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John Wittwer
schreibt am 03.05.2012


Das friulanische Faktotum

Abendessen in der Villa di Tissano

 

In der Villa di Tissano werden wir durch Christoph Ulmer empfangen. Er ist nach eigenen Worten Faktotum des Anwesens und informiert mit lauter und deutlicher Stimme über das Haus aber auch über italienische, respektive friulanische und venezianische Geschichte. Gewusst: Im Friaul leben über 500'000 Rätoromanen? Ulmer ist "Professore", Buchautor, Koch, Serviermamsell, Gärtner, Conférencier, Vater von Sohnemann Ferdinand (der mit seinen 12 Jahren hilft wie ein ganz GROSSER) und weiss was nicht noch alles. Der Senior kümmert sich mit seinem Team um Hotel, Ferienwohnungen, Ristorante, Enoteca, Seminar- und Banketträume und den riesigen  Garten.  Zudem ist in der Villa Tissano auch Stiftung  Friulianischer Villen und Burgen beheimatet. Über die Grafen Strassoldo kam die Villa di Tissano um das Jahr 1900 an Enrico del Torso, einen grossen friulanischen Historiker und Genealogen. Dieser füllte das Haus mit seinen Büchern und machte es zu einem Zentrum friulanischer Geschichtsstudien. Und dank der Stiftung wird diese Tradition weitergeführt, immer wieder werden Führungen veranstaltet und Vorträge gehalten. Besonders festlich ist auch ein gepflegtes Essen im Rokkokospeisesaal. Wir haben ebenfalls Glück und essen bei angenehmer Temperatur draussen: Frico crocante mit grünem Spargel, Tagliatelle mit Spezzatino, Saltimbocca alla Tissano mit Ofenkartoffeln, Dorfkäse und Zitronencreme mit einem Schuss Limoncello. An flüssigem gibt's zum Aperitif einen Malvasia Carso Castelvecchio 2011 (aus dem Karstgebiet), dann die Cuvée bianco Pomedes aus Pinot bianco, Tocai Friulano und Riesling Romano und einen Pinot Grigio Ronchi di Manzano, beide aus den Colli orientali. Dann einen Cabernet Franc Castelvecchio 2008 aus dem Carso (Karst) und einen Merlot Borgo di Puma 2008 Russolo, Ein genussvoller, geselliger Abend mit träfen Ulmer-Sprüchen geht zu Ende und wir stossen noch auf alle an, die eine schwierige Jugend hatten. An unserem Tisch ist das nur einer und der erhält dafür einen Extraschluck Wein - aber nur einen. Ja der Ulmer weiss, wann und wievielt er einschenkt und wann nicht, auch wem und wem nicht. Und wer jetzt nicht "schnallt" um was es bei diesen Sätzen geht - das macht gar nichts. Die Hunde und die direkt Beteiligten wissen um was genau es gegangen ist. Ulmers Motto: "Mangel lernt, die Dinge zu schätzen". Mangel, ja gar Entbehrung, erleben wir hier nicht. Aber die Dinge schätzen wir alle.


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