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Das Paradies der Göttinnen

Ruth Maria Kubitschek wollte eigentlich auf dem verwilderten Stück Land neben ihrem Wohnhaus nur ein bisschen Ordnung machen. Dann ist ein wunderschöner Garten daraus geworden.

Coopzeitung: In Ihrem Garten gibt es überall Rosenstöcke. Was bedeuten Ihnen Rosen?

Ruth Maria Kubitschek: In der Mystik sagt man: Die Rosen kommen von der Venus. Und da dies der «Garten der Aphrodite» ist, müssen hier Rosen sein. Denn Venus ist ja der römische Name der Aphrodite. Rosen sind anspruchsvoll, auch etwas zickig. Die muss man wirklich pflegen und bemuttern und sie an die richtige Stelle pflanzen. Aber das macht sie auch sehr liebenswert.

Sie haben Ihren Garten auch mit Figuren dekoriert. Welche Bedeutung haben diese?
Sie haben auch wieder etwas mit der Aphrodite zu tun, die im Mittelpunkt steht, also im Chi, nach Feng Shui. Der Garten ist nach Feng Shui aufgebaut. Hier oben ist viel Weiss und Blau, das ist zum Beispiel meine Karriere im Feng Shui. Und bei der Aphrodite unten, im Chi, sieht man Rot und Rosa. Da sind rosa Kugeln und rote Rosen, und gelbe Rosen, Gelb ist auch erlaubt. Ich versuche, die Farben für die verschiedenen Bereiche im Feng Shui - das nennt sich Bagua - einzuhalten. Das bezieht sich auch auf das Material: Wo kein Metall hin soll, versuche ich, auch kein Metall hinzugeben, also keine Metalldekoration, sondern eben Terrakotta.

Hilft das nur dem Garten oder hilft das auch Ihnen?
Der Garten bildet eine Einheit mit uns. Feng Shui heisst ja die Harmonisierung des Menschen mit der Umgebung. Meine gute Freundin Heidi und ich, wir haben uns nach Feng-Shui-Grundsätzen einen Plan gemacht von dem Garten, auch mit den Farben. Heidi hilft mir viel im Garten. Und so haben wir jetzt auch die Frühlingsblumen so gesetzt, dass sie passen.

Ihr Garten heisst «Garten der Aphrodite». Weshalb?
Er heisst so nach der ersten Statue, die ich gekauft habe. Ich wollte eigentlich einen Pan-Garten machen. Ich hatte gerade ein Buch geschrieben über Pan, «Das Flüstern Pans». Doch wir haben keine Pan-Figur gefunden, wir haben wirk-lich überall gesucht. Und als ich in München war, da sehe ich diese Aphrodite in der Auslage, und dann habe ich gedacht: Vielleicht soll das gar kein Göttergarten werden, sondern ein Göttinnen-Garten. Und ich habe die Aphrodite gekauft. Später habe ich die Fortuna gefunden, auch eine Terrakotta-Figur. Und schliesslich noch die Diana. Und dann hab ich die Parvati in Konstanz gekauft. Ich weiss nicht genau, ob das wirklich die Parvati ist, weil man mir das nicht genau sagen konnte. Es ist einfach eine indische Göttin.

Glauben Sie an die alten Göttinnen und Götter?
Ja. Für mich ist die Aphrodite eine der ältesten Göttinnen. Sie hat sich von Zeus und von keinem Gott etwas sagen lassen. Man sagt ja, sie ist die Tochter von Kronos. Für mich ist die Aphrodite - nur für mich, ob es stimmt, ist mir auch ziemlich egal - die Astarte der Sumerer, die Hathor der Ägypter, die Aphrodite der Griechen und die Venus der Römer. So geht eine Göttin einen Weg durch die Kulturen.

Und wofür steht die Aphrodite?
Für die Liebe, für die Toleranz, für die Schönheit und die Harmonie.

Leben Sie auch Ihr Leben so, wie Sie den Garten angelegt haben?
Ja. Der Garten gehört zu meinem Leben. Ich arbeite ja auch für den Garten, das kostet Geld. Das glaubt man gar nicht, was der schluckt und schon geschluckt hat. Aber das mache ich gern. Man muss dazu sagen: Ich habe ihn damals gebaut aus Respekt für die Erde, weil ich denke, wir Menschen nehmen immer nur und geben nichts zurück. Ich wollte, da ich doch Glück hatte im Leben und es irgendwie geschafft habe, etwas zurückgeben. Jede Blume, die ich kaufe, jede Statue, alles, was da in dem Garten steht, ist mein Dankeschön an die Erde. Das heisst, ich schmücke die Erde.

Früher war Ihr Garten sonntags für alle offen. Wie ist das heute?
Der Garten ist nicht mehr offen, es kamen einfach zu viele Leute. Denn wenn wir keinen grossen Besucher-Parkplatz haben, können wir das nicht machen. Der Garten tut seine Wirkung, auch wenn da niemand durchgeht.

Tipps für Rosen

So gedeihen sie:

Setzen: Rosenstöcke sollten sofort nach dem Kauf gepflanzt werden. Die nackten Wurzeln darf man auf keinen Fall Sonne, Wind oder Frost aussetzen. Man stellt sie am besten in einen Eimer mit Wasser.

Der richtige Platz: Rosen mögen es sonnig, luftig und offen. Extrem windstille und heisse Orte sind weniger geeignet.
Giessen: Die Erde darf in der ersten Zeit nach der Pflanzung nie austrocknen. Danach sollten Rosen seltener, dafür aber reichlich gegossen werden.

Info-Broschüre: In den Verkaufsstellen von Coop Bau + Hobby gibt es eine sehr ausführliche Broschüre: «Die Rose - eine Gartenkönigin» mit vielen wertvollen Tipps und Anleitungen auf 32 Seiten - gratis.

Tipp von Ruth Maria Kubitschek
«Blumen blühen schön, wenn man sie akzeptiert, als eine Art Wesenheit. Auch wenn man sie lobt und sagt: ‹Ihr wachst schön.› Ich glaube, es ist wichtig, dass wir mit der Natur sprechen.»

Ihr neues Buch

Im Fluss des Lebens

Die beliebte deutsche Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek lebt in der Schweiz. Sie ist auch eine erfolgreiche Autorin. Die Bücher «Das Wunder der Liebe» und «Der indische Ring» wurden verfilmt. Auch für ihr neuestes Buch «Im Fluss des Lebens» gibt es schon Filmpläne. Ruth Maria Kubitschek: «Das Buch spielt in der Schweiz, in Stein am Rhein und im Tessin. Das ist mein Dankeschön an die Schweiz.» Es geht um eine Schriftstellerin, die bei einem Unfall Tochter und Schwiegersohn verliert. «Ich versuche, das Loslassen zu erklären, dass man nie zu alt ist, um neu anzufangen. Sondern dass man durch den Schmerz geht, um wieder im Leben anzukommen.» Sehr lesenswert!

 

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Katalin Vereb

Redaktorin, Kolumnistin

Foto:
Christian Lanz
Veröffentlicht:
Montag 18.07.2011, 12:05 Uhr

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