn man sich so in der Balance befindet und Selbstvertrauen an den Tag legt, dann braucht man keine Hilfe für den Weg.» Astrologie sei ja auch kein Muss. Die Klienten liessen sich generell in zwei Gruppen einteilen: Neugierige oder Menschen mit einem konkreten Anliegen. «Frauen kommen in der Regel teils wegen beruflicher, teils wegen familiärer oder partnerschaftlicher Belange.»

Männer hingegen würden grösstenteils wegen beruflicher oder sogar projektspezifischer Fragen kommen. «Erst wenn die Beratung eigentlich zu Ende ist, kommt dann noch etwas Privates zum Vorschein», sagt sie und lächelt verschmitzt.

Glückliche Singlefrau

Wenn sich Andrychowska nicht gerade mit den Sternen auseinandersetzt, reist sie gerne. Als «nach einer gescheiterten Ehe glückliche Single-Frau» geniesst sie diese Freiheit. Auch Konzert-Trips in der Schweiz gehören zum Programm. Dabei deckt die Musikliebhaberin ein breites Spektrum ab: Jüngst sah sie Elton John am «Live at Sunset» in Zürich und Zucchero auf der Piazza in Locarno TI. Und sie war am «Blues’n’Jazz» in Rapperswil SG, dort, wo die ehemalige Seglerin noch heute als Vorstandsmitglied des Yacht-Clubs amtet. Am liebsten aber besucht sie klassische Konzerte. «Das KKL kann mir jetzt dann bald einen Dauersitz reservieren», sagt sie und lacht. Ihre Favoriten seien Beethoven, Ravel und Rachmaninov.

Jupiter weckt Expansionsgelüste

Jetzt, im Sommer, schaut sich Andrychowska gerne den Sternenhimmel an. In diesem Sommer kann man zum Beispiel die beiden «gegensätzlichen Gesellschaftsplaneten» am nächtlichen Firmament beobachten: Jupiter, der Expansionsgelüste weckt, und Saturn, der für Gesetz und Ordnung steht. «Am schönsten ist es aber, wenn man die Milchstrasse sieht», sagt die Sternguckerin. Wobei das mit dem Lichtsmog nicht häufig der Fall ist. «Vor vielen Jahren habe ich auf dem Sternenberg ZH gewohnt, da hatte ich eine klarere Sicht als heute. Aber es gibt trotzdem noch Abende, an denen man die Sterne gut erkennen kann.» Und wenn nicht: Ihre Botschaft lesen kann die Astrologin auch ohne direkten Sichtkontakt.

So schreibt man Horoskope

Stil: Je kürzer die Texte, desto schwieriger ist es, gute Horoskope zu erstellen.

Inhalt: Die Aussage soll nicht zu spezifisch, aber doch griffig sein.

Lebensbereiche: eine Mischung aus Liebe, Beruf, Geld, Freizeit und Gesundheit.

Zur Homepage von Trix Andrychowska

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